Full text: Praktischer Unterricht in der Feuerwerkerkunst für Dilettanten und angehende Feuerwerker oder Vollständige Anweisung alle Arten von Land-, Wasser- und Luftfeuerwerken, sowie auch Feuerwerke zu Luftballons, auf Theatern und zu Kriegsbedürfnissen zu verfertigen, aufzustellen und abzubrennen

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§. 92. Transparente. 
Die Transparente werden ganz auf dieselbe Weise gemacht, 
wie die Decoupirungen; nur leimt man über die Theile, welche in 
dem Bleche oder der Pappe ausgeschnitten und durchsichtig sind, 
Leinwand oder feines Papier, was nach dem darzustellenden Gegen 
stände bemalt ist. So z. B.^ist der Blätterkranz (1. XV.) trans 
parent; zu dem Ende leimt man hinter die Decoupirung beliebig 
entweder kleine Stücke oder einen langen Streif von der Leinwand 
oder dem Papiere und bemalt diese mit einer mehr oder weniger grü 
nen Farbe je nach der Beschaffenheit der darzustellenden Blatter. 
Diese Farbe muß eine leichte Oelfarbe sein, vorzüglich wenn man 
auf Leinwand malt, weil man sonst den Zweck der Transparente 
verfehlen würde. 
Man kann auch die ganzen Transparente aus feiner Leinwand 
machen, nur muß man dann den Grund sehr tief und dunkel färben. 
Zu den Decoupirungen und Transparenten nimmt man Bril 
lantfeuer, weil kein anderes so sehr dem Zwecke derselben entspricht. 
Diese Stücke haben das Angenehme, daß man sie von jeder 
beliebigen Form machen, und sie einzeln oder in Verbindung mit ein 
ander aufstellen kann. Man macht zuweilen einen ganzen Faden 
aus Decoupirungen und Transparenten, nur muß man dabei eine 
ungerade Anzahl nehmen; so z. B. würde ich mehrere dieser Stücke 
neben einander und in gleiche Höhe stellen; die erste soll decoupirt 
und rund, die zweite transparent und verschoben viereckig, die dritte 
wie die erste, die vierte wie die zweite u. s. w. sein. 
Die Größe der Decoupirungen und Transparente ist keine 
bestimmte, man nimmt sie nach Gutdünken. Um jedoch davon eine 
Idee zu geben, bemerke ich, daß eine Scheibe sich gut ausnimmt, 
wenn sie vier bis fünf Fuß im Diameter hat. Man macht oft ganze 
Paläste aus dieser Art von Decorationen; dann muß man dafür sor 
gen, daß die Sonnen hinter dem Gerüste nicht über 3 Meter oder 9 
bis 10 Fuß von einander entfernt sind. 
§. 93. Transparente und decoupirte Rose. 
Fig. 1. XV. ist eine Maschine mit doppelter Trommel, deren 
Profil (4. XV.) zeigt. A ist die Dicke des Sternes s, B die Dicke 
des zweiten Theiles, welcher die fünf Halbkreise mit den in der Figur 
dargestellten Dessins enthält; diese DessinS sind decoupirt. 6 ist 
das letzte und größte Stück der Rose mit einer transparenten Guir 
lande. v ist freilich der dritte Effect der Rose, jedoch nicht der letzte, 
wie unten gezeigt werden wird.
	        

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