Metadaten: Württembergische Kirchengeschichte bis zum Ende der Stauferzeit

Ellwangen 
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wangen. Maria ist auch die Heilige des 786 gegründeten Klosters 
Onoldsbach (Ansbach) an der Fränkischen Rezat nordöstlich von Ell— 
wangen'), Herrieden südöstlich von Ansbach wurde dem Salvator, der 
Maria und dem heiligen Veit gewidmet'), Spalt im Gau Sualafeld 
ebenfalls an der Fränkischen Rezat dem Salvator'). 
Wichtige Kirchen, zumal Klosterkirchen, mußten nach der Anschauung 
der Zeit Reliquien besitzen. Deren Verehrung hatte auch in Deutschland 
seit dem regeren Verkehr mit Rom und Italien sehr zugenommen. 
Ausländische Reliquien galten mehr, weil sie von fernher stammten; 
besonders viele kamen aus Rom und den Katakomben. Jedes Kloster 
suchte die leiblichen Reste möglichst angesehener Heiliger zu erhalten. 
UÜber die ältesten Reliquien Ellwangens unterrichtet uns die freilich 
— 
Gestalt eines Hauses oder Sarges mit Giebeldach, der 1875 in einem 
abgebrochenen Steine des Hauptaltars der Stiftskirche aufgefunden 
wurde. Darnach waren in diesem die Überreste der Heiligen Gregor, 
Valentin, Desiderius und heiliger Frauen, ferner der Heiligen Mau— 
ritius, Exuberius, Viktor und Innocentius mit ihren Gefährten, auch 
Johannes des Täufers untergebracht'). Gregor, Desiderius und Valen⸗— 
tin weisen in den Sprengel von Langres, Desiderius und Gregor waren 
Bischöfe daselbst; Mauritius und seine Genossen sind die Märtyrer der 
Thebäischen Legion, die unter dem Kaiser Maximian zu Agaunum 
(St. Maurice) im Wallis den Märtyrertod erlitten haben sollen und 
von hier aus in der heutigen Westschweiz und im angrenzenden Frank— 
reich Verehrung fanden?). Es ist zu vermuten, daß Bischof Erlolf von 
Langres bei der Gründung des Klosters diese Reliquien gestiftet hat. 
Nun berichtet Ermenrich, daß Papst Hadrian die Heiligen Sul— 
picius und Servilianus dem Bischof Erlolf, dieser sie seinem 
Bruder Hariolf geschenkt habe und daß sie so nach Ellwangen gekom— 
men seien“)). Hadrian J. hatte von 772 bis 795 den Stuhl Petri inne; 
er mag Erlolf 769, als dieser der lateranischen Synode anwohnte, die 
heiligen Gebeine gegeben haben. Man darf annehmen, daß die Über— 
tragung der kostbaren Überreste durch Hariolf nach Ellwangen mit 
großem Gepränge vor sich ging. Solche Translationen bildeten Höhe— 
punkte im damaligen Volksleben. Jede Überführung glich einem 
i) Hauck Il S. 828. — 2) Ebenda S. 819. — 9) Ried, Codex chronologico-diplomaticus 
episcopatus Ratisbonensis J S. 10 Nr. 15: monasterium s. Salvatoris, quod est construe- 
tum iuxta fluenta Radanta. .. idem cocnobium, quod Adaluuinus épiscopus gubernare 
videtur in pago qui dicitur Sualafelda. — ) Schwarz a. a. O. S. 12: Hic s. Reliquias sci 
Salvatoris et Scti Petri et omnium apostolorum: sei Gregorii et sci Valentini: Scti Desi- 
derii: sanctarum feminarum . . . Seti Mauritii, cxuberii, victoris: innocenti: cum sociis 
eorum et de sopulchro eorum et Seti . . . et scti Ionnnis Baptistae. Der Schrein wurde 
wieder eingemauert, ohne daß ein Lichtbild oder Abklatsch genommen worden wäre. 
8) Emil Eali, Kirchengeschichte der Schweiz bis auf Karl den Großen, 1893, S. 22. 
8) Vita s. Hariolti: Qui sancti viri beato Erlolfo episcopo ab Adriano papa sunt dati 
gzicque domino Ilariolfo fratri suo huc translati Elewangen. 
Württ. Kirchengeschichte J. *
	        
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