Full text: Architektonische Monatshefte, VII. Band (1901)

VII. Jahrgang 
Wohnhaus des Herrn Concertmeister 
Petri in Dresden. (Tafel 21.) 
Wettbewerb 
um das Deutsehe 
Vereinshaus in 
Mähr.-Sehönberg. 
(Tafel 18.) 
Von Architekt GEORG BERGER 
in WIEN. 
Im September 1900 wurde 
vom Vereine »Deutsches Ver- 
einshaus« in Mähr.-Schönberg 
ein allgemeiner Wettbewerb 
zur Erlangung von Plänen 
für ein Deutsches Vereinshaus 
ausgeschrieben. Es langten 
78 Entwürfe ein, von welchen 
der vorliegende Entwurf mit 
dem ersten Preise gekrönt 
wurde. 
Das Preisgericht, in wel- 
chem als Fachleute die Herren 
Professor Victor Luntz und 
Baurath von Wielemans fun- 
gierten, urtheilt darüber wie 
folgt: 
»Sehr compendiöse An- 
lage. Gute Verbindung der 
Säle untereinander. Eingang, 
Foyer, Garderobe und Stie- 
gen befriedigend. Architek- 
tur charakteristisch. Das Pro- 
ject mit einigen wünschens- 
werthen Aenderungen ist zu 
den angenommenen Kosten 
ausführbar.>» 
Architekten Schilling & Gräbner 
in 
  
Dresden. 
ARCHITEKTONISCHE MONATSHEFTE Heits 
Studien und Entwürfe. 
(Tafel 23.) 
Von Architekt: Professor GUSTAV HALMHUBER in STUTTGART. 
Professor. Gustav Halmhuber gibt unter dem Titel »Freie 
Studien«*) eine neue Serie Skizzen und Entwürfe heraus, die im 
wesentlichen eine Fortsetzung seiner »Architektonischen Gedanken« 
bilden, welche im Jahre 1897 erschienen und zuerst die Aufmerk- 
samkeit weiterer Kreise auf die Bestrebungen ihres Autors lenkten, 
der damals eben den Lehrstuhl an der technischen Hochschule zu 
Stuttgart einnahm. 
Es ist ein sehr vielseitiges Können, das aus diesen Blättern 
spricht. Der erste Blick zeigt, dass neben dem architektonischen 
auch das malerische Empfinden eine sehr bedeutende Rolle in 
Halmhubers Arbeiten spielt, der bekanntlich auf dem Gebiete der 
Malerei schöne Erfolge aufzuweisen hat. Einige der Skizzen sind 
auch rein decorativer Art, so Tafel 1 »Bachanal«, Tafel 2 »Glas- 
gemälde«, ein farbenprächtiger Entwurf, Tafel 11 und 16, schöne 
Actstudien darstellend, u. Ss. w. 
Das Schwergewicht der Sammlung liegt in den architekto- 
nischen Entwürfen. Von den grösseren Studien erinnern ein paar 
in Auffassung und Darstellung an Rieth, ohne sich dessen zahl- 
reichen Nachahmungen anzuschliessen. Die Entwürfe früheren Datums 
knüpfen zum Theil an den Charakter der Renaissance, auch der 
Gothik an, der in durchaus selbständiger Weise zur Schaffung neuer 
origineller Motive benutzt wird. Zu erwähnen wäre hier das Grab- 
mal der Elisabeth v. Staufen (Tafel 6), das feine Kästchen aus Metall 
(Tafel 9), einige schwungvolle' Ornamente etc. 
Dies alles tritt zurück gegen das, was Halmhuber in seinen 
den modernen Bestrebungen in der Architektur folgenden neuesten 
Arbeiten bietet, von denen hier einige wiedergegeben sind. Ins- 
besondere seine originellen Eisen-Decorationen gehören zu dem 
Ursprünglichsten und Frischesten, das die neue Richtung gebracht 
hat. Dem anmuthigen‘ Reiz des Orchideencapitäls auf Tafel 23 
kann man sich nicht entziehen, die graziösen Sturzverzierungen 
des Nebenblattes reihen sich gleichwerthig an. 
Es sind dies wirklich‘ neue eigenartige Motive, die sicher ihre 
befruchtende Wirkung üben werden. 
Halmhuber verwendet 
  
  
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seine eisernen Zierungen noch 
in verschiedenster glücklicher 
Weise. Wir sehen sie als Be- 
schläge, als Thür-und Fenster- 
einrahmungen, Gitter, Zier- 
anker; endlich als allgemeine 
Facadendecoration, wie bei 
deminteressanten Wohnhaus- 
entwurf, der hier ebenfalls 
wiedergegeben ist. Auch dem 
Stein weiss Halmhuber neue 
wirkungsvolle Formen zu 
geben, was sich hauptsächlich 
in den verschiedenen Schluss- 
steinen und Bogenanfängern 
zeigt. Weniger spricht das 
Gartenthor (Tafel 27) an. 
Das Werk wird zuverlässig 
seinem vom Verfasser selbst 
bezeichneten Zweck gerecht 
werden, nämlich: »zur Be- 
freiung von der Schablone an- 
zuregen, um das zu erreichen, 
was unsere Moderne so mäch- 
tig durchdringt, eine nicht 
durch kunstgeschichtliche 
Formen erstickte, sondern 
eineselbständige freie Kunst. « 
Villa Sehmidt 
in Ober-Sendling 
bei München. 
(Tafel 20). 
Architekt M. DÜLFER 
in MÜNCHEN. 
Diese Villa präsentirt sich 
sowohl äusserlich, wie auch 
— _ *) Halmhuber Gustav, Ar- 
chitekt und Maler, Professor der 
kgl. technischen Hochschule zu 
Stuttgart. Freie Studien, 34 Ta- 
rz 
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feln Entwürfe, Preis Mk. 20.—. 
Selbstverlag des Verfassers.
	        

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