Full text: Architektonische Monatshefte. Vereinigt mit Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst, IX. Band (1903)

  
  
  
        
  
   
  
   
   
  
  
   
   
  
   
A —% N 
AZ 
  
  
   
VA 
  
   
A 
BE 
    
    
  
  
  
  
   
   
    
   
   
   
Az. 
GW 
a 
   
  
  
  
   
  
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
  
Dasselbe ist 
freitragend, der 
Wendeltreppe 
folgend, kon- 
struiert und 
wird nur einmal 
im Erdgeschoss 
durch ein kräftig 
ausladendes 
Kopfband - un- 
terstützt. 
Die Pfosten 
stehen symme- 
trisch  überein- 
ander in allen 
Geschossen 
und "sind reich 
mit Säulchen 
und Schuppen- 
ornamenten ver- 
ziert. 
Am obersten 
Geschoss sind 
ausserdemnoch 
Figuren, auf 
Konsolen vor 
den Pfosten vor- 
tretend, ange- 
bracht. 
Unter den 
kleinen Fenster- 
luken lagern in 
Zwickelfüllun- 
gen zierlich ge- 
schnitzte Dra- 
chen, Eidechsen, scheinbar die untere Fensterabschrägung 
tragend. Die links und rechts anschliessenden Gebäudeteile 
sind leider verputzt und es ist nicht ausgeschlossen, dass da 
noch manches verdeckt ist, dessen Freilegung sich lohnen würde. 
  
Humor. 
D“ Werk eines 
Künstlers gewinnt 
unser Herz, wenn uns 
daraus eine gewisse 
Sorte Humor entge- 
genleuchtet, jener Hu- 
mor, der göttlich ist 
und der das Eigen- 
tümliche hat, dass er 
selbst das Erhabene 
des ernstesten Vor- 
wurfs in einem Kunst- 
werk nicht schmälert. 
Ich behaupte, dass 
unsere ganze heutige 
Kunst, die Architektur 
an der Spitze, nur sel- 
ten grossen Wurf ge- 
nug hat, um diese Art 
von Humor zu ertra- 
gen, wie dies bei den 
Werken früherer Jahr- 
  
  
(28) Alte Häuser in der Rue. grande in Lisieux. 
hunderte der Fall war; denn wir fürchten uns im allgemeinen 
förmlich, beispielsweise in der Sakralarchitektur, einem ge- 
sunden Humor etwas die Zügel schiessen zu lassen, damit 
nicht das Publikum an der oder jener vielleicht ganz harmlosen 
Anspielung auf diesem Gebiet Anstoss nehme. 
Thatsächlich 
thun dies die Leute ja auch; und auch insofern haben sich 
die Zeiten geändert, als das Volk früher auf eine Weise naiv 
war, die, in ihrer Stellung zur Kunst genommen, viel gesünder 
war als der jetzige Zustand. 
Sehen wir einmal von der Architektur ab und begeben 
uns auf das Gebiet der Malerei und der graphischen Künste, 
so sind ja die Beispiele unzählig; als eines der prägnantesten 
schwebt mir immer das Gebetbuch Kaiser Maximilians mit 
den Randzeichnungen von Dürer vor. 
Ganz absehend von 
den gewagten Zusammenstellungen der einzelnen Allegorieen 
  
  
ALL Sean AS 
  
(36) 
  
77. D-17900. 
  
  
  
  
(37) 
     
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.