Full text: Jahres-Bericht der Königl. Polytechnischen Schule zu Stuttgart für das Schuljahr 1864/65 (1864)

  
Die Fedér q auf den ebenfalls mit der Welle x fest verbundenen Hebelarm i einwirkend, unterstützt alle 
diese Bewegungen, die auf die Aufwinderwelle einwirkende Feder s strebt hingegen dahin alle. diese Bewegungen 
zu verhindern. 
Die Figuren 8 und 9 beziehen sich auf den Zustand wie er vor Beendigung des Abschlagens. Statt findet. 
Auf- und Gegenwinder sind in Bewegung, ersterer abwärts, letzterer aufwärts; die‘ Gabel G und die Stange c sind 
im Aufsteigen begriffen, der Winkelhebel F dreht sich, die Stange E, wird nach rechts hin zurückgezogen, der 
Arm u senkt sich abwärts u. s. w. 
Vierte Periode. 
Das Einfahren des Wagens. 
Taf.IL Fig. 10—12. 
Die so eben besprochenen Bewegungen hóren auf wenn die Stange c so hoch aufgestiegen ist, dass der an 
ihrem untern Ende vorhandene Einschnitt auf der Rolle h aufsitzt.. Zu demselben Zeitpunkt wo dieses Aufsitzen 
eintritt hat sich auch die Gabel G so weit gehoben, dass der Winkelhebel F und die mit diesem in Verbindung 
stehenden Theile nümlich die Stange E, und der Winkelhebel E ihre in der ersten Periode innegehabte Stellung 
wieder einnehmen können. Der vertikale Arm des Winkelhebels E ist so viel nach rechts zurückgezogen worden, 
dass die Berührung zwischen ihm und dem knieförmig gebogenen Hebel H nicht mehr Statt findet und letzterer hat 
sich nun unter Einwirkung der mit ihm verbundenen Theile; nàmlich der Stange K mit Zubehür, der Art bewegt, 
dass das bisher durch den Winkelhebel E. nieder gehaltene Ende emporgestiegen, das die Stange K tragende Ende 
hingegen herabgesunken ist. Durch diese Drehung des Hebels H wird die Zahnkuppelung g, eingerückt, und. die 
Bewegung geht nun von der Riemenscheibe II durch die Stirnräder d,, dz, dy, d, und die Kegelrüder g,, g2, D, ba, 
auf die Wagenauszugswelle i; über. Das an der Wagenschnecke i, befestigte in der ersten Periode abgewickelte 
und jetzt über den kleinsten Halbmesser der Schnecke ij oberhalb der Wageneinzugswelle i; auflaufende Seil i, zieht 
den Wagen ein, das in der ersten Periode aufgewickelte Seil der Gegenschnecke ij, von deren kleinsten Halbmesser 
unterhalb der Wageneinzugswelle i; ablaufend, wirkt. dureh Zurückhaltung des Wagens einer möglicherweise in Folge 
der. Trägheit eintretenden störenden Bewegung‘ entgegen. f 
Durch Drehung des Winkelhebels E hat sich auch der von seinem Drehpunkt E, nach oben ausgehende kurze 
Arm E, mach links hin bewegt, dadurch zugleich auch das Rad e, in gleicher Richtung gezogen und sonach die 
innerhalb der dritten Periode Statt gefundene Kuppelung des Rades e, mit der Riemenscheibe I aufgehoben. Von 
der Haupttriebwelle a, wird demnach in dieser Periode nur der Wageneinzug betrieben. 
Die Drehung der Spindeln wird, wie bereits früher angegeben, durch den Zug der Quadrantenkette n, her- 
beigeführt. Es ist hiebei zu bemerken, dass die Bewegung des Quadranten bei der ausgeführten Maschine nicht in 
der einfachen Weise erfolgt, welche auf den Zeichnungen angegeben worden ist. Der Spindelbetrieb erfordert nàm- 
lich beim Einfahren eine bedeutende Arbeit und wenn man diese vom Wagen aus nur durch das iiber die Rollen 
e, und e, geführte Wagenauszugsseil c4 auf das Quadrantentrieb k, übertragen wollte, so würde diess sehr unzu- 
verlässig sein. Man wendet daher in Wirklichkeit eine in den Figuren nicht dargestellte Uebertragung durch zwei 
Paar Kegelräder und eine parallel zum Steuerungsbalancier A liegende Zwischenwelle an. 
Auf- und Gegenwinder sind während dieser Periode in ununterbrochener Bewegung um die Fäden in Spiral- 
windungen auf die bereits vorhandene kegelfürmige Kotzerfliche aufzulegen. Um diese Bewegungen herbeizufithren 
lisst man die mit dem Arm e verbundene Rolle g auf einer eigenthümlich geformten Schiene f, Leitschiene oder 
copping plate genannt, laufen, und führt dadurch die Hebung und Senkung von Auf- und Gegenwinder in zweck- 
entsprechender Weise herbei. Da die Form des Kotzers mit jeder neu aufgelegten Fadenschicht sich ändert, so 
muss nothwendig auch die Bewegung des Aufwinders von einem Auszug zum andern sich ändern und zwar muss 
der Aufwinder mit dem Anwachsen des Kotzers immer hoher aufsteigen. Diese successive Erhebung des Aufwinders 
bedingt eine Senkung der Leitschiene f, welche durch Zurückziehen zweier dieselbe an ihren Enden stiitzenden Keile 
mittelst eines vollkommen selbstthätigén, in den Zeichnungen nicht dargestellten Mechanismus hervorgebracht wird. 
Am Schluss der Einzugsperiode, wenn die Spindeln wieder am Streckwerk angekommen sind, müssen Auf- 
und Gegenwinder in diejenige Lage zurückgeführt werden, welche sie in der ersten Periode inne hatten. Zu diesem 
 
	        

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