Volltext : Jahres-Bericht der Königl. Polytechnischen Schule zu Stuttgart für das Studienjahr 1866/67 (1866)

— ABS

20  ee9—

Jahre ein chemisch-technologisches Privatpraktikum des Lehrers für chemische Technologie, welehes unter Benützung
von Mitteln der Schule stattfindet und für dessen Zwecke neuerdings eine Erweiterung des im Hauptgebäude befindlichen
 Laboratoriums ausgeführt, wurde.
Der im Laufe des letzten Jahrs eingetretene besondere Kurs der Architekturfachsehule für vorgerücktere Studirende,
 welcher von 5 Studirenden besucht war, gab die Zeit, einige der im dritten Kurse begonnener Entwürfe in
ausführlicherer Weise, als diess früher müglich war, zu bearbeiten, und zugleich die Gelegenheit, von Einzelheiten derselben
 in Farbe gesetzte perspektivische Ansichten durchzuführen.
Nachdem in Folge der fortschreitenden Specialisirung des Lehrstoffs, wie sie durch die Fortschritte der technischen
 Wissenschaften bedingt wird, mitunter eine Ueberhäufung der Studirenden der Fachschulen durch eine allzugrosse
 Stundenzahl zu Tag getreten ist, wird es die Aufgabe sein, auf Beseitigung dieses Missstandes zu denken.
Als náüchstes Mittel zur Abhülfe mag den Studirenden Verlängerung des Fachstudiums über die seitherige normale
Zahl von Jahren hinaus bis zu der regelmässigen Studienzeit der Universitätsstudirenden empfohlen werden.
Die mit Beginn des Jahres 1895/,, getroffene Bestimmung, dass die an der Schule stattfindenden Vorlesungen,
soweit diess der Raum verstattet, auch von Nichtstudirenden besucht werden kónnen, hat bei einzelnen Vorlesungen
zu lebhafter Betheiligung von aussen geführt.
'Die Erleichterung des Bezugs von Werken aus der Bibliothek hatte eine erfreuliche Zunahme der Benützung
des Instituts auch von Seiten der Studirenden zur Folge.
Von Verwirklichung der von dem Lehrer-Collegium der Schule an die königliche Staatsregierung gebrachten
Antrüge über Trennung der bis jetzt für Architekten und Ingenieure gemeinschaftlichen ersten hóheren Staatsprüfung
in zwei gesonderte Prüfungen und, über eine veränderte, an den Gang des technischen Studiums sich anschliessende
Einrichtung der hóheren Staatsprüfungen im Baufache überhaupt erwarten wir eine günstige Rückwirkung auf die Erfolge
 unserer Lehrthätigkeit.

Lehrmittel.

In Folge der Schaffung neuer Lehrstellen für Kunstgeschichte, für Botanik und Zoologie und für Ingenieurwissenschaft
 ergab sich die Nothwendigkeit, die Sammlungen im Gebiete dieser Fächer zu ergänzen, ein Bedürfniss,
welchem die K. Staatsregierung, insbesondere bezüglich der Kunstgeschichte, durch umfassende Verwilligung ausserordentlicher
 Mittel entgegenkam. Unter den Erwerbungen, welche in Folge dessen bis jetzt gemacht wurden, sind
hervorzuheben:
Für Kunstgeschichte: Blouet, Expédition de Morée; Duca di Serradifalco antiquita de Sicilia; Caristie, arc de
triomphe; de Vogüé, Syrie centrale; de Vogüé, le temple de Jérusalem; Place, Ninivé et l'Assyrie.
Für Botanik: 4 Mikroskope nebst 3 Präparirloupen; Botanische Blüthen-Modelle; Wachspräparate zu Erläuterung
 der pflanzlichen Entwicklungsgeschichte; Colorirte Modelle für Schwammkunde.
Für die Ingenieurwissenschaften: Zahlreiche Anschaffungen für die Vorlagensammlung aus dem Gebiete des
Eisenbahnbaues (Eisenbahnwagen, Stationsanlagen, Eisenbahnkarten, Signalvorrichtungen ete.) und Wasserbaues, sowie
 des Brückenbaues.
Von sonstigen Anschaffungen sind zu erwühnen: für das physikalische Kabinet ein grosses Spektrometer von
Meyerstein und ein Prismensphärometer; für die astronomische Sammlung ein Tellurium von Pfarrer Heinrich; für
den geodätischen Apparat ein Distanzmesser von Kern in Aarau; als Vorlagen für Planzeichnen Plane der Schlachtfelder
 von 1866 mit Horizontaleurven vom preussischen Generalstab; Reliefkarte der Umgebung von Stuttgart von
Villforth.
Unter den Geschenken, durch welche die Studienmittel vermehrt wurden, ist vor Allem zu nennen eine werthvolle
 Auswahl von Werken des literarischen Vereins, welche die Schule der Gnade SEINER MAJESTAT DES KÜNIGS
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.