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Die Preisaufgabe
Ill. der Maschinenbaufachschule
war folgende:
Es soll für eine Eisengiesserei, deren Quer- und Längenschnitt in Zeichnung beigefügt sind, eine, sogenannte
Laufbühne nebst Aufzugswinde construirt werden.
Die mit Anwendung eines Flaschenzugs zu hebende Maximallast beträgt 10,000 Kilogr.
Zum Heben der Last stehen auf der Bühne vier Mann zur Disposition.
Die Construction soll ausschliesslich 'aus Eisen bestehen und für die Laufbühnenbalken sind entweder
entweder volle armirte Blech- oder Fachwerksträger in Ausführung zu, bringen.
Hubhóhe der Last 5 Meter.
Das Dachgebälk wird zum Theil von den Umfassungsmauern und theilweise von eisernen Säulen getragen.
Diese Säulen. haben sowohl die Laufbahn zu tragen, als müssen sie auch zur Aufnahme von Drehkrahnen,
welche die Seitenrüume der Giesshalle beherrschen, eingerichtet sein. Die Ausladung dieser circa 2000 Kilogr.
Last bewültigenden Krahnen ergibt sich aus der Säulendistanz der Längenrichtung nach. Nach diesem Erforderniss,
nach den Angaben, dass die Belastung p. Cj Meter der Dachflüche durch Ziegel, Latten u. s. w.,
durch Schnee- und Winddruck circa 370 Kilogr. betrügt, und aus dem vom Dachgebillke selbst herrührenden
Drucke sind die Säulen in Dimension und Form zu bestimmen.
Die Verankerung des Bindegebälkes unter sich und mit den Verfassungsmauern, welche durch die Aufstellung
der Krahnen nóthig wird, ist in dem Dispositionsplan anzugeben.
Es muss ferner der Anforderung Genüge geleistet werden, dass von der Sohle der Giesshalle aus durch
einen Mechanismus sowohl die Last gehoben, die Aufzugswinde làngs der Laufbühnenbalken bewegt, als
auch die Bühne selbst auf ihrer Bahn fortgeschafft werden kann. Hierbei ist aber wohl zu beachten, dass
sowohl die Sperrklinke als auch der Bremsapparat von unten aus gehandhabt werden können. Die Anordnung
dieses Mechanismus ist aber als ein für sich bestehender Theil der Aufgabe zu betrachten, also auch
in gesonderter Zeichnung auszuführen. Hierbei wird jedoch von dem Verschieben der ersten Welle zur
Erlangung grösserer Hubgeschwindigkeit Abstand genommen.
An Zeichnungen wird nun verlangt:
Ein Dispositionsplan in kleinem Massstabe, etwa YY oo— [igo natürlicher Grósse; bestehend in Längenschnitt
oder Grundriss und Querschnitt des Gebáudes mit Angabe der Aufzugsmaschinerie.
Eine Zusammenstellung der ganzen Maschine nebst dem obern Theil der Stützsüulen in Seitenansicht
oder Lüngenschnitt, Grundriss und Querschnitten in etwa '/, oder '/,, der natürlichen Grösse.
Die Aufzeichnung sámmtlicher Details in '/, natürlicher Grüsse, woraus auch die Verbindung der Sáulen
mit dem Gebälk und dem Sockelgestein zu ersehen ist. — Zur leichten Uebersicht und Beurtheilung ist sehr
darauf zu achten, dass die Figuren nach Form und Bestimmung symmetrisch gruppirt und gefällig angeordnet
sind.
Für diese Aufgabe kam Eine Arbeit ein mit dem Motto: „vita brevis, ars longa," welcher zwar in der Erwägung,
dass |
das Begleitschreiben in formeller Beziehung viel zu wünschen übrig liess, hauptsächlich es an den nóthigen
Erläuterungen fehlte,
die Zeichnungen an einigen Stellen mangelhaft ausgeführt waren,
ein Theil der ausgeführten Berechnungen unrichtig,
die Querschnittsform der Haupttrüger in Beziehung. auf Materialókonomie sehr unzweckmüssig gewühlt war und
mehrere Details zu schwach gegriffen und in Form und Anwendung unpassend angeordnet waren,
der Preis nicht zuerkannt werden konnte. Wogegen sie jedoch in fernerer Erwägung: