Title:
Jahres-Bericht der Königlichen Polytechnischen Schule zu Stuttgart für das Studienjahr 1868/69
Shelfmark:
w. G. qt 52
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1554117854977_J1869/24/
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schaftlichen Mittelaxe. Bogengänge im untern und obern Stockwerke führen an 
den Innenseiten des so gebildeten Vierecks umher und verbinden an der Strasse 
die Eingangsseite der Kirche mit den beiden vordern und im Hintergrunde des 
Hofs die Turnhalle ete. mit den zwei rückwärtigen Pavillons. Die Unterrichts- 
räume, Speisesaal u. s. w. sind zu ebener Erde, die Schlaf- und Arbeitssäle in den 
obern Stock des Flügelgebäudes verlegt; erstere Räume sind in ihrer Ausdehnung 
zu reichlich, letztere etwas zu knapp bemessen. 
In den grösseren vorderen Pavillons befinden sich die Professorenwohnungen, die in 
ihrer inneren Eintheilung zu wünschen übrig lassen, in den hinteren kleineren 
Pavillons die Speisemeisterei, Bad- und Wascheinrichtung, die etwas zu reichlich 
gross gerathen sind. Die Gesammtanlage, obwohl eine klare, hätte durch grössere 
Concentration beträchtlich gewonnen. 
Der Mittelpunkt der ganzen Anlage, die Kirche, hätte wohl zu ebener Erde angelegt 
werden dürfen, wodurch das beträchtliche Souterrain derselben in Wegfall gekom- 
men wäre. Dieselbe hat durch die bedeutende Höhe des Mittelschiffs und die zu 
grosse Breite der Seitenschiffe eine für die Anforderungen des Programms allzu . 
beträchtliche Ausdehnung erhalten und fasst mehr als die verlangte Personenzahl. 
Eine Beschränkung der Höhe wäre im Innern nicht allein für. die Stellung der 
Kanzel, die dadurch eine zu tiefe Lage erhielt, sondern auch im Aeusseren gün- 
stiger gewesen, weil die Kirche weniger erdrückend auf die übrigen Gebäude 
gewirkt hätte. Ein Thurm oder, wie es die Skizze zeigt, ein Dachreiter hätte für 
eine Seminarkirche genügt. 
Der Durchschnitt des Musiksaales ist gut, aber das Bodengebälk desselben weitaus 
zu schwach. 
Die Darstellung der Blätter ist theilweise etwas flüchtig, namentlich vermengt sich 
bei den Durchschnitten die bunte Architectur des Innern der Kirche zu sehr mit 
der Fürbung der gemalten Fenster. 
Die Begleitschrift sucht neben Auseinandersetzung der Gründe, die zu Verfolgung des 
eingeschlagenen Wegs veranlassten, besonders den Vortheil der erhóhten Lage der 
Kirehe darzuthun, jedoch gelingt letzteres nicht in überzeugender Weise. 
Obwohl nun vorliegende Lósung den Anforderungen der Aufgabe nicht in durchaus 
allen Theilen vóllig entspricht und die ansteigende Gestaltung des Terrains nicht, 
  
 
        

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