Volltext: Jahres-Bericht der Kgl. Polytechnischen Schule zu Stuttgart für das Studienjahr 1870-1871 (1870)

   
  
  
  
  
   
    
     
   
   
   
   
    
    
    
     
  
   
  
   
    
    
   
   
  
  
  
  
  
  
   
     
wasser ein für Pfahlrost geeigneter Baugrund vorfindet, wogegen der rechtseitige Flussarm ver- 
möge seiner Tiefe und ungünstigen Bodenbeschaffenheit die Anl 
age von Mittelpfeilern nicht 
wohl zulässt. 
Ueberhaupt is& die Anzahl dieser Pfeiler wegen der schädlichen Wasserstauung 
durch dieselben möglichst gering zu nehmen. Aus demselben Grunde und zur Verhütung von 
Beschädigungen der Brücke durch den Eisgang soll deren Oberbau so hoch gelegt werden, dass 
kein Theil desselben unter den höchsten Wasserstand von 1824 hinabreicht, wogegen es bei der 
ausserordentlichen Seltenheit eines so hohen Standes zulissig erscheint, bis zu demselben hinab- 
zugehen. Andererseits soll die Brückenbahn, um für die in gerader Linie sich anschliessende 
Strasse ein. günstiges Lüngenprofil zu erhalten, möglichst tief gelegt werden, und die Auffüllung 
der rechtseitigen Brückenanfahrt nicht über den Punkt A. hinausreichen, weil von dort an die 
Strasse mit Häusern besetzt ist. Auf einen Treppenzugang für Fussgiinger von der Brücke 
nach dem. stromabwiirts gelegenen Theile der Insel soll Bedacht genommen werden. Als Mate- 
rialien fiir die wesentlich tragenden Constructionstheile der Br 
ticke sind nur Stein und Eisen 
zulässig; 
Holz darf höchstens zu mehr untergeordneten Theilen verwendet werden. 
Es wird verlangt: 
1) die Zeichnung des Längenprofils der Brücke mit Zufahrten, in einer Copie 
(Pauszeichnung) des beiliegenden Flussprofiles; 
2) die Uebersichtszeichnungen der ganzen Brücke, oder wenn dieselbe aus meh- 
reren ganz gleichen Oeffnungen besteht, einer solchen mit Ort- und Mittel- 
pfeiler im Massstabe von nicht unter 1: 100. 
3) alle etwa erforderliche Detailzeichnungen in entsprechend grüsseren Mass- 
stäben; und 
4) eine schriftliche Motivirung der gewählten Anordnung nebst gehôriger Be- 
stimmung der Dimensionen. 
Es sind zwei Lösungen eingekommen. 
Die zuerst abgelieferte Arbeit trägt das Motto: 
»Ich will — Beherrsche Dich! 
»Ich kann — Prüfe Dich! 
»Ich soll — Beeile Dich!e 
‚und wurde dieselbe folgendermassen beürtheilt: 
Es ist in der Arbeit das System der Kettenbrücken 
gewühlt, welehes auch für den 
vorliegenden Fall ganz passend er 
Scheint, nur dass statt der zwei projektirten, je symetrischen 
 
	        

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