Volltext : Jahres-Bericht des Königlichen Polytechnikums zu Stuttgart für das Studienjahr 1879-1880 (1879)

 

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Derselbe vertrat das hiesige Polytechnikum auf der Conferenz von Abgeordneten der deutschen
technischen Hochschulen, welche zum Zweck der Beschlussfassung über einheitliche Bezeichnung
mathematisch-technischer Grossen am 2. und 3. April 1880 auf Einladung des Verbands
deutscher Architekten- und Ingenieurvereine in Berlin stattgefunden hat.
Der Plan, mit dem Polytechnikum ein Reallehrerseminar zu verbinden, ist vertagt worden,
nachdem die K. Kultministerialabtheilung fiir Gelehrten- und Realschulen im Hinblick auf die in den
letzten Jahren eingetretene Entwicklung der Kandidatenverhiiltnisse im Reallehrfache die Griindung
eines solchen Seminars zur Zeit nicht zu befürworten vermocht hat.
Ebenso musste auf die Errichtung einer Prüfungsanstalt für Baumaterialien und Metalle
am Polytechnikum verzichtet werden, nachdem das K. Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten,
.Abtheilung für die Verkehrsanstalten, und dasjenige der Finanzen mit Rücksicht auf die in Wasseralfingen
 bereits bestehende Einriehtung es abgelehnt haben, an den Kosten der Anschaffung der
für das Polytechnikum in Aussicht genommenen Maschine sich zu betheiligen.
Die Frage der Einführung einer Staatsprüfung für Maschinen-Ingenieure in Württemberg
 befindet sich noch im Stadium der Vorberathung durch die für diesen Zweck niedergesetzte
Kommission.
An neuen Unterrichtsgegenständen verzeichnete das Programm für 1879/80: »Markscheidekunst«;
 »'Theorie der Funktionen complexer Variabeln«; »Astrophysik«; »Uebungen in der Herstellung
 physikaliseher Apparate .und Experimente«; »Einleitung in die physikalische Chemie«;
»Papierfabrikation«; über »den Bürgerkrieg in den Nordamerikanischen Freistaaten«; Specialvortrüge
über »Wechselrecht« und über »Handelsrecht«; durchaus von Privatdocenten angekündigt.
Der Unterricht im Maschinenbau gliedert sich nunmehr, nach Ergänzung des Lehrpersonals
durch Berufung eines weiteren Hauptlehrers, wie folgt: »Bewegungsmechanismen«, Vortrag und
Uebungen; »Maschinenelemente«, Vortrag und Uebungen; »Hebevorrichtungen«; »Dampfmaschinen«,
Vortrag und Uebungen; »Dampfkessele, Vortrag und Uebungen; »Pumpen«, Vortrag und Uebungen;
»Wassermotoren und Fabrikanlagen«, Vortrag und Uebungen; »Maschinenkonstruktionen« fiir die

Studirenden des 7. Semesters; »Eisenbahnfahrzeuge«; »Werkzeugmaschinen«. Hiezu kommen weitere
Vortrüge über »Technische Mechanik«, »Elasticitütslehre«, »Mechanische Würmetheorie«, »Aérostatik und
Aërodynamik«, »Allgemeine Maschinenkunde«, »Maschinenbau für Ingenieure und Architekten«, »Mechanische
 Technologie«, »Spinnereimechanik«, »Feuerungskunde« Mit dem Beginn des nächsten Schuljahrs

 tritt an der Maschinenbaufachschule der neue von 6 auf 7 Semester erweiterte Studienplan in
seinem ganzen Umfang in Kraft.
Die Fächer „Niedere Analysis“ und „Elemente der höheren Analysis“, früher von
einem Hauptlehrer vorgetragen, sind im Programm für 1879/80, zunüchst in widerruflicher Weise,
der Thütigkeit eines Privatdocenten überlassen worden.
Die Zahl der Unterrichtsstunden für den ,eneyklopüdisehen Vortrag der Ingenieurwissenschaft“
 wurde im Sommersemester von 3 auf 4 erhüht; ebenso diejenige für ,Strassenund
 Eisenbahnbau“ von 2 auf 3 und diejenige für „Wasserbau“ von 4 auf 5 Semestralstunden
in der Woche. Zur „Hydraulik“ wurden besondere Uebungsstunden eingeführt und dagegen
diejenigen zur „graphischen Statik der Brückenkonstruktionen“ entsprechend vermindert. Um
für die Aufstellung der Zeichnungen, welche bei der Meldung zur ersten Staatsprüfung im Ingenieurfache
 vorzulegen sind. mehr Zeit zu gewinnen, wurde der bisherige Studienplan der Ingenieur- 


            
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