Full text: Jahres-Bericht des Königlichen Polytechnikums zu Stuttgart für das Studienjahr 1880-1881 (1880)

  
  
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An der württembergischen Landesgewerbeausstellung hat sich die Kunstgewerbeschule 
mit — unter Leitung der Lehrer von den Zöglingen entworfenen und ausgeführten kunstgewerblichen 
Arbeiten betheiligt. 
Die Polytechniker-Krankenkasse hat im Rechnungsjahre vom 1. April 1880/81 1952 M 
an Beiträgen von Studirenden eingenommen, dagegen für 33 durch zusammen 560 Tage im Katharinen- 
Hospital verpflegte Studirende 2240 M an. Verpflegungsgeldern und ausserdem 185 M 70 à. für Medi- 
kamente, welche an ambulatorisch behandelte Studirende abgegeben worden sind, zu bezahlen gehabt. 
In Folge dessen ist nicht nur der Reservefond der Kasse vollstindig erschöpft worden, sondern auch 
noch ein Betrag von 365 M 45 J ungedeckt gebliebeu. Nachdem jedoch mit Wirkung vom 
1. October 1880 ab der von den Studirenden zu entrichtende Semestralbeitrag zur Krankenkasse 
von 2 auf 3 Æ erhöht worden ist, darf erwartet werden, dass im kommenden Schuljahr das Gleich- 
gewicht zwischen den Einnahmen und Ausgaben der Kasse wieder werde hergestellt werden. 
  
Lehrmittel. 
An grösseren Anschaffungen für die Lehrmittelsammlungen sind aus dem letzten Jahre zu 
«erwähnen: 
1) für den geodätischen Apparat: von Geometer Mager in Herrenberg eine Rechen- 
maschine von Pfarrer Hahn. Diese „Rechenmaschine, von Pfarrer Hahn im Jahre 1776 
erfunden, durch seine Arbeiter anno 1776—78 verfertiget^, scheint das Original zu den 
Rechenmaschinen zu sein, welche man da und dort in den Sammlungen findet und 
welche meist von Hahns Sohne, dem Hofmechaniker Hahn, herstammen; 
2) für die Lehrmittelsammlung für Ingenieurmechanik: eine Rechenmaschine 
aus der Fabrik von A. Burkardt in Glashütte in Sachsen; 
3) für das physikalische Cabinet: eine Dynamomaschine von Hipp zur Erzeugung 
des elektrischen Lichts; 
4) für die zoologische Sammlung: ein Chronoskop zum direkten Bestimmen und Ab- 
lesen von !aso Sekunde, von Uhrmacher Kuhn in Stuttgart; 
5) für die kunstgeschichtliche Sammlung: die aus 2137 Blättern bestehende kunst- 
wissenschaftliche Privatsammlung des Professors Dr. v. Lübke; 
6) für die baugeschichtliche Sammlung: die Werke »Hittorf, architecture polychrome« 
und »Rugghieri, architecture di Firenzi«; 
7) für den Unterricht im Maschinenbau: das Modell einer Corlisssteuerung; ein 
Dampfeylinder mit Decker'scher Steuerung. 
Durch Schenkung sind der Anstalt zugekommen: 
von dem Kaiserlichen Patentamt in Berlin: sämmtliche im Laufe des Schuljahres erschie- 
nenen Patentschriften ; 
von dem Kaiserlichen Reichseisenbahnamt in Berlin : eine Zusammenstellung der Resultate, 
welche Seitens der Königl. Bayerischen Staatseisenbahnen bei 10 jähriger Verwendung 
der Heberlein-Bremse im Betriebsdienst erzielt worden sind; 
 
	        

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