Full text: Jahres-Bericht des Königlichen Polytechnikums zu Stuttgart für das Studienjahr 1883-1884 (1883)

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Der Vorderaufriss, getuscht gegeben, erstreckt sich bis an den See herunter und ist in den allgemeinen 
Verhältnissen wie in den Details sehr gelungen, Er würde noch gewonnen haben, wenn die Uebergánge beiderseits 
von den Rotunden noch niedriger gehalten würen. 
Der Aufriss der Nebenseite ist nicht minder gelungen, gleichwie der Durchschnitt in der Queraxe. Ueber 
die äussere Gestaltung der Nebengebäude ist kein näherer Aufschluss gegeben. 
Begleitschrift: Diese, verständig verfasst, erläutert gut die grosse Ausdehnung der gewählten Disposition 
und schenkt auch dem leichten Ineinandergreifen des Dienstes die richtige Beachtung.“ 
S. Entwurf mit dem Motto: ,,Labor*. 
,In der Gesammtanlage ist dem Hauptgebäude die Grundform des lateinischen T gegeben, an dessen nach 
rückwärts gekehrtem Mittelflügel sich die Unterfahrt befindet, Auf halber Tiefe dieses Mittelflügels zweigen sich 
nach rechts und links die Verbindungsgänge ab, welche an den kleineren Fremden-Pavillons endigen. Je in der 
Mitte dieser Verbindungsgänge setzen sich, rechtwinklig auf dieselben und parallel unter sich, weitere Gänge am, die 
zu den grösseren dicht am See stehenden Pavillons hinunter führen, 
Dadurch, dass diese Gänge an die Enden der Querflügel durch dieselben hindurch geführt sind, wird ihr 
Zusammenhang gestört, auch ist deren staffelförmige Anordnung der Bedachung nach dem See zu nicht erwünscht. 
Im Grundriss des Erdgeschosses erstrecken sich die Gesellschaftsräume in der ganzen Länge des Quer- 
flügels, so dass der Tanzsaal das eine, das Theater das andere Ende bilden, und dem zwischen beiden liegenden Saal 
das Pflanzenhaus in halbrunder Form vorgebaut ist. Die im Mittelflügel liegenden Ráume, bei denen geringere Höhe 
genügt, liegen um 14 Stufen hóher und ist dies unbequem.  Anderseits sind Umfassungswünde des Wohnstocks, wie 
z. B. über dem Speisesaal, in’s Hohle gesetzt, was wohl hätte vermieden werden können, 
Der erste Stock erstreckt sich nur über den Mittelflügel und ist die Aufeinanderfolge der Räume eine 
Zweckmässige, wenn auch bei den. Eckzimmern der Zugang schwierig ist, 
Der obere Stock hat noch geringere Grundfläche und wäre desshalb die Fortsetzung der kleinen Treppe 
genügend gewesen. Die Grundrisse der Pavillons sind annehmbar, obwohl bei den kleineren die Treppen nicht be- 
friedigen, bei den grösseren dieselben den Zusammenhang der Zimmer hindern. 
Als Aufriss ist derjenige der Rück- oder Anfahrtseite gegeben, der einen sehr befriedigenden Eindruck 
macht, es wäre nur ein besserer Anschluss des in guten Maassen gehaltenen bedeckten Ganges an den Speisesaal 
wünschenswerth gewesen. Auch der Aufriss der Nebenseite würde befriedigend wirken, jedoch ist die unverhältniss- 
mässige Grösse des Treppenhausfensters etwas befremdend, und hätten auch die Arkaden der Spielzimmer hinter 
der Ballsaalnische eine Einschränkung erfahren dürfen. 
Der Durchschnitt, senkrecht auf die Vorderfagade genommen, wäre, abgesehen von der Niveaudifferenz, 
ganz befriedigend, doch zeigt er noch weiter, dass durch die Dächer des Tanzsaals und des Theaters viel Aussicht 
verloren geht und auch durch die Oberlichter die Benützung der grossen Terrasse verkümmert wird. 
Die Perspective gibt die Ansicht der Seeseite und zeigt, dass die grossen Arkaden von Ballsaal und Theater 
alles übrige, namentlich die Wohnräume des ersten Stockes, klein erscheinen lassen. Im Uebrigen aber gábe das 
Ganze eine malerische Gesammtgruppe. 
Der Hafen mit seinen beiden Nebengebüudehen wirkt nicht geschlossen genug, und sind letztere im Ver- 
gleich zu der reichen Art des Hauptbaues und der Pavillons gar zu bescheiden ausgefallen. Die im See vor dem 
Hafen errichtete Gloriette ist ausnehmend schlank und dürfte für hohen Seegang krüftiger über das Wasser herauf- 
gerückt sein. 
Begleitschrift: Diese ist sehr kurz und gewährt nur die einfache Beschreibung des aus den Zeichnungen 
Ersichtlichen.“ 
9, Entwurf mit dem Motto: „Seeufer am Abend“, 
„Die Gesammtanlage ist so getroffen, dass dicht vor der Vorderfront des Hauptgebäudes sich der Ver- 
bindungsgang, parallel mit dem Seeufer, hinzieht, der die Fremden-Pavillons mit einander verbindet, die in einer 
geraden Linie stehen, und zwar die grósseren an den Enden, die kleineren nach der Mitte zu dazwischen. 
Die Anfahrt befindet sich zwischen dem Verbindungsgang und der Vorderfaçade in der Tiefenaxe des Ge- 
bäudes, das die Grundform des lateinischen T hat. Ausserdem setzt sich aber noch rechts ein Flügel rückwärts an, der 
 
	        

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