Full text: Jahres-Bericht des Königlichen Polytechnikums zu Stuttgart für das Studienjahr 1883-1884 (1883)

  
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als der in A. Nach welcher Zeit, von diesem Augenblick an gemessen, werden die Wasserspiegel in den beiden Be- 
hältern in derselben Höhe angelangt sein? 
3) Eine eingeleisige Brücke von 10 m Spannweite und 1,9 T. in Eigengewicht per laufenden Meter wird von 
Lokomotiven der skizzirten Anordnung befahren. Die beiden Hauptträger sind einfache vollwandige Balkenträger. 
Es sollen unter Voraussetzung direkt auf letztere wirkender Lasten die beim Befahren entstehenden Maximalmomente 
und positiven wie negativen Maximalschubkräfte für in Abständen von 1m aufeinanderfolgende Querschnitte soweit 
berechnet werden, dass die Kurven jener Grössen verzeichnet werden können. Ausser diesen werden die Curven der- 
jenigen gleichmässig vertheilten Lasten von Z pro laufenden Meter verlangt, welche die gleichen max M und die 
gleichen positiven und negativen max V wie die Locomotivbelastung erzeugen. Auch die Grenzwerthe der Stützen- 
reaktion und das absolut grösste vorkommende Moment, sind anzugeben. 
4) Es ist nachzuweisen, dass das in Figur skizzirte Fachwerk doppelten Systems mit schiefem Auflager 
statisch bestimmt stabil ist. Sodann sind sämmtliche von der angedeuteten Radbelastung herrührenden Stabkräfte 
und Stützenreaktionen zu berechnen. Schliesslich ist anzugeben, welche Aenderungen der Stabkräfte und Reaktionen 
entstehen, wenn anstatt der schiefen Auflagerung eine horizontale angenommen wird. 
III. Hochbaukonstruktionen. 
1) Ueber einem Raum von 10,25 m Länge, 8,0 m Breite und 5,0 m Hóhe, der von einer 11), Stein starken 
Backsteinmauer umgeben ist, liegen zwei Zimmer von je 8,0 m Linge und 5,0 m Breite, getrennt durch eine 3,40 m 
hohe, einen Stein starke Backsteinmauer. Fiir die Unterstiitzung dieser Scheidemauer, sowie der Holzbalkenlage sind 
2.Walzeisentrüger anzunehmen, die in der Mitte durch eine gusseiserne Säule gestützt werden. Unter Voraussetzung 
der gebrüuchlichen Entfernung der Holzbalken und unter Annahme der gewóhnlich berechneten Wohnhausfussboden- 
belastung sind zu bestimmen die Querschnitte der Holzbalken, der Eisentrüger und der Säule. Die Auflagerung der 
Träger auf der Säule ist in Vorder- und Seitenansicht zu zeichnen im Maassstab 1:10, und dabei der Durchschnitt 
der Holzbalkendecke mit Verputz, Balkenfachausfüllung und Holzfussboden einzubeziehen; ferner ist die Auflagerung 
auf der Umfassungsmauer zu beschreiben oder darzustellen. 
Die ganze Rechnung soll aus der Lósung ersichtlich sein. 
2) Die 4 Detaildurchschnitte eines dreiflügeligen Wohnhausfensters gewühnlicher Grósse durch den seit- 
lichen Anschlag, die Schlagleiste, das Losholz und den unteren Anschlag sind in natürlicher Grüsse zu zeichnen. 
3) Die Dachkonstruktion für eine 19,0 m weite Halle ist zu entwerfen. Dachneigung 1:2, Binderweite 
4,40 m, Auflager beiderseits auf Mauern. Es ist freigestellt, eine reine Holzkonstruktion oder eine gemischte Kon- 
struktion aus Holz und Eisen zu wühlen. Zu zeichnen Querdurchsehnitt und Längenschnitt für zwei Binderfelder 
in 1:50 und die wichtigeren Knotenpunkte in 1: 10, 
IV. Ingenieurkonstruktionen. 
1) Entwurf zum Eisenoberbau einer Parallelfachwerksbrücke mit einer Oeffnung von 50 m 
Stützweite und aus Holzdielen bestehender Bahn oben, fiir eine Strasse mit 4 m breiter Fahrbahn und je 1,5 m 
breiten Trottoirs. 
Verlangt wird: 
à) die halbe, Ansicht, der Querschnitt und der halbe Grundriss im Maassstab 1:100, nur schematisch, 
mit einfachen Linien ; 
b) die Berechnung und Darstellung im Maassstab 1:10 der Querschnitte der oberen Gurtung in der 
Brückenmitte, des Endständers und der Enddiagonale eines Hauptträgers ; 
c) die Darstellung des oberen Knotenpunkts am Ende, mit Angabe der Vernietung. Maassstab 1:10. 
Die wichtigsten Maasse sind einzuschreiben. 
2) Zur vorigen Aufgabe wird weiter verlangt: 
a) der Querschnitt des Ortpfeilers nach der Brückenachse im Maassstab 1:50, wobei vorauszusetzen: 
Bahnhöhe über dem Terrain = 15 m; Felsgrund 2 m unter demselben; 
b) die Bestimmung der grössten Druckspannung in der Bodenfuge, wobei die spezifischen 
  
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