Full text: Jahres-Bericht des Königlichen Polytechnikums zu Stuttgart für das Studienjahr 1885-86 (1885)

  
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gelegenheiten, Abteilung für die Verkehrsanstalten, erfolgte Entschliessung des K. Kultministeriums 
vom 21. Juli 1886 von dem Lehrauftrag für Eisenbahnkunde bei dem genannten Kurse entbunden 
worden. 
Neue Lehrauftrüge wurden am 17. Juni 1886 mit Wirkung vom 1. Oktober 1886 ab 
erteilt: dem Assistenten für praktische Geometrie, Wallersteiner, für Trigonometrie und dem Re- 
petenten fiir hohere Analysis und reine Mechanik, Dr. Cranz, für niedere Analysis. 
Der Turnlehrer Weychardt ist seinem Ansuchen gemäss auf 81. Dezember 1885 von dem 
Turnunterricht am Polytechnikum entbunden und dieser Unterricht vom 1. Januar 1886 ab dem 
Turnlehrer an der mit dem Eberhard-Ludwigs-Gymnasium verbundenen Musterturnanstalt, Gussmann, 
übertragen worden. 
Am Laboratorium für synthetische und organische Chemie trat der zweite Assistent, 
Dr. Schwalb, mit dem 30. September 1885 aus und wurde durch den frühern Assistenten, 
Dr. Dieterle, ersetzt. Dem Assistenten für praktische Geometrie, Kuhn, ist die auf 28. Februar 
1886 erbetene Dienstentlassung erteilt und auf die hiedurch erledigte Stelle vom 1. Mürz 1886 ab 
der Regierungsbaumeister Wallersteiner beim Eisenbahubauamt Schiltach ernaunt worden. Dem 
Repetenten und Assistenten für Physik, Dr. Nebel, war für die Dauer des Wintersemesters 1885/86 
auch die Assistenz bei den elektrotechnischeu Übungen an zwei Nachmittagen in der Woche übertragen. 
Von den Privatdozenten der Anstalt haben auf die venia legendi verzichtet: 
Sprachlehrer Metzger, für englische Sprache und Litteratur, am 14. November 1885 und 
Spraehlehrer Seheek, für alt- und neufranzósische Sprache und Litteratur, am 31. Dez. 1885; 
erloschen ist durch zweijihrigen Nichtgebrauch die Berechtigung des Dr. Urech, Privat- 
dozenten für Chemie; 
beurlaubt wurde für die Zeit vom 1. März 1886 bis zum 30. September 1887 der Privat- 
dozent für Polygonometrie und für Trigonometrie, Kuhn; 
mit Genehmigung des K. Kultministeriums haben für das Schuljahr 1885/86 ihre Lehr- 
thätigkeit ausgesetzt: 
Dr. Häussermann, Privatdozent für Chemie, wegen vorübergehender Abwesenheit von Stutt- 
gart und 
Professor Stieler, Privatdozent für Architekturmalen, aus Gesundheitsrücksichten. 
An der Kunstgewerbeschule, für welche eine neue Organisation im Sinne ihrer Ab- 
trennung vom Polytechnikum geplant ist, hatten vom 1. Oktober 1885 ab zu ihrem bisherigen 
Unterricht zu übernehmen: Professor Reinhardt 2 weitere wöchentliche Stunden für Stilkunde, 
Professor Gross erweiterten Unterricht im Porzellan- und Majolikamalen und Bildhauer Goll den 
jetzt vom Figurenmodellieren getrennten Unterricht im Ornamentenmodellieren. Mit Genehmigung 
des K. Kultministeriums vom 26. November 1885 wurde sodann an der Kunstgewerbeschule ein 
besonderer Unterricht im Zeichnen nach dem lebenden Modell eingeführt und derselbe mit 10 wóchent- 
lichen. Abendstunden im Winter und 8 wóchentlichen Frühstunden im Sommer dem Professor Kolb 
übertragen, wogegen die von demselben bis dahin bekleidete Funktion eines Bibliothekars der 
Kunstgewerbeschule auf den Architekten Kraft übergieng. Dem Ciselirlehrer Professor Mayer, 
weleher einem Rufe an die Kunstgewerbeschule in Karlsruhe folgte, wurde die auf 1. Mai 1886 
nachgesuchte Dienstentlassung bewilligt und zu seinem Nachfolger am 11. Mai 1886 der Ciseleur 
Paul Christaller von Schorndorf, zunächst in provisorischer Weise, ernannt. 
 
	        

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