Volltext: Jahres-Bericht des Königlichen Polytechnikums zu Stuttgart für das Studienjahr 1885-86 (1885)

  
82. 
Die Eingaben werden von der Direktion dem Vorstand der Maschineningenieur-Fachschule übergeben, welcher 
eine Äusserung des Fachschulkollegiums über die Zulassung der Kandidaten und Vorschläge über die Zusammen- 
setzung der Prüfungskommission seitens der Fachschule herbeiführt und der Direktion vorlegt. Über die Zusammen- 
setzung der Kommission beschliesst der Lehrerkonvent. Die Prüfungskommission setzt die Zeiteinteilung für die 
Prüfung fest. 
$ 3. 
Die Referenten stellen in Gemeinschaft mit den Korreferenten die schriftlichen Fragen und Aufgaben in 
den ihnen zugewiesenen Fächern fest, 
$ 4. 
Die schriftliche: beziehungsweise graphische Prüfung wird mit allen zu einer Prüfung vorgeladenen Kandi- 
daten zugleich vorgenommen. 
Sie soll 9 Tage, bei der Fachprüfung für Ingenieure der Elektrotechnik 10 Tage, mit in der Regel 8 Ar- 
beitsstunden in Anspruch nehmen und zwar je einen halben Tag für Praktische Geometrie, Mechanische Wärme- 
theorie, Chemische Technologie und Dampfkessel, je einen Tag für Elastizitätslehre, Baukonstruktionslehre und Bau- 
materialienkunde , Mechanische Technologie und Werkzeugmaschinen, Eisenbahnoberbau und Bau eiserner Brücken, 
und drei Tage für Motoren und Transportmaschinen. 
Für Ingenieure der Elektrotechnik tritt an die Stelle des Prüfungsfachs ,Eisenbahnbau, Bau eiserner 
Brücken und sonstiger Eisenkonstruktionen* das Fach der speziellen Elektrotechnik mit 2 Tagen schriftlicher Prüfung. 
Hinsichtlich des Masses der Anforderungen bei der Prüfung ist der Umfang bestimmend, in welchem die 
einzelnen Prüfungsgegenstände am Polytechnikum, gemäss dem Studienplane der Maschinen- Ingenieurfachschule, be- 
handelt werden. 
$ 5. 
Die Fragen und Aufgaben für die schriftliche Prüfung werden je für einen halben Tag unmittelbar vor 
dem Beginn dieses Prüfungsabschnittes von dem Referenten oder im Falle der Verhinderung desselben von dem 
Korreferenten oder dem Kustos den versammelten Kandidaten eröffnet und von letzteren sofort unter Aufsicht des 
Kustoden bearbeitet. 
^ 
$ 6. 
Die schriftlichen Arbeiten und Zeichnungen sind am Schlusse eines jeden halben Tages von jedem Kandi- 
daten, mit seiner Namensunterschrift versehen, dem Kustos zu übergeben und von diesem, nach vorgängiger Beur- 
kundung der Zeit der Übergabe auf jeder Arbeit, sofort verschlossen dem betreffenden Referenten zuzustellen. 
Die nach Ablauf eines halben Tages noch unvollendeten Arbeiten sind in diesem unvollendeten Zustand 
abzugeben. 
Nach der Übergabe einer Ausarbeitung an den Kustos darf eine Anderung oder ein Beisatz nicht mehr 
gemacht werden. 
$7. 
Vor erfolgter Abgabe seiner schriftlichen Arbeiten darf kein Kandidat das Prüfungszimmer verlassen, oder 
mit irgend einem Dritten ohne Vermittlung des Kustos in mündlichen oder schriftlichen Verkehr treten. 
Nur in dringenden Fällen kann ein Austritt der Kandidaten unter angemessener Kontrole gestattet werden. 
§ 8. 
Das in $ 7 erwähnte Verbot und die nach Massgabe des $ 7 des Statuts für die Diplomprüfungen bezüglich 
der erlaubten Hilfsmittel getroffene Bestimmung , sowie das Verbot der Kollusion zwischen den Examinanden ist den 
versammelten Kandidaten unmittelbar vor dem Beginn der schriftlichen Prüfung mittelst Verlesung des $ 7 des 
Statuts durch den Kustos besonders einzuschürfen. 
& 9. 
Wahrnehmungen von Übertretungen der oben in §§ 7 und 8 erwähnten Verbote hat der Kustos unter 
Wegnahme vorgefundener Hilfsmittel unverweilt dem Priifungsvorstande anzuzeigen, worauf sofort von der Priifungskom- 
mission nach Befund der Umstände über die Ausschliessung der betreffenden Kandidaten Beschluss zu fassen und 
dieser unter Anführung des Sachverhalts in das Protokoll über die Prüfung aufzunehmen ist. 
 
	        

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