Volltext: Jahres-Bericht des Königlichen Polytechnikums zu Stuttgart für das Studienjahr 1887-88 (1887)

  
Dem Lehrer der Natonalökonomie, Handelskammersekretär Dr. Huber ist vermöge Höchster 
Entschliessung Seiner Königlichen Majestät vom 3.. März 1888 der Titel eines Professors mit dem 
Rang auf der VIII. Stufe der Rangordnung gnädigst verliehen worden. 
Durch hohe Entschliessung des K. Kultministeriums vom 22. Mürz 1888 wurde Professor 
Kolb an der Kunstgewerbeschule von dem ihm für das Studienjahr vom Herbst 1887/88 erteilten 
Lehrauftrag für Aquarellmalen vom 1. April 1888 ab auf sein Ansuchen enthoben. Der Unterricht 
in diesem Fach wird jetzt durch den Hauptlehrer für Freihandzeichnen und Aquarellieren gegeben. 
Dem Gesuch des Professors Seubert an der K. Kunstgewerbeschule um Enthebung von 
seinem Lehrauftrag für Schattenkonstruktionen und Perspektive hat das K. Kultministerium durch 
Verfügung vom 13. Juni 1888 auf 1. Oktober 1888 entsprochen. 
Ein herber Verlust traf das Polytechnikum mit dem frühen Tod des Verwaltungsbeamten 
Sippel. Derselbe, am 20. Juli 1865 in die Dienste der Anstalt eingetreten, wurde am 21. Juni 
1870 provisorisch und am 8. März 1871 definitiv zum Verwaltungsbeamten ernannt, erhielt am 
3. Januar 1887 Sitz und Stimme im Lehrerkonvent und wurde am 3. März 1887 durch Verleihung 
des Titels und Ranges eines Regierungsassessors ausgezeichnet. Nachdem er sich bereits seit Anfang 
des Jahres 1887 in immer stärkerem Masse angegriffen gefühlt hatte, erkrankte er am 10. Oktober 
schwer und starb am 20. Januar 1888 im Alter von nicht ganz 47 Jahren. Mit seltener Pünkt- 
lichkeit und Gewissenhaftigkeit waltete er seines Amtes, nichts war ihm lieber als die Arbeit für 
die Anstalt, mit der er herangewachsen. Stets freundlich und bereitwillig zu Hilfeleistung Lehrern 
und Studierenden gegenüber, wurde er mit feinem Gefühle den eigentümlichen Schwierigkeiten seiner 
Stellung gerecht. Seine Thätigkeit und seine treue Pflichterfüllung fand von allen Seiten die wohl- 
verdiente Anerkennung. 
Die Einstellung eines Ersatzbeamten für den erkrankten Regierungsassessor Sippel fand nicht 
statt. Die Geschäfte wurden von dem Direktor und dem Verwaltungsassistenten Grossmann erledigt, 
welch’ letzterer durch Verfügung des K. Kultministeriums vom 28. Oktober 1888 speziell mit der 
Stellvertretung des Kassen- und Rechnungswesens beauftragt wurde. 
Vermóge hoher Entschliessung des K. Kultministeriums vom 13. Februar 1888 erfolgte die 
Bestellung des Verwaltungsassistenten Grossmann zum Verwaltungsbeamten des Polytechnikurns, 
zunüchst in provisorischer Weise. 
Die Stelle des Verwaltungsassistenten ist vorläufig noch nicht besetzt. Zur Aushilfe bei 
dem Kanzleidienst wird mit Genehmigung des K. Kultministeriums vom 27. April 1888 der 
Notariatskandidat Gustav Pantle von Oberstenfeld, OA. Marbach, verwendet. 
Bei dem Unterrichtskurse fiir die Kandidaten des hoheren Eisenbahn-, Post- und 
Telegraphendienstes hat der meue Dozent für Privatrecht und Civilprozess, Strafrecht und Straf- 
verfahren, Landrichter Dr. Elsüsser, am 15. Oktober 1888 seine Antrittsvorlesung gehalten. Dem 
Dozenten für Eisenbahnkunde L, Oberinspektor Sehmoller, wurde .durch Hóchste Entschliessung 
Seiner Königlichen Majestät vom 3. März 1888 der Titel und Rang eines Baurats gnädigst ver- 
liehen. Nach Rücksprache und im Einverständnisse mit dem K. Ministerium der auswärtigen An- 
gelegenheiten, Abteilung für die Verkehrsanstalten, hat das K. Kultministerium am 3. Juli 1888 
der Bitte des Finanzrats Zluhan um Enthebung von dem Lehrauftrag für Post- und Telegraphen- 
kunde auf den Beginn des nüchsten Wintersemesters entsprochen und am 25. Juli 1888 diesen Lehr- 
auftrag dem Postassessor Hartter, Kollegialmitglied bei der K. Generaldirektion der Posten und 
Telegraphen, ab 1. Oktober 1888 erteilt. 
 
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.