Full text: Jahres-Bericht der Königlich Technischen Hochschule zu Stuttgart für das Studienjahr 1890/91 (1890)

  
dagegen wurde ein Lehrauftrag für „Repetitionen in niederer Mathematik“ entsprechend den 
Bedürfnissen der Lehramtskandidaten mit 2 Wochenstunden durchs ganze Jahr versuchsweise 
neu erteilt. 
Den Studierenden der Pharmazie wie den Zuhörern der Experimentalchemie ist das Recht 
zur Teilnahme an den für sie nützlichen Exkursionen in chemische Fabriken verliehen 
worden, 
Infolge Entgegenkommens des Württ, Dampfkesselrevisionsvereins ist denjenigen 
Studierenden des Maschineningenieurwesens, welche sieh an umfassenden Untersuchungen 
und Prüfungen von Dampfmaschinen, sowie an der Ermittlung der Leistungsfühigkeit 
von Dampfkesseln, insbesondere zur Zeit der grossen Ferien, beteiligen wollen, Gelegenheit ge- 
boten, in geeigneten Füllen bei solehen Untersuchungen unter Leitung der Ingenieure jenes Vereins 
mitzuwirken. 
Am Unterrichtskurs für die Kandidaten des hóheren Eisenbahn-, Post- und Tele- 
graphendienstes wurde das Fach der ,Telegraphenteehnik* mit vorlàufig 2 Wochenstunden 
im Winter und 1 Wochenstunde im Sommer als weiterer und zwar obligatorischer Lehrgegenstand 
in den Studienplan der Kandidaten des hóheren Post- und Telegraphendienstes aufgenommen und 
ausserdem der Besuch der Vorlesungen über „Allgemeine Elektrotechnik“ für diese Kandidaten 
als obligatorisch erklärt. 
Dem Hilfslehrer Dr. med. Albert Zeller wurde auf Ansuchen zunächst für das Sommer- 
semester 1891 zur Abhaltung eines Unterrichtskurses für Damen über die erste Hilfe- 
leistung bei Unglücksfällen seitens der Technischen Hochschule ein Saal zur Verfügung gestellt. 
Das Rechnungsergebnis der Krankenkasse der Studierenden der Technischen 
Hochschule vom 1. April 1890/91 stellt sich wie folgt: Die Einnahmen an Beiträgen der Stu- 
dierenden betrugen 2308 Æ, an Zinsen aus Kapitalien und Restmitteln fielen 86 Æ 57 A) an; 
dagegen bezahlte die Kasse für 16 Studierende mit 199 Verpflegungstagen 944 A 68 ,9, Verpflegungs- 
gelder, ausserdem für ambulatorisch behandelte Studierende in 468 Fällen die amtliche Taxe mit 
364 #4 40 ~ und die verordneten Medikamente mit 212 Æ 48 5. Auf 31. Marz 1891 ist ein 
Reservefonds von 2427 Æ 93 ~ vorhanden, wovon 1500 Æ in 4proz. Württemb. Staatsobligationen 
und 853 A 27 ~ bei der Kgl. Hofbank in Stuttgart verzinslich angelegt sind. 
Lehrmittel 
An grosseren Lehrmittelanschaffungen sind aus dem letzten Jahre zu erwähnen: 
1) fir die Bibliothek: das Werk ,Monumentos arquitectonicos de España“. 
2) für das organisch-chemische Laboratorium: ein Mikroskop mit Hilfsapparaten von 
Zeis in Jena. 
3) fir die zoologisch-hygieinische Sammlung: 2 kleinere Mikroskope von Kellner in 
Wetzlar und Amend in Berlin; 1 Bakterienmikroskop von Seibert in Wetzlar; 2 Olim- 
mersionslinsen von Schick in Berlin. 
4) fir die Sammlung fir Maschinenelemente, Eisenbahnfahrzeuge ete.: eine Schnecken- 
winde mit Drahtseiltrommel. 
 
	        

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