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Ihrer stratigraphischen Lage nach gehört die Oolithbank in
den oberen Nodosus-Horizont (s. S. 71 und 77). Sie wurde von
WaGNER (s. Beiträge ... S. 53. Jena 1913) auch im nördlichen
Württemberg nachgewiesen und wegen ihrer Sphärocodienführung
von ihm als unterer Sphärocodienhorizont bezeichnet.
Thr Abstand von den Cycloides-Bänken beträgt bei Reusten
(Profil 2) 10—11 m, bei Hüfingen ca. 10 m. Eine Verwechslung
mit höheren oder tieferen Lumachellenbänken ist durch die oolithische
Struktur und Härte erschwert. Unter ihr folgen im Norden unseres
Gebietes die typischen dünnen Nodosus-Plattenkalke mit wenigen
Lumachellenbänken. Die Verfolgung dieser Plattenkalke nach Süden
führte zu bemerkenswerten Resultaten über
die Stratigraphie der Oolithyorkommen im Haupt-
muschelkalk des südlichen Badens, ,
die im folgenden mitgeteilt werden sollen. Je weiter man nämlich
nach Süden kommt, desto mehr findet man die im Norden gewöhnlich
leeren Nodosus-Plattenkalke seitlich durch muschelreiche Bänke ver-
treten.
Ein Auskeilen der leeren Platten etwa zwischen höheren und
tieferen muschelreichen Bänken findet nicht statt, denn der Abstand
zwischen der Oolithleitbank und den Cycloides-Bänken ist, wie die
Profile 2 und 6 zeigen, derselbe geblieben. Auch diese Lumachellen-
bänke zeigen häufig, ganz im Süden immer, deutliche Oolithstruktur
und starke Verkieselung. Ein Handstück aus einer der Bänke im
Bruch oberhalb der Mühle bei Dauchingen ergab mit verdünnter
Salzsäure behandelt ein deutliches Kieselgerüst. Auffallend gestalten
sich diese Bänke zum erstenmal bei Hüfingen. Man steht dort in
dem Bruch in den Anlagen wenige Meter über den Cycloides-Bänken,
die selbst oolithische Struktur zeigen, plötzlich vor einer 1'/,m
mächtigen Oolithbank (ScHaLcH’s Hauptoolithbank), die weiter nördlich
in diesem Niveau nirgends zu finden ist. Terebratula vulgaris var.
cycloides ist in den dortigen Cycloides-Bänken durch eine größere
Form, die keinen Cycloides-Charakter trägt, vertreten. Leider sind
die untersten Schichten des: Nodosus-Aufschlusses an der Straße
Marbach— Dürrheim (Profil 5), die bei der Aufnahme von ScHALcH’s
Profil anscheinend noch offen waren, zurzeit verschüttet. Es war
daher nicht möglich, dort den Übergang vom Rottweiler Profil (4b)
ins Hüfinger (6) festzustellen. Jedoch gelang es unter Zuhilfenahme
der etwas weiter nördlich gelegenen Aufschlüsse bei der Dauchinger