Full text: Jahres-Bericht der Königlichen Technischen Hochschule in Stuttgart für das Studienjahr 1899/1900 (1899)

  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
Berlin, 3. März. 
Herrn Rektor der Technischen Hochschule. 
Se. Maj. der Kaiser und Kónig lassen Ew. ........... ersuchen, der Studentenschaft der dor- 
tigen Technischen Hochschule allerhóchst ihren Dank auszusprechen für den allerhöchst ihnen anlässlich 
der Feier der Verleihung des Promotionsrechts gewidmeten Huldigungsgruss. 
Auf allerhöchsten Befehl 
v. Lucanus, Geh. Kabinetsrat. 
Die bleibende Bedeutung, welche der Verleihung des Promotionsrechts an die Technische 
Hochschule zukommt, gab dem Senat der Hochschule den Wunsch ein, auch den Dank an Seine 
Königliche Majestät in bleibender Form darzubringen. In der Senatssitzung vom 7. März 1900 
wurde eine Adresse beschlossen, deren künstlerische Ausschmückung Professor Halmhuber übernahm. 
Die Adresse hat folgenden Wortlaut: 
Allerdurchlauchtigster Grossmächtigster König, 
Allergnüdigster Kónig und Herr! 
Als Eure Königliche Majestät den Thron Allerhöchstihrer Ahnen bestiegen, da konnte die 
Technische Hochschule in einer Adresse die Zuversicht aussprechen, dass Eure Majestät mit erhabenem 
Blicke auch über ihrem Wohle wachen und ihr diejenige Huld und Gnade gewähren würden, welche 
zur Erfüllung der ihr durch die Kultur unsrer Zeit und das Wohl unsres Landes auferlegten Aufgaben 
unerlässlich ‘sind. Von dieser Königlichen Fürsorge durfte die Hochschule seither zahlreiche Beweise 
erfahren, den erhebendsten am letzten Geburtsfeste Eurer Königlichen Majestät. 
Eure Majestät hatten die Gnade, der Technischen Hochschule das Recht zur Erteilung aka- 
demischer Grade zu verleihen. Durch dieses Königliche Geschenk, welchem an Bedeutung keine andere 
Errungenschaft der Hochschule gleichkommt, wird "der Namen Eurer Majestüt in der Geschichte unsrer 
Hochschule für alle Zeiten die glinzendste Stelle einnehmen. Wir nahen uns dem Throne Eurer Maje- 
stüt, um als berufene Vertreter der Hochschule unsren ehrfurchtsvollen, von Herzen kommenden Dank 
dafür auszusprechen. 
Durch die Entschliessung Eurer Königlichen Majestät ist die erste grosse Entwicklungsperiode 
der Technischen Hochschule nach Jahrzehnte langer Arbeit zum Abschluss gelangt. Sie musste darauf 
gerichtet sein, den technischen Wissenschaften die ihrer Bedeutung in der Gegenwart entsprechende 
Gleichstellung mit den ülteren Fakultütswissenschaften zu erringen. "Aber auch für das ganze Land ist 
die huldreiche Entscheidung Eurer Majestüt von weittragender Bedeutung; denn die Technischen Hoch- 
schulen können den immer wachsenden Anforderungen, "welehe Kunst und Wissenschaft, das nationale 
und soziale Leben an sie stellen, nur dann auf die Dauer gerecht werden, wenn ihr stets die leistungs- 
fühigste akademische Jugend zugeführt wird. 
Wir sind uns bewusst, "dass das neue Recht auch neue Pflichten mit sich bringt. Wir geloben, 
dasselbe so auszuüben, wie es der Würde der Wissenschaft, dem Wohle des Landes und dem Ansehen 
der Hochschule entspricht. Vor allem aber soll es unsere stete Sorge sein, Eurer Majestüt für die grossen 
Aufgaben der Zeit leistungsfähige und zuverlässige Männer heranzubildea. Mit Stolz wird unsere aka- 
demische Jugend den hohen Anforderungen gerecht werden, welche an sie gestellt werden müssen, und 
sich dureh treue Pflichterfüllung und ernste Arbeit des Vertrauens Eurer Majestät würdig erweisen, 
Alle Angehörigen der Hochschule aber vereinigen sich auch bei diesem Anlasse in dem heissen 
Wunsche: Gott schütze, Gott erhalte dem Lande noch lange Eure Königliche Majestät! 
In tiefster Ehrfurcht 
Stuttgart, den 7. März 1900. 
Eurer Königlichen Majestät 
allerunterthänigste treugehorsamste 
Rektor und Senat der Technischen Hochschule, 
(Unterschriften.) 
Bezüglieh der künstlerischen Ausschmückung der Adresse ist Folgendes zu bemerken: 
Die Adresse besteht aus einer Ledermappe von 45 x60 cm und dem auf Pergament in Gold 
und Farben gemalten dreiseitigen Dankschreiben. 
  
  
  
 
	        

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