Full text: Jahres-Bericht der Königlichen Technischen Hochschule in Stuttgart für das Studienjahr 1899/1900 (1899)

  
  
bei Rektor und Senat zu beantragen ist. Der Senat fasst in seiner nächsten Sitzung über den Antrag 
des Abteilungskollegiums Beschluss. 
S7. 
Der Beschluss des Senats wird dem Bewerber durch den Rektor mitgeteilt. Das Doktor- 
Ingenieur-Diplom wird ihm jedoch erst ausgehündigt, nachdem er 200 Abdrücke der als Dissertation 
anerkannten Schrift eingereicht hat. Vor der Aushündigung des Diploms hat er nicht das Recht, sich 
Doktor-Ingenieur zu nennen. 
Die eingereichten Abdrücke müssen ein besonderes Titelblatt tragen, auf dem die Abhandlung 
unter Nennung der Namen des Referenten und des Korreferenten ausdrücklich bezeichnet ist als: von 
der Technischen Hochschule zu Stuttgart zur Erlangung der Würde eines Doktor-Ingenieurs genehmigte 
Dissertation. 
§ 8. 
Das Doktor-Ingenieur-Diplom nach dem in Anlage I enthaltenen Muster wird im Namen von 
Rektor und Senat ausgestellt und von dem Rektor eigenhändig unterzeichnet. Ein Abdruck des Diploms 
wird 14 Tage lang am schwarzen Brett des Senats ausgehängt. 
Die erfolgten Promotionen werden im Staatsanzeiger für Württemberg bekannt gegeben und 
nach Massgabe des in der Anlage II enthaltenen Musters halbjährlich im Reichsanzeiger veröffentlicht. 
8 9. 
Die Hälfte der Prüfungsgebühr wird nach Abzug der erw: achsenen süchlichen Kosten (z. B. der 
aus 8 8 Abs. 1 erwachsenen Auslagen, der Vergütungen für Bureauarbeiten und sonstige Dienstleistungen) 
zu einer Kasse für allgemeine Zwecke der ‘Hochschule (z. B. Hilfskassen, studentische Krankenkasse, 
Unterstützung von Studienveróffentlichungen und sonstigen wissenschaftlichen Arbeiten von Studierenden, 
Ehrenausgaben u. s. w.), welche zur Verfügung des Senates steht, vereinnahmt. Die andere Hälfte der 
Gebühr wird unter die Mitglieder der Priifungskommission nach einer vom Senat zu erlassenden all- 
gemeinen Anordnung verteilt. 
8 10. 
Bedürftigen und besonders würdigen Bewerbern kann der zweite Teilbetrag (S 4 letzter Absatz) 
der Pr üfungsgebühr auf Vorschlag der Abteilung vom Senat erlassen werden. 
§ 11. 
Von dem Nichtbestehen der Prüfung oder von der Abweisung eines Bewerbers ist sämtlichen 
Deutschen Technischen Hochschulen vertraulich Mitteilung zu machen. 
Eine abermalige Bewerbung ist nur einmal und nicht vor Ablauf eines Jahres zulässig. Dies 
gilt auch, wenn die erste erfolglose "Bew erbung an einer anderen Hochschule stattgefunden hat. 
War die erste Bewerbung an der nämlichen Hochschule erfolgt, und war bei derselben die 
Dissertation angenommen worden, "aber die mündliche Prüfung ungünstig ausgefallen, so ist nur die 
letztere zu wiederholen und nur der zweite Teilbetrag der Prüfungsgebühr nochmals zu entrichten. 
8 12. 
In Anerkennung hervorragender Verdienste um die Förderung der technischen W issenschaften 
kann auf einstimmigen Antrag einer Abteilung durch Beschluss von Rektor und Senat unter Benach- 
richtigung der übrigen Deutschen Tec hnischen Hochschulen die Würde eines Doktor-Ingenieurs Ehren 
halber als seltene Auszeichnung verliehen werden. 
Stuttgart, den 7. August 1900. 
Weizsücker. 
  
  
  
  
  
 
	        

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