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für Schaffleisch ca. 20 Pfennig und für Schweinefleisch ca. 25 Pfennig.
Der relativ niedrige Preis des Rindfleisches hängt damit zusammen,
daß sowohl die buddhistische als die konfucianische Lehre den Genuß
von Rindfleisch verbietet. Umgekehrt genießen allerdings die in
China sehr verbreiteten Muhamedaner kein Schweinefleisch.
Auch Wild ist billig, ich habe auf Reisen im Innern für einen
Fasanen etwa 60 Pfennig, für Sandhühner 25 Pfennig bezahlt
— ebensoviel zahlt man in der Regel für Schnepfen; für einen
Hasen etwa 50 Pfennig. Auch Geflügel ist nicht teuer, ein großes
Huhn kostet etwa 20 Pfennig; Eier, die der Chinese selbst gerne
ißt, sind relativ teurer, etwa 1,5 Pfennig: ich habe zwar im Innern
auch Eier das Stück zu einem halben Pfennig gekauft.
Fleisch ist indes nicht das Hauptnahrungsmittel, sondern Hülsenfrüchte
— im südlichen und mittleren China vorwiegend Reis. Im
Norden wird der Reis für den gewöhnlichen Mann zu teuer, an
die Stelle von Reis tritt Hirse — „Kao Hang-“ — „das hohe
Getreide", Sorgho. Der Kao Hang, der eine Höhe von 3 bis 5
Meter erreicht, spielt im Norden deshalb eine besondere Rolle, weil
sein sehr dicker Stengel in vielen Gegenden der einzige Brennstoff
ist, den der Chinese zur Verfügung hat. In der großen nordchinesischen
Ebene fehlt es ganz an geschlossenem Wald — der Chinese
heißt allerdings 20 Bäume, die beieinander stehen, schon einen
Wald, — Kohlen kommen nur am Gebirgsrande der Ebene vor,
und der Chinese ist daher gezwungen, sich sein Brennmaterial selbst
auf dem Felde zu ziehen: hiezu eignet sich der Kao Hang vorzüglich.
Wo Kamelkarawanen verkehren, wird auch der Kamelsmist
als Brenninaterial benützt.
Weizen wächst in verschiedenen Provinzen vorzüglich: Shansi,
Chihli, Shantung, Honan und die nördliche Mandschurei, von der
in der letzten Zeit die Rede war, produziert sehr viel Weizen, sie
gilt geradezu für eine Kornkammer, deren Bedeutung aber bei dem
Mangel an Verkehrswegen noch nicht zur Geltung kommt. Das
aus Weizenstroh hergestellte Strohgeflecht bildet einen beträchtlichen
Exportartikel nach Europa, insbesondere Italien, wo Strohhüte daraus
angefertigt werden.
An Gemüsen sind besonders zu erwähnen Kohl und Bohnen,
unsere Kartoffel gedeiht ausgezeichnet in der Mongolei, sonst findet
man viel die süße Kartoffel. In riesigen Mengen werden Melonen
gegessen. Getrocknete eingesalzene Fische bilden eine häufige Zuthat
zum Reis.
Die Lasten werden von den Lastträgern an der Tragstange
über der Schulter getragen. Die Last hängt an beiden Enden des
Stabes, meist in Körben; sie muß natürlich ausbalanciert sein, durch
gleichmäßige Verteilung der Last, oder wenn dies nicht möglich ist,
durch Verschiebung des Stützpunkts auf der Schulter. Letzteres ist
namentlich der Fall, wenn die Last nicht geteilt werden kann und
der Träger zur Erhaltung des Gleichgewichts in den einen Korb
ein totes Gewicht, etwa einen Stein, legen muß — er sucht dann
natürlich das tote Gewicht durch Verlängerung des dazu gehörigen
Hebelsarms zu verkleinern. Häufig kann man auch sehen, daß der
Lastträger zur Ausgleichung in den einen Korb seinen hoffnungsvollen
Sohn setzt, während im andern Korb vielleicht eine Gänsefamilie
oder ein Schwein liegt. Canton ist berühmt durch seine
vorzüglichen Enten: diese Enten werden immer so transportiert,
daß je zwei au den Füßen zusammengebunden werden und das Paar
dann über die Tragstange gelegt wird.
Alle Händler — Obsthändler, Brothändler, Posamentiere —
tragen ihren Kram mit der Tragstange umher. Auch der Barbier
trägt seinen ganzen Barbierladen auf diese Weise mit sich herum.
Vorn an der Tragstange des Barbiers hängen ein paar Messingteller
und darüber ein paar Eiseustäbchen, welche durch die Bewegung
des Gehens an die Teller schlagen, und durch diese charakteristische
Musik der Nachbarschaft die Nähe des Barbierkünstlers anzeigen.
Ich habe auf meinen Reisen im Innern auch wandernde Barbiere
gesehen, welche an der einen Seite der Tragstange ihren Barbierladen,
auf der andern ihr Bett trugen.
Ich habe gerade von den „fliegenden Händlern" gesprochen;
ich will hier beiläufig die große Vorliebe der Chinesen für das
Spielen erwähnen: bei uns kauft man sich vom Händler für 10 Pfg.
Obst, oder um 3 Pfennig eine Bretzel; nicht so in China. Der
Händler hat einen Würfelbecher, in dem lange, unten mit Zeichen
versehene Stäbchen stehen: der Kauflustige setzt eine oder zwei Münzen,
der Becher wird geschüttelt, ein Stäbchen herausgezogen, und je nach
dem Zeichen, welches dasselbe trägt, erhält der Hungrige sein Brot
oder muß er noch ein oder mehrere Male setzen.
Die Tragstange ist entweder Eschenholz oder in der Mitte gespaltener
Bambus, der sich besonders dnrch seine Elastizität und
Zähigkeit dazu eignet.
Die Last ist in mäßigem Durchschnitt 45 bis 50 hg auf weite
Entfernungen.
Wo, wie im mittleren China besonders, sehr weite Strecken von
Lastträgern zurückgelegt tverden, bedienen sich dieselben einer Krücke,
auf welcher sie die Stange beim Halten ausruhen lassen (Honan).
Besonders weite Wege werden von Lastträgern auch im südlichen
China zurückgelegt — was nicht zu Wasser befördert werden
kann, muß der Mensch auf der Schulter tragen - denn Wagen
verkehren dort nicht, die Wege sind nur Fußpfade.
Daß auch im Norden sehr weite Transporte auf diese Weise
stattfinden, zeigte mir ein Beispiel auf einer Reise.
In Kiao-cheng, Provinz Shansi, wird Glas erzeugt, alle
möglichen farbigen Schmuckgegenstände, insbesondere anch eigenartige
Kinderspielzeuge — es sind dies kleine gläserne Trichter mit langem
engem Hals, die Trichter haben aber einen außerordentlich dünnen
Glasboden. Bläst das Kind zum Mundloch des Halses hinein, so
vibriert dieser dünne Glasboden und macht dadurch ein Geräusch.
Natürlich sind diese Gegenstände sehr zerbrechlich und vertragen keinen
andern Transport, als von Menschen getragen zu werden; und trotzdem
werden dieselben von ihrem Ursprungsort ca. 600 km weit
bis Tientsin, und vielleicht noch weitere Entfernungen getragen.
Schwere Lasten werden von zwei Leuten getragen, die Last
hängt dann in der Mitte der Stange und die Enden der letzteren
ruhen auf den Schultern der Träger.
Um das Tempo beim Gehen einzuhalten, stoßen die Träger
singende Laute bei jedem Schritt aus; eigentümlich ist, daß fast alle
Leute denselben musikalischen Ton dabei von sich geben, in Shanghai
singt z. B. der vordere Mann den hohen, der hintere den tiefen
Ton einer Quart.
Schwere Lasten werden ähnlich transportiert; mit Hilfe eines
ganzen Systems von durch Stricke miteinander verbundenen Tragstangen
beteiligen sich oft 10—30 Leute an der Bewegung einer
Last — dies kann man auf Bauplätzen, wo schwere Steine bewegt
werden müssen, sehen. Unwillkürlich fallen einem dabei die bekannten
Zeichnungen von den Pyramidenbauten ein.
Die Beförderung von Erdmassen beim Eisenbahnbau geschieht
ebenso, zwei Leute tragen zusammen an einer Tragstange einen mit
Erde gefüllten Korb oder Sack. In Indien tragen die Kulis zu
diesem Zweck die Körbe auf dem Kopf und es wird erzählt, daß,
als ein Unternehmer daselbst Schubkarren einführen wollte, die Kulis
zuerst die Schubkarren auf den Kopf genommen hätten.
Bei den bis jetzt ausgeführten nordchinesischen Eisenbahnen
geschah bei dem teils wertlosen, teils sehr billigen Grund und Boden
der durchfahrenen Gegenden die Erdverteilung durch Seitenentnahme
und Seitenablagerung, wozu sich ja die dort übliche Art der Erdbewegung
vorzüglich eignet.
Lösen und Ablagern des Bodens kam hiebei pro Kubikmeter
auf etwa 8 Pfennig zu stehen, bei nicht sehr schwerem Lößboden.
Waren tiefe Einschnitte herzustellen, so wurde der obere Teil
des Einschnitts ebenfalls seitlich abgelagert, dann wurde das definitive
Geleise in provisorischer Weise durchgelegt und auf demselben
die gelösten weiteren Erdmassen des Einschnitts mit Normalspurmaschinen
befördert, das Geleise wird dann immer tiefer gelegt, bis
es endlich auf die richtige Planumshöhe kommt. Man ist ja bei
uns von diesem Verfahren im Wesentlichen ganz abgekommen, für
die dortige Gegend mag es eher am Platze sein. In jüngster Zeit
hat man indes auch beim chinesischen Eisenbahnbau angefangen, Erdmassen
auf Schmalspurbahnen zu transportieren, teilweise mit sehr
gutem Erfolg; so kam an einer Stelle ein Kubikmeter Lößboden zu
lösen und auf 500—600 m zu transportieren nur auf 11 Pfennig
zu stehen. Allerdings in einer Gegend, wo kein Arbeitermangel war,
dort wurden die allerdings nicht sehr bedeutenden Erdarbeitern eines