Full text: Deutsche Konkurrenzen (1894, Bd. 3, H. 25/36)

  
  
  
Fünferhaus in Nürnberg.*) 
Aus dem Programm. 
Der zu errichtende Neubau eines städtischen Amtsgebäudes 
soll an Stelle des jetzigen Fünferhauses, sowie der Häuser Fünfer- 
platz Nr. 2 und Obstmarkt Nr. 9 hergestellt werden, 
Als Baulinien dieses Neubaues sollen am Fünferplatze die 
jetzige Baulinie des Fünferhauses, in der Rathausgasse und am Obst- 
markte die in den Lageplan eingezeichneten Linien eingehalten werden. 
Das Erdgeschoss des Neubaues soll so eingerichtet werden, 
dass es ebenso für Läden, wie für Amtszwecke verwendbar ist. 
Für den Neubau sollen im allgemeinen die beiliegenden 
Grundrisse zur Verwendung. kommen; doch sind auch hier unbe- 
deutende Abweichungen, welche den Zweck des Gebäudes nicht be- 
einträchtigen, zulässig. Es ist bei dem Entwurf auch zu berücksich- 
tigen, dass der Bau zunächst auf die oben bezeichneten Gebäude 
beschränkt ist, dass der zu, fertigende Plan jedoch auch auf die 
Häuser Nr. 14 und Nr. ı2 der Rathausgasse ausgedehnt werden 
kann, wenn dieselben einmal im Besitze der Stadt Nürnberg sind, 
ohne dass die äussere architektonische Entwicklung und die innere 
Einrichtung gestört würde. 
Für die Sitzungen der städtischen Kollegien ist ein im zweiten 
und dritten Stock gegen den Fünferplatz liegender Saal, etwa in den 
in den beiliegenden Skizzen eingezeichneten Dimensionen, vorzusehen, 
wobei noch eine ausserhalb des Saales zugängige Galerie für das 
Publikum und die Berichterstatter herzustellen ist. 
Da der Neubau für Amtszwecke wesentlich vorteilhafter und 
bequemer verwendbar ist, wenn derselbe so mit dem Rathaus ver- 
bunden wird, dass man in ihn gelangen kann, ohne die offene Strasse 
überschreiten zu müssen, so erscheint es höchst wünschenswert, dass 
im ersten Stock ein Brückengang über die Rathausgasse hergestellt 
«wird, soferne dies ohne Beeinträchtigung des Gesamteindrucks der 
alten und neuen Rathausgebäulichkeiten geschehen kann. Jedenfalls 
müsste diese Brücke nördlich vom Eingang in den Neubau in der 
Rathausgasse mit Rücksicht auf den gegenüberliegenden grossen Rat- 
haussaal errichtet werden und im alten Rathaus etwa neben dem 
Geschäftszimmer Nr. 130 einmünden. Dieses Zimmer würde durch Ein- 
ziehung einer Wand von dem zur Brücke führenden Gange abgetrennt. 
Der Bau ist in Sandsteinmaterial aufzuführen, der Baustil ist 
der Umgebung anzupassen. Da es sich, besonders in den oberen 
Etagen, um die Anlage von Räumen handelt, in denen viel Licht 
*) Siehe Besprechung in „Konkurrenznachrichten“ Nr. 4, Seite 41,42, 43. 
Weitere Besprechungen dieses Wettbewerbs unter Beigabe von Abbildungen finden 
sich auch im „Centralblatt der Bauverwaltung“ Nr. 11, 1894. 
 
	        

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