Full text: Deutsche Konkurrenzen (1894/95, Bd. 4, H. 37/48)

  
  
  
  
Anwendung und zwar nur für die Strassenfronten finden: Bedingung ist die Anwendung 
von Werksteinen nicht. — Die Erwärmung der Räume in dem Schulgebäude soll 
mittelst Niederdruckdampf heizung erfolgen; mit der Heizung ist eine Lüftungsanlage 
zu verbinden. Das Turnhallengebäude erhält Ofenheizung. — Die Baukosten dürfen 
für das Schulhaus nebst Abortsanlage etc. 235000 Mk., für das Turnhallengebäude 
20000 Mk. nicht überschreiten. Es wird hierzu bestimmt, dass für das Schulgebäude 
für den Kubikmeter umbauten Raumes, gemessen von dem Kellerfussboden bis zum 
obersten Gesimse 15,50 Mk. und für das Turnhallengebäude 11,50 Mk. zu rechnen sind, 
und dass der Entwurf mit Zugrundelegung dieser Einheitspreise nach dem Urteil des 
Preisgerichts ausführbar sein muss. Die Kosten der Einfriedigung, Bauleitung, Ins- 
gemeinkosten etc. sind in obigen Preisen einbegriffen, 
Aus dem Gutachten. 
Das Preisgericht zur Beurteilung der in dem vorgenannten Wettbewerbe ein- 
gegangenen Entwürfe, bestehend aus den Herren Oberbürgermeister Dr. Gzese aus 
Altona, Professor Hubert Stier aus Hannover, Architekt Martin Haller aus Hamburg, 
Stadtbaurat Stahl aus Altona, Realschuldirektor Strekl/ow aus Altona. trat am 15. Mai 
dd; J. in:der Turnhalle der Realschule zu Altona zusammen, wo die eingegangeneı 
105 Entwürfe aufgestellt waren. Das Altonaer Stadtbauamt hatte bereits eine Vor- 
prüfung der Entwürfe. nach den formalen Bedingungen des Ausschreibens, wie recht- 
zeitiger Eingang, Anzahl und Ausführungsart der verlangten Zeichnungen, Grösse der 
Mafsstäbe u. s. w. vorgenommen und konnte festgestellt werden, dass fast sämtliche 
Entwürfe den in dieser Hinsicht gestellten Forderungen genügten. Der Gesamteindruck 
der Zeichnungen war übrigens durch die vorgeschriebene Art der Ausführung in 
blossen Linien. oder Strichschatten keineswegs ungünstig beeinflusst. Auch eine 
rechnerische: Prüfung, betreffend den nach Kubikmetern des umbauten Raumes zı 
ermittelnden Kostenbetrag, war erfolgt und hatte ergeben, dass die weitaus grösste 
Zahl der Arbeiten sich in den Grenzen der ausgesetzten Bausumme hielt und erhebliche 
Abweichungen nur in vereinzelten Fällen vorgekommen waren, 
Die Beurteilung der Entwürfe nahm drei Tage in Anspruch und einigten sic! 
die Preisrichter zunächst über folgende allgemeine Gesichtspunkte, Die Wahl deı 
Lage des Gebäudes auf dem Bauplatze und die Hauptanordnung des ersteren an- 
langend, so ist der Platz als Eckbaustelle an zwei Strassen von verschiedener Be- 
deutung belegen. Die eine, „Fischers - Allee“, hat nur eine Breite von 16,25 m und 
darf die der Realschule gegenüber liegende Strassenseite später mit Wohnhäusern bis 
zu 17,87 m Höhe bebaut werden. Die Lage der Schulräume an dieser Strasse bietet 
daher namentlich im Erdgeschoss und weiter in die Strasse hinein nicht genügende 
Gewähr für gute Beleuchtung. Entwürfe, welche die Schulräume zum grössten Teile, 
oder wie auch geschehen, sogar sämtlich gegen diese Strasse gelegt hatten, mussten 
daher gegen andere Lösungen zurückgesetzt werden. Es sei hier gleich bemerkt, 
dass einzelne Arbeiten in richtiger Erkenntnis der Sachlage die Bauflügel an Fischers 
Allee entweder gegen die Strassenfront zurückgesetzt oder die Klassenräume nach der 
entgegengesetzten Seite gegen den weiten inneren Hofraum hin angeordnet hatten, 
Die zweite den Bauplatz begrenzende Strasse, als Promenade in einer Bre 
von über 30 m angelegt, bietet nicht nur das günstigste Nordlicht, sondern ist auch 
als diejenige aufzufassen, gegen welche die Hauptfront des Gebäudes nebst Eingang 
zu richten ist, insofern sie den hauptsächlichsten Zugang auch in Zukunft bilden und 
das Gebäude an ihr am besten zur Geltung gelangen wird. Die Ecke zwischen beiden 
Strassen war auf dem beigegebenen Lageplan mit einer Abstumpfung unter 45” Vver- 
sehen. Es war den Bewerbern aber freigestellt, diese Ecke liegen zu lassen und die 
Front des Baues gegen die Promenade bis zur Gewinnung eines rechten Winkels 
zurückzusetzen. Mehrere der hervorragenderen Entwürfe haben von dieser Zegünstigung 
Gebrauch gemacht. Die grössere Hälfte der Bearbeiter hat es dagegen vorgezogen, 
die gedachte abgestumpfte Ecke in der Weise zu benutzen, dass das Gebäude als 
Eckbau mit Eingang auf der Diagonale und mit zwei Flügeln, meist von ungleicher 
  
  
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