Full text: Deutsche Konkurrenzen (1894/95, Bd. 4, H. 37/48)

  
  
  
  
  
  
  
diese Empore muss vor der Orgel für einen Sängerchor von 100 bis 120 Kindern 
und 60 Sängern und Sängerinnen genügenden Raum gewähren. Die 1500 festen 
Sitzplätze sind so anzuordnen, dass möglichst von allen der Ausblick zum Altar und 
zur Kanzel frei ist. Ein Teil der Sitzplätze kann auf Emporen angebracht werden. 
— Mehrstöckige Emporen. sind ausgeschlossen. Dabei soll ausser den Seitengängen 
ein mit der Kirchenachse zusammenfallender Mittelgang von mindestens 1,80 Meter 
Breite frei bleiben. Die Grösse der nicht zu knapp zu bemessenden Sitzplätze ist 
anzugeben, und hierfür in Betracht zu zichen, dass von den genannten 1500 Sitzplätzen 
durchschnittlich 1000 Sitzplätze von erwachsenen und 500 von jugendlichen Kirchen- 
besuchern benutzt werden, Zweiseitig zugängige Bänke sollen höchstens 14 Sitzplätze 
und einseitig zugängige höchstens 8 Sitzplätze enthalten, Für den Kirchenvorstand 
und die Kirchengemeindevertreter sind ungefähr 30 feste Sitzplätze in der Nähe des 
Altars, jedoch nicht im Chor vorzusehen. Die vor dem Altar für die Konfirmanden 
und bei sonstigem starken Kirchenbesuch aufzustellenden beweglichen Sitze zählen 
bei den 1500 Sitzplätzen nicht mit, wohl aber die auf der Orgelempoxe. Die Auf- 
gänge zu den Emporen und der Orgel sind ausserhalb des inneren Kirchenr 
jedoch nicht ins Freie zu legen, sollen keine Wendel haben und möglichst rei 
sein. Die Treppen sollen mindestens 1,50 Meter freie Breite haben. Der Kirchen- 
raum muss die einem lebhaften Andrange entsprechende Zahl geeigneter‘ Ausg 
erhalten; derselbe soll überwölbt werden, und in einem Turmaufbau die Auf 
von 4 Glocken und einer Uhr mit 4 Zifferblättern ermöglichen. Die Bele 
der Kirche mittels Gas ist vorzusehen. Die Heizung ist als Central-Wasse 
heizung beabsichtigt und für die Aufstellung der hierzu erforderlichen Appar 
  
   
    
   
   
   
  
benötigte Kellerraum vorzusehen. — 2. Eine Sakristei von mindestens 30 rat- 
meter Bodenfläche nebst Raum für sichere Bergung der Kirchengeräte. Die Sakristei 
soll besonders beleuchtbar und heizbar sein, — 3. Eine Kapelle von min ns 
30 Quadratmeter Bodenfläche für Taufen und kleinere Trauungen; dieselbe muss 
besonders heizbar und beleuchtbar sein und. der Verkehr der Geistlichen zwischen 
dieser Kapelle und der Sakristei ermöglicht werden, ohne durch das Betreten des 
Kirchenraumes den Gottesdienst zu stören, ;oder in das Freie zu müssen. — 4. Ein 
Warteraum, zugleich Garderobe, für die Teilnehmer an Trauungen und Taufen, be 
sonders heizbar und beleuchtbar. Dieser Warteraum soll so gelegen sein, dass 
Zugang aus demselben zum Altar durch den mittleren Hauptgang erfolgt. — 5. Zwei 
Konfirmandensäle für je 100 Kinder, also von je etwa 65 Quadratmeter Bodenfläche. 
Diese Säle müssen besonders heizbar und beleuchtbar sein, getrennte Ausgänge haben, 
und sollen, soweit thunlich, bei grossen Kirchenfesten mit dem Kirchenraum in Ver- 
bindung gebracht werden können. Die Lage dieser Säle ist ‚so anzuordnen, dass 
Störungen gottesdienstlicher Handlungen durch den Konfirmandenunterricht und um- 
gekehrt ausgeschlossen sind. — 6. Eine Küsterwohnung, enthaltend 3 bis 4 Zimmer, 
Küche, Keller, Speicher und sonstiges Zubehör, — 7. Einige Geschäfts- und Ver- 
sammlungsräume für den Kirchenvorstand, die Kirchenvertretung und für sonstige 
kirchliche Zwecke, — 8, Einige Aborte sind anzubringen, je zugänglich von der 
Sakristei, dem Warteraum, der Kapelle, den Konfirmandensälen und für die Kirchen- 
besucher, — 9. Eine oder zwei Pfarrwohnungen‘ von je etwa 8 Zimmern, Küche, 
Keller und sonstigem Zubehör, insoweit deren Angliederung an den einheitlichen 
Monumentalbau ermöglicht wird, ohne die Monumentalität und die Würde des 
Kirchbaues zu beeinträchtigen, 
   
C. Baukosten, Für die Ausführung dieses Kirchenbaues mit seiner inneren 
Einrichtung, und einschliesslich der Nebenbauten bis No. 8 inklus., sind 700000 Mk. 
vorgesehen, In diesen 700000 Mk. ist die für die Pfarrwohnungen erforderliche 
Summe nicht mit eingeschlossen. 
D. Preisbewerbung. An Zeichnungen sind zu liefern, und zur Beurteilung 
der Bewerbung denselben beizufügen: 
1. Die Pläne, welche zum vollen Verständnis des Projektes und der Berechnung 
des Kostenüberschlages nötig sind, als Grundrisse, Längen- und Querschnitte, drei 
Ansichten: vom Hauptportal, Chor und Langseite, eine perspektivische Ansicht, sowie 
Lageplan mit umgebender Anlage, 
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