Full text: Deutsche Konkurrenzen (1894/95, Bd. 4, H. 37/48)

  
  
ist zwar keineswegs eine prünkende, aber doch eine etwas bedeutsamere Ausbildung, 
als für die Geschäftsräume, in Aussicht zu nehmen, 
In Bezug auf Luft und Licht, Ventilation, Heizung und Beleuchtung , auf 
bequeme Verbindung und Vebersichtlichkeit der Geschäftsräume, auf Abdämpfung 
der Geräusche im Gebäude, und . insbesondere auf Sicherheit gegen Feuersgefahr 
soll das Gebäude den Fortschritten der Neuzeit Rechnung tragen. Ueber feuer- 
sichere Herstellung der Decken und’ wichtigen Trennungswähde werden die Vor- 
schläge des Architekten erwartet. 
‘Es soll in dem Geschäftshaus eine Wohnung für den General-Direktor der Gesell- 
schaft vorgesehen werden. Erforderlich sind, abgesehen von dem üblichen Zubehör 
einer herrschaftlichen Wohnung (Küche, Mädchenstube, Schrankstube, Bad u. 
drei bis vier grössere Wohnräume und sechs Wohnräume von etwa 4m Fe 
  
  
front. Die Ausstattung soll. den üblichen Ansprüchen : an eine herrschaftliche 
Wohnung Genüge leisten. Die Wohnung soll im zweiten Obergeschoss nach 
  
Osten hin angeordnet werden, wobei die Nebenräume, wie Waschküche, Plätt- 
Schrankstube und ein Dienstbotenzimmer auch im Dachgeschoss untergebrz 
werden können, falls für eine passende Verbindung derselben mit der Wohnu 
Sorge getragen ist. 
Es sollen Wohnungen für drei bis vier Hausbeamte vorgesehen werden. 
Dieselben sollen je aus einer Stube, zwei Kammern, einer Küche, einem: Boden- 
und einem Kellerraum bestehen. ‘ Es ist sodann für sämtliche Hausbeamten- 
Wohnungen eine gemeinschaftliche Waschküche und ein gemeinschaftlicher Bade- 
raum vorzusehen. Diese Wohnungen werden zweckmäfsig in dem Untergeschoss 
untergebracht werden, 
Eine Unterkellerung des Hauses ist, soweit nicht bautechnische Gründe dieselbe 
bedingen, nur insoweit erforderlich, als dies durch das Bedürfnis der in dem I 
befindlichen Wohnungen und für den Fall, dass die Heizungs- und Beleucht gs 
Anlagen im Untergeschoss des Hauses projektiert werden, für die Aufbewahrung 
der Kohlen erforderlich ist. 
Für das Gebäude ist eine Central-Heizung und eine Central-Beleuchtung 
(elektrisches Licht)‘ in Aussicht genommen. 
Der Giebel des Gebäudes nach Nord-Westen hin (Olvenstedterstrasse) soll nicht 
an die Grenze des Grundstücks heranrücken, sondern von dieser mindestens um 
den baupolizeilich erforderlichen Abstand entfernt bleiben, derart, dass das Ge- 
bäude von dieser Seite her dauernd Tageslicht empfängt, und eine reichliche 
Einfahrt zu dem Grundstück frei bleibt, 
In Bezug auf innere Abmessungen und Einrichtungen ‘des Gebäudes sind 
folgende allgemeine Andeutungen zu beobachten: Die Korridore sollen nicht 
unter 2,50 m breit sein. Die notwendige innere Tiefe der Räumlichkeiten 
ergiebt sich daraus, dass in den Bureaux von den Fenstern nach innen‘ zunächst 
zwar nur je zwei Doppel-Arbeitstische aufgestellt. werden sollen, dass aber in Ver- 
längerung derselben für den Fall der Vermehrung der Geschäfte bei höchster 
Ausnützung des Raumes auch noch ein dritter Doppel-Arbeitstisch Aufstellung 
finden soll. Die Länge eines Arbeitstisches beträgt 1,50'm. An der Zimmerwand 
nach dem Korridor finden sodann Aktenschränke von 0,60 m Tiefe Aufstellung, 
und es muss sich zwischen diesen Aktenschränken und dem dritten Doppel- 
Arbeitstische noch ’ein freier Raum von mindestens 1,25 m befinden. Hieraus. er- 
giebt sich eine Mindest-Tiefe der Zimmer von 6,35 m. 
Die notwendige Grösse der einzelnen Räumlichkeiten ergiebt sich, sofern dafür 
nicht andere, besonders aufzuführende Umstände mafsgebend sind, hauptsächlich 
aus der Zahl der darin beschäftigten Beamten. 
Da grundsätzlich alle Beamte einer Abteilung, Soweit nicht besondere Um- 
stände eine Ausnahme erheischen, in einem und demselben Raume vereinigt werden 
sollen, so ist es notwendig, mehrere grosse Arbeitssäle auszubilden. Es wird der 
Erwägung des Architekten anheimgestellt, einzelne dieser Säle derart zu gestalten, 
dass sie unter Einbeziehung des anteiligen Korridors zwischen Strassen- und Hof- 
front durchgreifen. Auch gegen die Anlage eines Oberlichtsaales im Erdgeschoss 
würden keine Bedenken obwalten, 
  
  
  
   
  
  
   
  
  
 
	        

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