Full text: Deutsche Konkurrenzen (1898, Bd. 8, H. 85/96)

in 7. A 
Hierauf sprachen die anwesenden Herren sich dahin aus, dass 
trotz der erheblichen Abweichung von der programmmälfsig festgesetzten 
Bausumme das Preisgericht, — welches dem bei diesem Wettbewerbe 
eingeschlagenen Verfahren entsprechend mehr den Charakter einer 
Beurteilungskommission hat — dem Kirchenvorstand der Lutherkirchen- 
gemeinde nur empfehlen kann, das Projekt der Herren Schilling & 
Gräbner, und zwar in Anerkennung der vollkommenen Richtigkeit der 
Ausführungen des Herrn Baurat Rossbach das grössere Projekt zur 
Ausführung zu bringen und sich zu entschliessen, die erforderlichen 
höheren Baukosten zu bewilligen. 
Es geschieht dies auch in der Ueberzeugung, dass durch dasselbe 
der Stadt Zwickau ein in jeder Beziehung vollständig würdiges Gottes- 
haus geschafft werden wird. 
Das Preisgericht erkennt den hohen künstlerischen Inhalt des 
Neumeister’schen Entwurfes vollkommen an, kann aber nicht verschweigen, 
dass sowohl in Bezug auf Grundriss -Disposition, als auch in Bezug auf 
den Aufbau vieles in diesem Projekte enthalten ist, was für die hiesigen 
Verhältnisse nicht passt und dass ohne vollständige Umarbeitung des 
Projektes dasselbe nicht ausgeführt werden könnte. 
Hierzu wird bemerkt, dass Herr Geheimer Baurat Prof. Dr. Wallot 
in Dresden, der abgehalten ist, der heutigen Versammlung beizuwohnen, 
seine persönlichen Ansichten über die Projekte der Herren Schilling & 
Gräbner in einem Briefe an den Kirchenvorstand hat gelangen lassen 
und dass dieselben mit den vorstehenden Beschlüssen des Preisgerichts 
vollständig übereinstimmen. 
Herr Baurat, Mothes bemerkte, dass, da durch die geschehenen 
Ausführungen sich das Vorlesen des von ihm verfassten Protokolles 
über seine Begutachtung der übrigen eingereichten Projekte erledige, er 
dasselbe dem Herrn Pastor Francke zur eventuellen Benutzung zugehen 
lassen wolle. 
Vorstehendes Protokoll ist auf Grund stenographischer Notizen 
nachträglich niedergeschrieben und den betr. Herren zur Durchsicht 
bez. Genehmigung vorgelegt worden. 
Nachr. 
Gursch, Sekr. 
  
  
  
  
 
	        

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