Full text: Deutsche Konkurrenzen (1900, Bd. 11, H. 121/132)

      
    
  
   
    
   
  
  
  
  
  
  
  
   
   
  
     
   
  
  
   
   
   
  
  
  
  
  
  
  
    
  
  
3 
Ausser der in diesem Plan angegebenen Strasse (Kirchweg), die 
als Hauptzugangsstrasse anzusehen ist, sind weitere Strassen nach dem 
Ermessen des Bewerbers einzulegen. 
Für jede Wohnung ist ein kleiner Garten und für jedes Haus- 
grundstück ein besonderer Bleichplatz vorzusehen. Es kann aber auch ein 
gemeinsamer Bleichplatz für einzelne Gebäudegruppen vorgesehen werden. 
Um der Kolonie thunlichst ein ländliches Aussehen zu geben, ist 
die offene Bauweise anzuwenden. Häuser oder Häusergruppen von 
über 34 m Länge oder über 4 Geschoss Höhe sind unzulässig. 
Auf dem Grundstück müssen im ganzen 100—120 Wohnungen 
errichtet werden, die in der Regel aus einer geräumigen Küche, als 
Hauptraum, nebst Speisekämmerchen und ausserdem zum grösseren 
Teile aus zwei, zum kleineren Teile aus drei Wohnräumen bestehen. 
Für jede Wohnung ist ein Abort vorzusehen, der jedoch, obwohl im 
übrigen Wasserleitung vorhanden ist, keine Wasserspülung erhalten darf. 
Die lichte Höhe der Wohnräume ist im Erdgeschoss mit 2,90.m, 
im I. Geschoss mit 2,80 m und in den übrigen mit 2,70 m zu bemessen; 
ausserdem gilt die Baupolizeiordnung für die kleineren Städte und die 
Landgemeinden des Regierungsbezirks Cassel vom 1. August 1885, die 
in der Buchhandlung von Freyschmidt in Cassel für 25 Pfennige käuflich 
zu haben ist. Fachwerk ist nur für das Dachgeschoss zulässig; aber 
auch hier möglichst zu vermeiden, 
Wünschenswert ist, dass noch eine kleine Badeanstalt mit vor- 
gesehen wird; desgleichen ein nicht zu umfangreicher gemeinsamer 
Kinderspielplatz. 
| An einzelnen Stellen der Erdgeschosse sind Läden vorzusehen, 
und in einem der Gebäude ist eine Gastwirtschaft mit einem Versamm- 
lungsraum von 40 qm einzurichten. 
| In jedem Hause muss gemeinschaftliche Waschküche und Trocken- 
boden vorhanden sein und für jede Wohnung eine Bodenkammer und 
ein Keller. 
Die Schornsteinanlagen sowie die Stellungen der Oefen und Herde 
sind in den Grundrissen‘ ersichtlich zu machen, 
Die Mafse der Mauerstärken und Räume sind einzutragen. 
Die Wahl der Bauart der Häuser bleibt den Bewerbern über- 
lassen; doch ist dabei auf ein gesundes Wohnen, sowie auf billige Her- 
stellungs- und Unterhaltungskosten das Hauptaugenmerk zu richten. 
Die Entwurfsskizzen für die Gebäude müssen in schwarzer Aus- 
führung (Tusche oder Blei) ohne Farbe gehalten sein. 
  
  
Cassel, im November 1899. 
Der Arbeiter-Bauverein, 
e.G. m. b. H. 
Aus dem Gutachten. 
Am 90. April 1900 versammelten sich die Mitglieder des Preis- 
gerichtes zur Beurteilung der von den Wettbewerbern eingereichten 
   
 
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.