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Die Grundrissanordnung mit den gut bemessenen Zugängen ist zweckmäfsig.
Die Anordnung der Sitze und die tiefe Lage der Sängerempore sind im allgemeinen
zu loben. Die Konstruktion der Holzdecke ist bedenklich.
Die in der Variante an Stelle der breiten Tragebögen gezeichnete Stützenstellung
hat architektonische Vorzüge, entspricht aber nicht dem Grundsatz, einen
evangelischen Predigtraum möglichst mit einheitlicher Decke zu überspannen. Im
übrigen sind an der Architektur ruhige Schlichtheit und glückliche Verhältnisse hervorzuheben.
Die Baukosten überschreiten die ausgesetzte Summe nicht, auch die übrigen
Bedingungen sind erfüllt.
Es erübrigt zum Schluss diejenigen Baugedanken kurz zusammenzufassen, . die
der vorliegende Wettbewerb mit seinen zahlreichen guten, zum Teil vortrefflichen
Arbeiten zu Tage gefördert hat, und die teils für die Verwirklichung im vorliegenden
Falle besonders geeignet erscheinen, teils für den evangelischen Kirchenbau im allgemeinen
Wichtigkeit haben können.
Was die Lage des Gebäudes betrifft, So verdient die freie Stellung der Kirche,
von der Strasse zurückgelegen, parallel den Nachbargrenzen den Vorzug, da das
Kirchengebäude weniger zur Strassenflucht, als zu den mit Hintergärten versehenen
Nachbargebäuden in architektonische Beziehung treten wird, die an den Querstrassen
der Reuterstrasse errichtet sind oder in Kürze errichtet werden.. Diese Querstrassen
laufen aber parallel den Nachbargrenzen des Kirchengrundstückes. Die Schiefheit
der Lage der Kirche zur Strasse wird, da das Gebäude von letzterer zurückgeschoben
werden soll, durch Baumpflanzungen gemildert werden können.
Eine geschlossene Bebauung der Kirchenstrassenbauflucht erscheint in dem
vorliegenden Falle nicht geeignet, weil die Bauart des ganzen Stadtteiles verhältnismäfsig
niedrige bürgerliche Häuser bevorzugt, die die geschlossene schiefwinkelige
Baumasse der Kirche unschön hervortreten lassen würde,
Was die Kirchform selbst betrifft, so hat auch dieser Wettbewerb ergeben,
dass für Predigtkirchen von geringerer Grösse die Saalform das Zweckmässigste und
Nächstliegende ist. Ueberwiegend machte sich dabei in dem Preisgericht die Ansicht
geltend, dass die Orgel angesichts der Gemeinde unterzubringen und die wünschenswerte
klare Anordnung der Gemeindesitze am sichersten zu erreichen sei, wenn Altar
und Kanzel in der Längsachse vor der Orgel ihren Platz fänden. Daneben liess man
der eigenartigen Lösung der Altargruppe in dem mit dem I. Preise bedachten Entwurfe
volle Gerechtigkeit widerfahren. Hier ist die Kanzel in niedriger Lage neben
dem Altar symmetrisch zum Taufstein angeordnet, der sich auf der andern Seite des
Altars befindet. Durch die ungewöhnliche Niedrigkeit der Kanzel ist hier für das
Auge eine Gleichwertigkeit mit dem Taufstein erzielt, so dass eine annähernde Symmetrie
der Gesamtgruppe erreicht ist. Diese niedrige Stellung der Kanzel ist dem
Verfasser, falls er letztere dem Anblick der Sänger nicht völlig entziehen wollte, nur
durch eine Anordnung möglich geworden, die von mehreren Verfassern in diesem
Wettbewerb vorgeschlagen worden ist, bisher in solcher Allgemeinheit noch nicht
zur Darstellung gelangte und als ein Fortschritt in den Versuchen, Orgel und Kultusstätten
in Beziehung zu setzen, zu bezeichnen ist,
Die Neuheit der Anordnung besteht in dem Senken der Orgelempore, die in
geringer Höhe über dem Altarfussboden beginnt und nach hinten ansteigt. Die Vorzüge
dieser Anordnung bestehen nach Ansicht des Preisgerichtes darin, dass der auf
der Kanzel oder am Altar amtierende Geistliche auch den Sängern gut vernehmbar
und sichtbar ist, dass ferner letztere enger mit der Gemeinde verbunden erscheinen
und sich der Geistliche in idealer Weise dadurch inmitten der Gemeinde befindet,
dass ausserdem die Sänger in geringer Weise als bei hoher Empore zur Schau gestellt
werden und die Orgel in der Erscheinung weniger übermächtig die Raumwirkung
beherrscht, und dass schliesslich der Geistliche nahe über der Gemeinde von amboartiger
Kanzel aus sprechen kann, deren gesteigerte Höhe von vielen Rednern als
ein Uebelstand empfunden wird.
(Fortsetzung auf Seite 32.)