Full text: Deutsche Konkurrenzen (1904, Bd. 17, H. 193/204)

Aus dem Gutachten des Preisgerichts. 
Es waren 47 Entwürfe eingeliefert worden. 
Am 24. November, in Anwesenheit des gesamten Preisrichter- 
kollegiums, bestehend aus den Herren 
Oberbürgermeister Dr. Altfelix, als Vorsitzender, 
Geh, Kommerzienrat Stösser, Lahr, 
Oberbaurat Professor Schäfer, Karlsruhe, 
Stadtbaumeister Thoma, Freiburg i. B., 
7 Nägele, Lahr 
trat man in die Prüfung und Beratung der Wettbewerbsentwürfe ein. 
Eingegangen sind 45 Entwürfe, die allen formellen Bedingungen 
des Preisausschreibens entsprachen, ausserdem zwei Entwürfe, die wegen 
verspäteter Einlieferung von der Mitbewerbung um die Preise aus- 
geschlossen werden mussten. 
Das Preisgericht trat zunächst einen Rundgang an, auf welchem 
der Wert der einzelnen Arbeiten im allgemeinen festgestellt ward. 
Bei dieser Gelegenheit wurden sechzehn Pläne als zum weiteren Wett- 
bewerb nicht geeignet, ausgeschieden. Die Mängel der betreffenden 
Arbeiten lagen grösstenteils in der mangelhaften Ausbildung des Grund- 
risses, teilweise auch in allzu unreifer Behandlung der Architektur. 
Bei einer zweiten Prüfung galt es aus der noch folgenden Zahl von 
20 Plänen eine engere Auswahl solcher Arbeiten zu treffen, die sich 
in beiden Beziehungen, praktischer Lösung und künstlerischer Höhe, 
zur Ausführung hätten eignen können; es wurden dabei abermals 
22 Entwürfe als mindergeeignet zurückgesetzt. Die Schwächen dieser 
Arbeiten lagen meistens in der wenig geschickten Benützung des Terrains 
und in gewissen Fehlern der Bildung der Anlage. Derartige Schwächen 
aber traten leider bei einer grösseren Anzahl solcher Ausarbeitungen auf, 
die sich durch ihre baukünstlerische Würdigkeit sonst sehr gut zu 
weiterer eingehenderer Beachtung geeignet haben würden. Indessen ist 
die vorliegende Aufgabe als eminent praktisch anzusehen, und es musste 
zum eigenen Bedauern des Preisgerichts in nur zu vielen Fällen eine 
Arbeit zurückgestellt werden, die ein mehr oder weniger hervorragendes 
Talent des Verfassers nach der künstlerischen Seite hin begründete. 
Es verblieben schliesslich in der engeren Wahl die Entwürfe mit 
den Kennworten: „Pax (4A)“, „Friedhof“, „Sein oder Nichtsein‘“, 
„Stätte des Friedens“, „Vita nostra brevis est“, „Pax (C)“, „Gradb- 
geläute‘. 
 
	        

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