Full text : Deutsche Konkurrenzen (1905, Bd. 18, H. 205/216)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus einer weiteren Prüfung gingen für die engste Wahl hervor die Entwürfe:
„@.D. BT. „Diagonal“, „Glückauf IV“, „Den kranken Knappen“,
Bei der Abstimmung wurde einstimmig der erste Preis dem Entwurf „Q..D.B. V.“,
der zweite, ebenfalls einstimmig, dem Entwurfe „Glückauf IV“, der dritte mit 4 von
5 Stimmen dem Entwurfe „Dzagonal“ zugesprochen. Ferner wurde der Entwurf
„Den kranken Knappen“ nach einmütigem Urteil des Preisgerichts zum Ankauf
empfohlen. Als Träger des ersten Preises erwies sich bei der darauffolgenden Eröffnung
 der Briefumschläge Herr Regierungsbaumeister a, D., Stadtbauinspektor Herold
in Berlin-Halensee, als Träger des «zweiten Preises die Herren Alexander und Paul
Hohrath in München, als Träger des dritten Preises Herr Architekt M. Bischoff
in Berlin.
Das Preisgericht ging‘ bei seiner Spruchfällung von der Erwägung aus, dass
denjenigen Entwürfen der Vorzug zu geben sei, die eine möglichst einfache, übersichtliche
 Grundrissanordnung zeigten, und damit einen leichten wirtschaftlichen Betrieb
gewährleisteten. Für die architektonische Gestaltung erschien dem Preisgericht eine
ruhige, einfache, dabei aber freundliche Ausbildung am geeignetsten, Eine unruhig
gruppierte, in zahlreiche Einzelmotive aufgelöste oder gar schmuckreiche und anspruchsvolle
 Gestaltung des Aeusseren schien um so weniger geeignet, als der mit alten,
hohen Bäumen bepflanzte grosse Park mit einem derartigen Baue nicht harmonieren
würde. Ein Gebäude mit heller Putzwand und hohem rotem Ziegeldach inmitten des
frischen Grüns der Parkanlage schien die schönste Farbenwirkung zu sichern.
Diesen Anforderungen entsprach am meisten der Entwurf „@.D. BD. V.“. Er
zeichnet sich durch übersichtliche Grundrissanlage aus; die Krankenzimmer sind sämtlich
 gut belichtet; die Ruhe der Fassaden erleidet keine Unterbrechung durch stark
vorspringende Gebäudeteile, die beschattend und den Luftzutritt hemmend wirken
könnten; die Fassade ist schlicht, ruhig und vornehm und wirkt nur durch ihre
Umrisse. Durch Einbeziehung des Obergeschosses in das Mansardendach ergibt sich
ein günstiges Verhältnis der Gebäudemasse und wird überdies eine sparsame AuSführungsweise
 erzielt, Auch die kleineren Nebenanlagen sind in reizvoller Weise
durchgebildet.
Bei dem Entwurf „GZückauf (TV)“ ist die gesamte Gruppierung ausserordentlich
schön, auch die architektonische Gestaltung durchaus sachlich und bei aller Einfachheit
 wirkungsvoll. Bei der Grundrissbildung hätten jedoch die praktischen Bedürfnisse
 mehr Berücksichtigung finden müssen. Einzelne Innenräume sind schlecht belichtet.
Der 3. Entwurf „Diagonal“ hat zwar gut zusammengefasste Grundrissbildung
und sichert so einen leichten Betrieb. Er leidet indes an schlechter Belichtung der
Zentralhalle. In architektonischer Beziehung ist die einfache und schlichte Behandlungsweise
 lobend hervorzuheben; jedoch ist die Durchbildung der Fassade nicht so
gut durchgeführt, wie bei den beiden vorher behandelten Entwürfen,
Der zum Ankauf empfohlene Entwurf „Den kranken Knappen“ ist in seiner
Grundrissanlage nicht so einfach wie die anderen, aber wegen seiner wohldurchdachten
Durcharbeitung der Einzelheiten zu loben. Der architektonische Aufbau ist zu aufwendig
 und insofern den Programmbestimmungen nicht entsprechend,
Das Preisgericht empfiehlt im Interesse der Sache dringend, dem Verfasser des
zur Ausführung gewählten Entwurfes die weitere Ausarbeitung der Pläne zu übertragen,
 wie ja auch in dem Preisausschreiben in Aussicht gestellt war,

Bauausführung.

Der durch den ı. Preis ausgezeichnete Entwurf „Q. D. D. V.“ des Herrn
Stadtbauinspektor R. Herold in Berlin-Halensee wird von dem ausschreibenden
Verein ausgeführt.

LS

 
            
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