Volltext: Deutsche Konkurrenzen (1905/06, Bd. 19, H. 217/228)

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Zu dem Entwurf: „Brunnenhof“, Der Entwurf entspricht zwar in einigen 
Punkten nicht vollständig den Programmbestimmungen, doch verschwinden die vor- 
handenen Schwächen gegenüber den hohen künstlerischen Vorzügen. Die Ausbildung 
des Eingangs als Brunnenhof mit kreuzgangartiger Umschliessung, zu welcher die 
ee etnera4B6. Ausbildung des Vorgeländes vortrefflich überleitet, ist in überaus glück- 
licher und eigenartiger Weise durchgeführt und gibt dem Entwurfe in künstlerischer 
Beziehung eine Bedeutung, wie sie in nur wenigen Entwürfen des Wettbewerbs 
wiederkehrt. Die Formen des Aeusseren sind schlicht und einfach und dabei von 
grosser Wirkung. Das Preisgericht hat geglaubt, diesen Entwurf seines bedeutenden 
künstlerischen Gehaltes wegen, bei einfachstem Aufwand der Baumittel, mit einem 
Preise auszeichnen zu müssen. 
Zu dem Entwurf: „Res Publica“, Die Grundrissanordnung ist klar, die Zu- 
gänge zu den Hallen und Bädern sind übersichtlich und die Stellung im Lageplan 
ist gut. In der Architektur erscheint die massige Wirkung des Hauptbaues nach 
der Mühlstrasse zu etwas zu bedeutend für den Zweck einer Badeanstalt, während die 
Rückseiten und die aufgelösten einfacheren Formen gegen die alte Stadtmauer zu 
eine bessere und harmonischere Wirkung versprechen. Es handelt sich im ganzen 
um einen gut durchgearbeiteten Entwurf mit mässigen Kosten, 
Zu dem Entwurf: ‚,Woog‘“. Die Anlage entwickelt sich klar, und ist die 
Orientierung von dem zentral gelegenen Vestibül aus nach den Schwimmhallen und 
den Bädern gut. Die Grundrissdisposition dürfte sich an die Platzform etwas besser 
anschliessen. Die Architektur zeigt keine zu aufwandvollen, sondern gefällige, 
stimmungsvoll zusammengehende Formen. 
Zu dem Entwurf: „Vorhof“. Der Entwurf zeigt im Grundriss eine deutlich 
ausgesprochene Querachse mit Anordnung der Schwimmhallen an der Lindenhofstrasse. 
Die Gruppierung der Massen steigert sich von der Hauptzugangsseite (von Norden 
gesehen), indem die niedrigen Baukörper den hohen vorgelagert sind. Der Eingang 
erfolgt durch drei Bogenhallen und einen geschlossenen unüberdeckten Vorhof, an 
dessen Schmalseite die nischenartige Vorhalle und der Uhrturm einen schönen Ziel- 
punkt abgeben. Durch die Anlage von zwei weiteren Lichthöfen ist überall für gute 
Beleuchtung gesorgt, und muss die Klarheit des Grundrisses gelobt werden. Auch 
städtebaukünstlerisch ist die geplante Platzgestaltung an der Blumenstrasse mit der 
Anlage von Terrassen und Einfriedigungsmauern besonders glücklich. Nicht zu 
empfehlen ist die Anlage einer Dienstwohnung über dem Dampf- und Heissluftbad 
und die Lage der Wäscherei _an_ der Blumenstrasse, Der umbaute Raum beträgt 
nur 31265 cbm. 
Zu dem Entwurf: „Camillo Sitte“. Der Entwurf zeigt eine zusammenhängende 
Baugrupp“c mit einem vorgelagerten schönen Schmuckplatz und einem ruhigen Binnen- 
hof an der Stadtmauer. Für den Wirtschaftsverkehr dienen besonders eingebaute Höfe. 
Die einzelnen Badeanlagen sind von dem zentral gelegenen Vestibül gleich gut zu 
erreichen. Die Schwimmhallen sind gut konstruiert und alle Räume gut beleuchtet. 
Die einfache Umrisslinie des Bauwesens und die schlichte Bauweise sind zu loben, 
dagegen erscheint die Turmendigung nicht einwandfrei. | 
Zu dem Entwurf: ‚Zin Vorschlag‘. Gegenüber der klaren, übersichtlichen 
Anlage des Grundrisses ist die Anordnung des Gebäudes auf dem Baugelände zu 
bemängeln. Der Aufbau zeigt dagegen bei einfachen Formen grosse Ruhe und bei 
bedeutender Wirkung ein gutes Anpassen an die Oertlichkeit. 
Die Eröffnung der zugehörigen Umschläge ergab als Verfasser: 
des Entwurfs: „Wapßpenschild rot und weiss veteilt“ X. Preis, Herr Architekt Zranz 
Thyriot, Gross - Lichterfelde, 
„Kopfsprung‘“ IL. Preis, Herr Professor Friedrich Pützer, Darmstadt. 
‚Brunnenhof“ III. Preis, Herr Architekt Menzel, Dresden. 
Bauausführung. 
Das Stac 
ausführung aus, 
bauamt in Darmstadt arbeitet einen neuen Entwurf für die Bau-
	        

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