Full text: Deutsche Konkurrenzen (1910/11, Bd. 25, H. 289/300)

  
  
  
  
  
  
  
  
  
trug und für die große Länge eine ausreichende Abwechselung bot. Die natürliche Beschaffenheit der bereits 
ausgebauten Straße bot zu diesem Zweck eine weitere Anzahl von Anhaltspunkten. Hierzu gehören: 
Die starke Krümmung der Straße zwischen der Planckstraße und der Simsonstraße, die schräge 
Einmündung der Straße „Auf dem Emmerberge“, die einmündende Hermannstraße, die vor- 
handene bastionsartige Ausbildung des Platzes an der Geibelstraße, die einmündende Böhmer- 
straße und die vorhandene Altenbekener Bahnstrecke, die demnächst zu einer Ringstraße 
umgestaltet werden soll. 
Das Resultat des Wettbewerbes liegt in der vorliegenden Ausgabe vor. Es hat für die Beurteilung 
dieser bedeutungsvollen Frage reiches Material geliefert, jedoch kein Projekt, welches man unter Berücksich- 
tigung der ästhetischen und wirtschaftlichen Momente ohne Bedenken der Ausführung zugrunde legen könnte. 
Dazu kommt, daß eine Anzahl von denjenigen Entwürfen, welche auf keinen Fall für die Bebauung der Straße 
in Frage kommt, Vorschläge enthalten, deren Aufnahme zum mindesten als sehr erwägenswert bezeichnet 
werden muß. 
Dahin gehört vor allem die Aufnahme einiger öffentlicher Gebäude, die Schaffung eines großen „Point 
de vue“, die Frage der Verlegung der Einmündung der Wiesenstraße, eine großzügige Umgestaltung des 
Platzes vor der Geibelstraße, der Abschluß der Straße an bestimmten Knotenpunkten und die einheitliche Aus- 
gestaltung der Maschwiesen mit der Bebauung der Straße. 
Die Durchführung einer großzügigen Bebauung der Straße ist gesichert durch den Erlaß eines Orts- 
Sstatuts, welches bestimmt, „daß bei Neubauten oder baulichen Änderungen an der R. v. Bennigsenstraße die 
baupolizeiliche Genehmigung zu versagen ist, wenn die geplanten Bauten in ihrer äußeren Erscheinung einer 
künstlerischen Gestaltung nicht genügen. Die R. v. Bennigsenstraße soll nach einem einheitlichen Plane mit 
künstlerisch durchgebildeten Wohnhäusern bebaut werden.“ 
Die Aufstellung dieses dem Ortsstatut zugrunde liegenden Planes in einer Form, welche vor allem den 
wirtschaftlichen Interessen der Anlieger Rechnung trägt und zugleich darauf Rücksicht nimmt, daß die Bebauung 
nicht gleichzeitig erfolgen kann, sondern von den verschiedensten Bauherren in beliebiger Wahl des Bauplatzes 
und zu beliebiger Zeit ist jetzt die nächste Aufgabe in dieser für Hannover bedeutungsvollen Frage. 
de Jonge. 
Aus dem Ausschreiben. 
Die Entwürfe sind bis zum 1. Dezember 1909 einzureichen. 
Gegenstand des Wettbewerbs ist die Erlangung von Vorschlägen für die einseitige Bebauu:ı 
Rudolf von Bennigsen-Straße nach der Gesamtanordnung, Grundrissen und Aufbau der Gebäude. 
Das Ausschreiben erstreckt sich auf die im Lageplan 1: 1000 dargestellte Strecke der Ostseite der 
Rudolf von Bennigsen-Straße von der Planckstraße bis zum Eisenbahndamm. Auf letzterem wird demnächst ein 
breiter Straßenzug angelegt. 
Die Ägidien-Masch, deren Umwandlung in einen Park in Aussicht genommen ist, sowie die auf dem 
Eisenbahndamm anzulegende Straße sind westlich der Rudolf von Bennigsen-Straße als unbebaubar anzusehen, 
Wo Grundstücke unzweckmäßig begrenzt sind, ist ein Austausch mit dem Nachbar vorzusehen. 
Die im Lageplan angedeuteten Vorgärtentiefen von 5,0 m sind zwar zunächst vorgesehen, doch soll 
sowohl ein weiteres Zurückspringen hinter die Baufluchtlinie als auch ein Vorspringen über die Baufluchtlinie 
hinaus bis an die Straßenfluchtlinie an einzelnen Stellen im Interesse des Gesamtbildes zulässig sein. Für die 
Einmündungen der Nebenstraßen können, soweit es erforderlich erscheint, vom Lageplan abweichende Vor- 
Schläge gemacht werden. Die Nebenstraßen sind auf die Länge eines Bauplatzes mit in den Entwurf einzubeziehen. 
Vorschläge zu einer künstlerischen Ausgestaltung der Terrasse vor der Geibelstraße sind zulässig, 
Die Einteilung der Grundstücke ist so vorzunehmen, daß im wes lichen eine geschlossene Bebauung 
mit Häusern von 4 vollen Geschossen, in jeder Etage nur eine Wohnung von 6—10 Zimmern enthaltend, erfolgen 
kann, Zweckmäßiger Übergang an die bereits vorhandene offene villenartige Bebauung an der Planckstraße ist 
erwünscht. 
  
  
 
	        

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