Full text: Deutsche Konkurrenzen (1910/11, Bd. 25, H. 289/300)

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Das Preisgericht besteht aus den Herren: Landgerichtsdirektor Geheimer Justizrat 
rabau, Stadtkämmerei-Direktor Loewenstein, Pfarrer Dr. Busch, Professor Dr. Th. Fischer, 
<öniglicher Baurat von Hoven, Magistrats-Baurat Wilde, Architekt Freiherr von Lersner. Bei 
Verhinderung eines Mitglieds des Preisgerichts ist der Vorstand der evangelisch-lutherischen 
Stadtspnode befugt, einen Ersatzmann zu ernennen. 
Für 3 Preise steht der Betrag von 4350 Mk. zur Verfügung. 
Rühren von demselben Verfasser mehrere preisgekrönte Entwürfe her, so erhält er nur 
den höchsten der ihm zuerkannten Preise im vollen Betrag, von etwaigen weiteren Preisen nur 
die Hälfte. Die andere Hälfte wird zum Ankauf von Entwürfen verwendet. Die preisgekrönten 
Entwürfe gehen in das Eigentum der evang.-luth. Stadtspnode über, welche sich das Ver- 
fügungsrecht über dieselben vorbehält. Den Verfassern soll dagegen das Recht der Verviel- 
fältigung und Veröffentlichung zustehen. 
Falls, wie beabsichtigt, einer der preisgekrönten Entwürfe zur Ausführung bestimmt 
wird, soll dem Verfasser die weitere Planbearbeitung, die Ausarbeitung der Werkpläne und die 
künstlerische Leitung des Baues übergeben werden, während die geschäftliche Bauleitung dem 
Bauausschuß der evangelisch-lutherischen Stadtspnode verbleibt. 
Das mit dem Architekten zu vereinbarende Honorar wird nach den Bestimmungen der 
Gebührenordnung des Verbandes der Deutschen Architekten- und Ingenieur-Vereine festgesetzt, 
wobei der Betrag des erhaltenen Preises auf das Honorar in Anrechnung kommt. 
Aus dem Gutachten des Preisgerichts. 
Es waren insgesamt 65 Entwürfe rechtzeitig eingegangen, deren vorgenommene tech- 
nische Prüfung zu Beanstandungen keinen Anlaß gegeben hatte. Die überaus rege Beteiligung 
am Wettbewerb, welcher eine große Anzahl guter, zum Teil hervorragender Entwürfe gezeitigt 
hat, wird allgemein anerkannt. 
Bei einem ersten Rundgange mußten 13 Entwürfe ausscheiden. 
Bei dem zweiten Rundgange wurden weitere 28 (namentlich aufgeführte) Entwürfe aus- 
geschieden, welche entweder wegen ungünstiger Situierung, bezw. mangelhafter Disposition des 
Grundrisses oder wegen der weniger günstigen architektonischen Ausgestaltung der Einzel- 
heiten zurückstehen mußten. 
Von den verbleibenden 24 Entwürfen mußten nach eingehender Beurteilung aus den 
vorangegebenen Gründen noch 12 (namentlich aufgeführte Entwürfe) ausscheiden, sodaß zur 
engeren Wahl folgende 12 Entwürfe gestellt wurden: 
Nr. 11: Halley“ Nr. 25. „Frühling“ Nr. 51 „Platzwand A“ 
». 15 „Morgenstern“ „ 40 „Jedem das Seine“ » 52 „Sonntag“ 
». 19 „Eckturm“ „ 44 „Die Evangelisten“ „ 54 „Einfacher Gedanke“ 
„22 „Matth: 7, V. 1° | „ 49 „Platzwand“ | ». 65 „Längschiff“ 
Zur Beurteilung dieser 12 letzten Entwürfe wurde folgendes gesagt: 
Nr. 11. „Halley“, 
Die Stellung der Kirche und des Turms ist inbezug auf die Platzgestaltung sehr gut, 
was namentlich von der Variante gilt. Die architektonische Gestaltung des Hauptprojektes ist 
von Vvortrefflicher Wirkung, nur dürfte die Höhenentwicklung, gegenüber dem Giebel der 
Schillerschule, etwas gering erscheinen. Die Lage der Orgel auf der Seitenempore ist nicht 
ganz einwandfrei. Als Fläche für Monumentalmalerei steht nur die Altarnische und in be- 
schränktem Maße die eine Seitenwand zur Verfügung. 
Nr. 15 „Morgenstern“. 
Der Entwurf zeigt eine sehr gute und künstlerische Leistung. Die Disposition ist sehr 
schön gelöst und der Grundriß zut und klar. Die Außenarchitektur ist würdig und einfach. 
Die Innenraumgestaltung ist sehr zu loben und auch für die Anbringung von monumentaler 
Malerei sind geeignete Flächen vorhanden. 
  
  
 
	        

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