Full text: Deutsche Konkurrenzen (1910/11, Bd. 25, H. 289/300)

  
Sa 
  
SR 
üblichen Waren des Viktualienmarktes: Eier, Butter, Käse, Hülsenfrüchte, getrocknete Früchte, Sämereien, Fische, geräucherte 
Fischwaren aller Art, Zicken, Lämmer, Geflügel aller Art, Wildbret, Fleisch und Fleischwaren aller Art, Froschschenkel usw. 
Fine Anzahl Läden für Blumen, weiterhin für den städtischen Seefischmarkt, für Milch- und Molkereiprodukte, 
event. auch für eine städtische Freibank. 
Die Läden sollen ihren Zugang tunlichst von der Straße und nicht von der Halle aus erhalten, dagegen soweit 
möglich und angezeigt mit den Kellerräumen im Untergeschoß in direkter Verbindung stehen. 
Raum für einen Markthallenaufseher und Platz zum Vorwiegen 
Hallenbeamten. 
Im I. Stock: 
Räume für das Marktamt mit Marktpolizei, Requisiten, städtische 
städtische Kanzleien, 
Im Il. Stock: 
Räume, welche weniger Verkehr mit dem Publikum haben: städtische Kanzleien und Reserveräume, eventl. Dienst- 
wohnungen für Hallenbeamte, Magazine. 
von Waren unter Verantwortlichkeit eines 
Auktionslokale, der übrige Raum für 
Treppen, Aborte und Aufzüge. 
Anzuordnen ist 
I Haupttreppe. 
Die Zahl der Nebentreppen richtet sich nach der vom Bewerber gewählten Grundrißanlage ; 
Pissoir- und Aborteinrichtungen für beide Geschlechter; 
ı Warenaufzug vom Erdgeschoß zum 1. Stock für Waren von Auktionen usw. 
Aus dem Gutachten des Preisgerichts. 
An Stelle des vorstorbenen Oberbaurat Mayer ist Herr Baurat Pantle-München in das Preisgericht eingetreten. 
Zunächst spricht sich das Preisgericht bei seinem Zusammentritt dahin aus, daß der 10 Minuten zu spät eingelaufene 
Entwurf noch als rechtzeitig eingereicht anzusehen sei. Dagegen scheidet das Preisgericht den Entwurf Nummer ı mit dem 
Kennwort „Stadtbild“ aus, da der Umschlag des Entwurfs den Namen des Absenders bezw. Verfassers erkennen läßt, was nach 
den Wettbewerbsbestimmungen unzuläs 
  
ig ist. 
Zu prüfen sind 76 Entwürfe 
Bei einem ersten Rundgang hat das Preisgericht von 27 Entwürten als unbefriedigend Abstand genommen. 
Bei einem zweiten Rundgang sind weitere 34 Entwürfe als für die engere Wahl nicht geeignet weggefallen. 
Verblieben sind sonach noch ı5 Entwürfe, Nach deren wiederholter eingehender Prüfung sind für die engste Wahl 
noch übrig geblieben die Nummern 
5 mit dem Kennwort: „Bärengäßle‘“, 
45 mit dem Kennwort: „Stadtbild“, 
115 ” » : „Kauf und Verkauf“, 47 ” ” „Halle“, 
20 7 # 1‘ POorelle“, 52 >, % 5” HE 
20 7 : „KEisenbeton‘, | O2 „7 : Stadtbild“ und 
36 ,, „ ” : „Nordwest-shed“, | 64 4 ” :; „Form und Farbe“, 
Bei nochmaliger Vergleichung dieser Entwürfe kommt das Preisgericht zu folgendem 
Ergebnis: 
Es ist zuzuerkennen, 
der erste Preis mit 5000 Mk. dem Entwurf No. 64 (Kennwort: „Korm und Harbe“); 
der zweite Preis mit 3000 Mk. dem Entwurf No. 36 (Kennwort: „Nordwest-shed“); 
Den dritten Preis mit 2000 Mk, vermag das Preisgericht einem Entwurf allein nicht zuzuteilen, da für diesen Preis 
zwei gleichwertige Entwürfe: No. 29 mit dem Kennwort: ‚,Z%senbeton‘“ und No. 45 mit dem Kennwort: „Stadtbild“ vorliegen; 
es teilt deshalb den dritten Preis unter diese beiden Entwürfe mit je 1000 Mk. 
Zum Ankauf empfiehlt das Preisgericht der Stadtverwaltung den Entwurf No. 5 mit dem Kennwort: „Bärengäßle“ 
Hierauf wurde zur Ermittlung der Verfasser geschritten. 
Ermittelt wurde als Verfasser von Entwurf 
No. 64: Martin Els 
ässer, Architekt B. D. A., Stuttgart; 
   
36: Architekt F. E. Scholer und Professor Paul Bonatz, Stuttgart; 
29: Regierungsbaumstr. G. Stahl u. A. Bossert, Architekten; Mitarbeiter: G. Sommer, Architekt, Stuttgart ; 
45: Diplomingenieur R, Ihle, Stuttgart, 
"7 5: Regierungsbaumeister Alfred Fischer in Düsseldorf. 
Außerungen des Preisgerichts zu Entwurf 
No. 5. Kennwort: „Bärengäßle“. 
Die Vorzüge dieses Entwurfs liegen in der günstigen Aufteilung des Bauplatzes, die darin besteht, daß die heutige 
gute Platzwirkung inbezug auf den ‚„„König von England‘ und das „Alte Schloß“ in der Hauptsache erhalten geblieben ist. 
Zu wünschen wäre übrigens bei diesem Plan, daß die beiden Hallen in ihrer Ausdehnung derart gestaltet würden, daß 
davon wesentlich dominieren würde. Im übrigen leidet der Plan an einer gewi 
   
die eine 
°n Unübersichtlichkeit; das Äußere entbehrt 
  
reifer Durcharbeitung, 
No. 11. Kennwort: „Kauf und Verkauf“. 
Die ganze Anlage ist klar angeordnet; für eine gute Beleuchtung und Zugänglichkeit aller 
Räume ist gesorgt. 
wohltuende Einfachheit. 
Das Auflager des Markthallendaches auf die 
sser gelöst und die große Höhe des Bauwerks an der Dorotheenstraße mit Rücksicht 
Häuser vermieden werden sollen; auch ist die Unterteilung der ! 
Das Äußere zeigt bei entsprechender Gliederung eine 
Stützen hätte b« auf die benachbarten 
rizontalen Gliederung an dieser Straße durch die 
3 Ecken zu 
kräftig und die Dachlösung an der einspringenden Gebäudeecke nicht vollkommen glücklich. 
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