Full text: Deutsche Konkurrenzen (1910/11, Bd. 25, H. 289/300)

  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
a 
Der Raumbedarf 
bei einer Einwohnerzahl von 200.000 Seelen umfaßt somit die unter A und B aufgeführten Räume mit 4295 -}- 5975 
10270 qm Nutzfläche. 
C. Der zukünftige Raumbedarf bei einer Einwohnerzahl von 300000 Seelen 
wird eine Vermehrung der unter B aufgeführten Geschäftsräume um 50 Prozent erforderlich machen. Es ist 
daher bei der Entwurfsbearbeitung auf eine Erweiterung von rund 3000 qm Nutzfläche Bedacht zu nehmen. 
Aus dem Gutachten des Preisgerichts. 
Das Preisgericht, bestehend aus den Herren: Geheimer Oberbaurat Eggert, Wirklicher Geheimer Rat, 
Ministerial- und Oberbaudirektor, Exzellenz Dr. Ing. Hinckeldepn; Geheimer Baurat und Stadtbaurat Dr. Ing. 
Hoffmann; Geh. Baurat Professor Kayser; Stadtbaurat Egeling; Geh. Regierungsrat und Stadtrat Harder, 
in Vertretung des Herrn Bürgermeisters Blankenstein; Architekt und Stadtverordneter Kuznitzky; Architekt 
und Stadtverordneter Reimer, in Vertretung des Herrn Rechtsanwalts von Glasenapp; Justizrat und Stadtver- 
ordnetenvorsteher Reinbacher; Oberbürgermeister Wilde trat am 25. Februar zusammen. 
Bei dem ersten Rundgange wurden 25 Entwürfe teils wegen Nichterfüllung der formalen Bedingungen, 
teils wegen Verstößen gegen das Programm, teils wegen erheblicher Schwächen im Grundriß oder im Aufbau 
einstimmig ausgeschieden. (Diese Entwürfe sind nach Kennworten genannt.) 
Die verbleibenden Entwürfe wurden bei einem zweiten Rundgange einer weiteren gemeinsamen Er- 
örterung nach ihren Vorzügen und Schwächen unterzogen, und hierbei wurden durch Mehrheitsbeschluß weitere 
genannte 39 Entwürfe ausgeschieden. 
Als den ausgeschiedenen in praktischer und künstlerischer Beziehung überlegen, blieben mithin 20 Ent- 
würfe zurück: diese wurden nochmals in einem gemeinsamen dritten Rundgange in ihren Einzelheiten erörtert. 
Durch Mehrheitsbeschluß wurden hierbei folgende 10 Entwürfe ausgeschieden: Nr. 16 „Nur Ruhe“, Nr. 35 „Bür- 
gerstolz‘“, Nr. 38 „Nach zwei Seiten“, Nr. 39 „Bürgerlich‘‘, Nr. 43 „Lichthof“, Nr. 44 „Freiherr von Stein“, Nr. 45 
„Aus Stein“, Nr. 64 „Vom Stein“, Nr. 65 „Ein großes Motiv“, Nr. 66 „Silentium‘“. Es wurden somit auf die 
engste Wahl gesetzt Nr. 2 „Axiai“, Nr. 30J30a „Park und Platz“, Nr. 32 „Gustav Müller“, Nr. 57 „Forum“ 
Nr. 63 „Großstadtluft‘“, Nr. 70 „Einheit“, Nr. 80 „Rathaus am Park“, Nr. 82 „Arbeit ist des Bürgers Zierde“, 
Nr. 84 „Stadtbild“, Nr. 85/85a „Ein Rathausplatz“. 
An der folgenden. Sitzung nahm außer den vorstehend genannten Herren noch Herr Geheimer Baurat 
Professor Borrmanıt als Ersatz für den durch Krankheit verhinderten Geheimen Baurat Prof. Dr. Wallot teil. 
Nr. 2 „Axial“. 
Der Grundriß ist in allen wesentlichen Punkten wohl gelungen und trägt den praktischen Anforderungen 
überall Rechnung. Nur sind die Nebentreppen etwas zu w eit von einander entfernt und die Geschoßhöhen zu 
knapp bemessen. Eine Erweiterung des Gebäudes ist leicht möglich. 
Besonders gut liegen die Kassenräume in der Nähe des Haupteinganges, die Hauptkasse in einem Licht- 
hofe in der Hauptachse des Gebäudes; auch haben die Haupttreppen seitwärts von dieser Axe eine gute Lage. 
Die Haupträume sind im 2, Obergeschoß zweckmäßig untergebracht, doch entsteht bei der Lage des 
Magistratssaales in einem sonst nur für Bureauräume bestimmten Gebäudezug eine Unregelmäßigkeit, welche 
die sonstige Klarheit der Korridoranlage stört. 
Der Haupteingang ist infolge des über ihm errichteten Turmes nicht stattlich genug gehalten. Auch 
die Dachbildung mit tief einschneidenden Abwalmungen neben dem Turme ist nicht einwandfrei. 
Im übrigen ist die Architektur des Gebäudes wohlgelungen. Auch der Ratskeller ist stattlich angelegt. 
Nr. 30 „Park und Platz“ *) 
Nr. 32 „Gustav Müller“, 
Das Zurücktreten der Front am Platz um etwa 9 m kommt der Wirkung des Bauwerkes nur zu Gute. 
Die Geschlossenheit der Baufronten ist anzuerkennen. Die Stellung des Turmes an dem Zusammenstoß der 
Platzfront und der Front an der Freiherr vom Stein-Straße ist ebenso wie die Lage der Festräume nach dieser 
Straße wohl überlegt. Der Bürgersaal mit den erforderlichen Vor- und Nebenräumen, der Stadtverordneten- 
Sitzungssaal, der Magistratssitzungssaal sind gut angeordnet. Eine stattliche Wandelhalle vor diesen Räumen 
mit zweckmäßig angelegten Kleiderablagen und den erforderlichen Personenaufzügen vermittelt den Verkehr 
aufs Beste. Die Haupteingänge mit den Eintrittshallen und Treppen sind stattlich, zweckmäßig und gut beleuchtet 
angelegt. Auch sonst ist durch die Fluranlage und die Nebentreppen den Forderungen des Verkehrs entsprochen. 
Die Lage der Nebentreppen ermöglicht die Erweiterung ohne jede Störung der vorhandenen Bauanlage. 
*) Wegen Re ; . ; . 
/ FE Raummangel ist nur abgedruckt, was sich auf abgebildete Entwürfe bezieht. 
 
	        

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