Full text: Deutsche Konkurrenzen (1896, Bd. 6, H. 61/72)

  
  
  
  
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Die Grenzen des Bauplatzes waren bei allen Entwürfen nicht 
überschritten und lag nach dieser Richtung die Beanstandung keines 
Entwurfes vor. 
Die Flächen- und körperlichen Inhalte der einzelnen Entwürfe 
wurden nachgerechnet und durch den Vorstand des städtischen Bau- 
amtes auf ihre Richtigkeit, sowie auch auf etwaige Verstösse gegen 
die den Bewerbern bekannt gegebenen baupolizeilichen Bestimmungen 
geprüft. 
Schliesslich fand auch eine eingehende Prüfung der Möglichkeit 
der Ausführung für die bestimmte Bausumme statt, 
Bei der ersten Sichtung der diskussionsfähigen 32 Arbeiten 
wurden einstimmig als minderwertig 18 Entwürfe ausgeschieden. 
Nach einem weitern Gange wurden folgende Entwürfe in die 
engere Wahl gestellt: „‚’pfehl mich“, „Jung Deutschland“, „„H-moll“, 
„Sapienti sat“, „Frau Musica“, „Johannisberg‘“ und in vorstehender 
Reihenfolge als die besten einstimmig anerkannt, Zur unmittelbaren 
Ausführung konnte kein Entwurf empfohlen werden, 
Die Preisverteilung geschah deshalb an die relativ besten Ar- 
beiten, den Bestimmungen des Programmes entsprechend und wurde 
dem Entwurfe: „’pfehl mich“ der erste Preis, den Entwürfen: „Jung 
Deutschland“ und „H- Moll“ ein zweiter Preis, den Entwürfen: 
„Sapienti sat“, „Frau Musica“ und „Johannisberg‘“ ein dritter 
Preis zuerkannt. 
Von dem Vorschlagsrecht für weitere Ankäufe machte das 
Preisgericht nur in einem Falle Gebrauch, wobei es von der Ansicht 
ausging, dass nur solche Entwürfe anzukaufen wären, die von den 
prämiierten abweichende, neue, fruchtbar zu machende Ideen oder 
Vorschläge enthielten. 
Einstimmig wurde der Entwurf: „Cum Deo“ namhaft gemacht, 
der bei sonst guten künstlerischen Eigenschaften in die engere Wahl 
gekommen wäre, wenn nicht seine Ausführungskosten die im Pro- 
gramme bestimmte Kostengrenze namhaft überschritten hätten. 
Bei Eröffnung der Briefumschläge ergaben sich als Verfasser 
der 6 mit Preisen bedachten Entwürfe die Herren: Carl Schäfer 
und Wilhelm Nicol in Frankfurt a/M. I. Preis, Reinhardt und 
Süssenguth in Berlin II. Preis, Kuder und Müller in Strassburg 
II. Preis, Frentzen in Aachen III. Preis, Thyriot und Berger in 
Berlin III. Preis, Beck in Darmstadt III. Preis. 
Zu den einzelnen in die engere Wahl gelangten Entwürfen hat 
das Preisgericht folgendes zu bemerken: 
Entwurf Motto: „’pfehl mich“. Wenn auch nicht verkannt 
werden darf, dass das Projekt nicht unwesentliche Mängel aufzuweisen 
hat, namentlich bezüglich der Eingangshalle, des Büffets, der Abort- 
anlage und der Küche, so muss doch hervorgehoben werden, dass 
der Verfasser es erreicht hat, in verhältnismäfsig kleinem Kubik- 
raum die verlangten Räume zu beschaffen und dass die Gesamt- 
disposition eine gute ist, Das Gebäude ist zweckmäfsig situiert, und
	        

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