Full text: Deutsche Konkurrenzen (1896, Bd. 6, H. 61/72)

  
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auf einigen Plätzen das Sehen beeinträchtigt. Auch würde die Ge- 
stühlanordnung : einer Aenderung bedürfen, weil gerade Bänke vor- 
zuziehen sind. Die Verhältnisse des Innenraumes sind gut abge- 
wogen und versprechen eine schöne Wirkung. Ein besonderer Vor- 
zug des Entwurfes liegt in seinem statisch einwandfreien Konstruktions- 
system und in der mafsvollen, mit sicherer Beherrschung der Massen 
und Kenntnis der Einzelformen trefflich durchgeführten Aussenarchitektur. 
Von den beiden zur Auswahl gestellten Fassadenlösungen verdient 
nach Ansicht der Preisrichter die durch die Kreuzblumen auf den 
Giebeln gekennzeichnete den Vorzug. In konstruktiver Beziehung 
ist zu erwähnen, dass die Decke über dem Konfirmandensaal, welcher 
anscheinend mit einem Monier-Gewölbe abgeschlossen ist, besser mit 
einer geraden Holzdecke zu versehen sein wird. 
Nach sorgfältigem Vergleich der nunmehr auf der engsten 
Wahl verbliebenen 3 Arbeiten mit einander beschloss das Preisgericht 
einstimmig: den ersten Preis von 2500 Mk, dem Entwurf mit der 
Bezeichnung „St. Michael“ (18), ferner einstimmig: den zweiten Preis 
von 1500 Mk. dem Entwurf mit der Bezeichnung ‚St. Michael (11) 
und mit sechs gegen eine Stimme: den dritten Preis von 1000 Mk. 
dem Entwurf mit der Bezeichnung „Zeckturm“ zuzuerkennen, und 
falls die Gemeinde-Vertretung den Wunsch haben sollte, ausserdem 
noch Entwürfe anzukaufen, hierfür in erster Linie den Entwurf mit 
der Bezeichnung ‚Wiüe’s trefft so trefft’s, bald so, bald so“ und in 
zweiter Linie den Entwurf mit der Bezeichnung „Martin Luther“ 
zu empfehlen. Bei der Oeffnung der zu den preisgekrönten Ent- 
würfen. gehörenden Briefumschläge wurden ermittelt: als Verfasser 
des mit dem 1, Preise ausgezeichneten Entwurfes Architekt J. Kröger 
in Wilmersdorf bei Berlin, als Verfasser des mit dem 2. Preise aus- 
gezeichneten Entwurfs der Architekt Hermann G. Meyer in Bremen 
und als Verfasser des mit dem 3. Preise ausgezeichneten Entwurfes 
die Architekten X. Güldemeister und W. Sunkel in Bremen. 
Am Vormittag des 9. April versammelten sich die Preisrichter 
mit Ausnahme des durch eine Reise nach Berlin verhinderten 
Pfarrers Dr. Veeck nochmals im Kauthause, um an der Hand der 
Entwürfe den Wortlaut des Protokolles, von dem den Preisrichtern 
und allen Teilnehmern am Wettbewerb ein Umdruck zugesandt werden 
soll, im einzelnen festzustellen. 
Bremen, den 9. April 1896. 
Die Preisrichter. 
  
 
	        

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