Full text: Deutsche Konkurrenzen (1896, Bd. 6, H. 61/72)

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Berlin, welchen ersten ‚die Preise I und IT, den letzteren der Betrag des dritten 
Preises unter obiger Bedingung zuerkannt wurden, 
Gutachten. *) 
No. 9. „Für deutsche Kunst“. Der Entwurf gruppiert in zweck- 
mäfsiger Weise bei seiner dereinstigen Gesamtgestaltung um zwei ausreichend 
grosse Höfe, getrennt durch einen Mittelflügel, in einfacher übersichtlicher 
Weise die geforderten Räumlichkeiten. Der Haupteingang ist praktisch an 
dem Hansaring, als der eigentlichen Verkehrsader, gedacht. Um die Be- 
leuchtungsverhältnisse an der Bremerstrasse zu verbessern, ist hier ein 5 m 
breiter Vorgarten angelegt. Die gewählte Architektur in gotisierenden Formen 
schliesst sich altkölnischen Vorbildern an und wird auch bei der nur teil- 
weisen Ausführung des Gesamtplanes eine günstige Erscheinung gegen den 
Hansaplatz gewähren, Die Verteilung der einzelnen Raumgruppen ist zweck- 
mäfsig; dass Bibliotheks- und Direktorialräume durch einen Nebeneingang von 
der Bremerstrasse zugänglich sind, ohne die Museumsräume betreten zu müssen, 
muss im Interesse der abendlichen Benutzung als zweckmäfsig erachtet werden, 
Zu bemängeln ist: ‚Das Fehlen eines zweiten Thürabschlusses als Windfang 
für den Haupteingang. Auch wird die grosse Eintrittshalle an einzelnen Stellen 
nicht genügend beleuchtet sein. Ein Fortfall der Klosetträume rechts und 
links des Haupteingangs würde diesen Uebelstand wesentlich bessern; die 
Aborte könnten den Räumen für Hausmeister und Garderobe abgenommen 
werden.‘ Der angenommene Ausführungspreis von 19,50 Mark pro ı qbm ist 
als zulässig zu erachten, da die ausserordentlich schlichte Architektur der 
beiden unteren Geschosse die Baukosten nicht unerheblich verringert. Der 
Entwurf muss als eine reife tüchtige Arbeit bezeichnet werden, 
No. 13. „Wilhelm Vernickel“. Das geplante Gebäude stellt sich in 
seiner äusseren Erscheinung in den markigen und charakteristischen Formen 
der deutschen Frührenaissance dar und entspricht nach dieser Richtung und 
bei seiner bevorzugten Lage an dem Hansaplatz gewiss den Ansprüchen an 
einen Sammlungsbau der Kunstgewerbe in Köln. Der künstlerischen Bedeutung 
des Entwurfs in seiner Fassadenentwicklung steht auch die Grundrisslösung 
nicht nach, obgleich hier als eine grosse Schwäche des Entwurfs der Licht- 
mangel in der grossen Eingangshalle des Erd- und Untergeschosses sich be- 
merkbar macht. Ohne eine wesentliche Umgestaltung des Entwurfs dürfte auch 
diesem Uebelstande schwer abzuhelfen sein. — Der Verfasser nimmt seinen 
Haupteingang vom Hansaplatz, was für. die dereinstige Herstellung des Ge- 
samtbaues mancherlei Vorteil bietet, und legt an den Hansaring einen ge- 
räumigen Nebeneingang, welcher dem Lesesaal und Büchersaal einen bequemen 
Zugang gewährt. Ebenso ist der Vorschlag der geplanten einstigen Ver- 
grösserung der Bibliothek durch Galerien und Hinzunahme des darunter 
liegenden Raumes zu billigen. Sehr zweckmäfsig gewählt ist die Lage des 
ausserdem sehr gut beleuchteten Raumes für moderne Zimmereinrichtung. Der 
scheinbar kleine innere Hof erfährt durch den Fortfall der Galerie im oberen 
Geschoss eine bessere Lichtzufuhr, so dass dieser Hof als ausreichend gross 
bezeichnet werden muss. Bei berechnetem Kostenaufwand von 19,84 Mark 
pro ı cbm würde der reiche und hochinteressante Entwurf ausführbar sein, wenn 
sich nicht bei Prüfung der Preisansätze herausgestellt hätte, dass diese für die 
grossen Giebelaufbauten viel zu niedrig berechnet waren, 
No. 14. „SS. Gereon‘‘. Der Grundriss folgt der Doppel-T-Form mit 
lebhaft ausgesprochenem Mittelbau, welcher Vestibül und Haupttreppenhaus 
enthält. Die kompendiöse Anlage vermeidet somit geschlossene Höfe und ist 
auch zur vorläufigen Ausführung in drei Fünfteln ihrer Gesamtentwicklung wohl 
geeignet. Dem klar eingeteilten Grundrisse kann ein Vorwurf durchaus nicht 
e „.*) Es sind hier nur diejenigen Gutachten zum Abdruck gebracht, die sich auf die 
in diesem Heft dargestellten Entwürfe beziehen, Im Gutachten des Preisgerichts sind 
sämtliche Entwürfe der engeren Wahl besprochen, Die Herausgeber, 
   
     
       
    
   
  
  
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
    
   
  
  
  
   
  
   
   
   
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
   
   
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
  
     
  
     
  
 
	        

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