Industrielle Hallenbauten
Industrielle Hallenbauten dienen im Gegensatz
zu den Eingeschoßbauten zur Erzielung von Räumen
großer Breiten- und Höhenabmessungen. Ihre bauliche Ge⸗—
staltung wird beeinflußt von der Art der Tageslichtzuführung,
der Entlüftung (Rauchabführung), der Regenwasserableitung,
der Kranausrüstung sowie den nach Betriebsgrundsätzen zu
wählenden Stützenentfernungen.
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Fig. 1 3
Fig. 4
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mit Latze
Querschnittsbildung.
Belichtung.
Die Tageslichtzuführung erfolgt außer durch
senkrechte Fensterflächen in den Wanden und auch (wie bei
einigen neueren Haällen) im Dach durch satteldachförmige
First- oder Raupenoberlichter) und mansardförmige Oberlichter,
bei Eisenbetonbauten auch mit Hilfe von zwischen Eisenbeton—
rippen eingebauten Glasbausteinen (Glasprismen). Bezüglich der
Größe und Verteilung der Glasflächen ist zu beachten, daß die
Helligkeit um so größer ist, je großer der Flaͤcheninhalt des wirk—
samen Himmelsgewoölbestücks ist, und je mehr reflektiertes Licht
zur Wirtung kommt. Anzustreben ist, daß an den einzelnen Ar—
beitsstellen das zugeführte Tageslicht von möglichst gleicher
Stärke ist. Unter der Annahme, daß alle Teile des Himmels—
gewölbes eine gleiche Lichtmenge ausstrahlen, läßt sich für jedes
Flächenelement im Halleninnern ein relativer Lichtwert aus—
rechnen, und z. B. für wagrechte oder geneigte Flächenelemente
in einer gewissen Höhe über dem Hallenfußboden lassen sich diese
Lichtwerte graphisch auftragen. Kennt man den für Ärbeitsstellen
mindestens notwendigen Tageslichtquotienten, d. h. das Ver—
hältnis der Beleuchtungsstärke eines Flächenelements im Hallen—
innern zu der Beleuchtungsstärke eines horizontalen Flächen—
elements im Freien bei bedecktem Himmel, so kann man bei dem
angegebenen Verfahren die Tageslichtzuführung durch Glas—
flächen auf ihre Zweckmäßigkeit prüfen, allerdings zunächst unter
Verzicht auf die Berücksichtigung der Reflexwirkung.
Belüftung.
Eine gute natürliche Lüftung läßt sich nur erzielen, wenn
der Rauch und die verbrauchte Luft ungehindert abziehen kann,
und wenn für entsprechend große Luftzuführungsöffnungen ge—
sorgt ist. Für die Rauchabführung eignen sich besonders gut um
eine vertikale Achse drehbare, z. B. aus Holz hergestellte Klappen,
nicht die viel verwendeten festen oder beweglichen Jalousien, die
aber für die Luftzuführungsöffnungen ganz geeignet sind. Die
Fig. J und 2 zeigen zweckentsprecheüde Entlüftungseinrichtungen
und eine empfehlenswerte Anordnung der Glasflächen für mehr—
schiffige Hallen, wie sie für Schmieden, Stahlwerke, Gießereien
und für ähnliche Industrieeinzelbauten, bei denen mit starker
Hitze- und Rauchentwicklung zu rechnen ist, verwendet werden.
Die Rauchabführung erfolgt durch die oben erwähnten Klappen,
die Luftzuführung durch solche Klappen oder durch Jalousien in
entsprechend in das Dach eingeschalteten senkrechten Flächen.
Damit kein Regen und Schnee eindringen kann, ist fuͤr ent—
sprechende Zargen und genügend große Dachüberstände zu
sorgen. In Fig 3 ist eine in Nordamerita vielfach ausgeführte
Dachform dargestellt (Pond truss roof), der eine sehr rasche Ab—
führung des Rauches und der verbrauchten Luft durch die bei
aufgeklappten Glasstreifen entstehenden Offnungen nachgerühmt
wird. Auch die Tageslichtzuführung ist einwandfrei. Sie wird
dadurch verstärkt, daß man die Reflexwirkung der Innenflächen
der undurchsichtigen Dachhaut heranzieht.
Kraneneinbau.
Von besonderem Einfluß auf die Querschnittsgestaltung von
Hallenbauten sind die darin verwendeten Werkstattförde—
rer, vor allem die verschiedenen Arten von Kranen. Diese
beeinflussen ganz wesentlich das Traggerippe und die von ihnen
ausgeübten Kraftwirkungen. Besonders verteuernd wirken hori—
zontale Kräfte, die z. B. für Konsolkrane charakteristisch sind, die
aber auch bei normalen Laufkranen beim Anfahren und nament—
lich beim Bremsen des Krans und der Katzen auftreten. Die
Wahl der Krane nach wirtschaftlichen Grundsaͤtzen kann demnach
nur im Zusammenhang mit der Wahl des Traggerippes und mit
Berücksichtigung seiner durch die Kranausrüstung verursachten
Mehrkosten getroffen werden Hallengestaltung und die Wahl der
Kranausrüstung muß Hand in Hand gehen. Die Radlasten der
Krane werden auf Kranschienen übertragen, die meist Teile von
Kranbahnträgern sind. Diese selbst werden vielfach noch zu andern
Zwecken, z. B. als Unterzüge für Zwischenbinder, herangezogen.
Im folgenden werden nur diejenigen Krane aufgezählt, die
für die bauliche Gestaltung von Hallen von Einflußk sind. Es
tommen in Betracht