Full text: Deutsche Konkurrenzen (1907, Bd. 21, H. 241/252)

4. Ausreichend bemessene, bequem und zugfrei zugängliche Garderoben, sowohl zu obener Erde, 
   
  
  
  
  
wie für die Emporen; diejenigen im Erdgeschoss wenigstens 100 qm, diejenigen auf den Emporen 
wenigstens 60 qm S 
viele, entsprechend verteilte Klosetts und Pissoirs, nebst direkt beleuchteten 
ügender Waschgelegenheit, die event. zum Teil im Untergeschoss, bezw. einem 
choss angebracht werden können. 
Einen Empfangssaal für Trauungen von mindestens 120 qm Grösse, bequem von aussen 
einer Vorfahrt zugänglich; dieser Empfangssaal soll in zwei Räume abteilbar sein. 
Drei Zimmer Mit Toilette (Klosett), je eines für den Rabbiner, die Kantoren und den 
\gogenvorstand; diese Zimmer sollen möglichst nahe der Estrade (s. u. c 4) liegen. 
8. Falls möglich noch ein Zimmer für den Gemeindevorstand von ca. 50 qm Grösse. 
9. Einen Raum zur Unterbringung des Archivs mit feuersicherem Abschluss; dieser Raum soll 
womöglich an den Raum sub 8, und falls letzterer nicht vorgesehen wird, an den Empfangssaal für 
Trauungen (vergl. 6) anschliessend, eventuell im Untergeschoss gelegen sein. 
10. Ein Teil der Kellerräume soll zur Unterbringung von Subsellien, Utensilien etc. besonders 
trocken und hell gehalten sein. 
Bei Bemessung der Zahl der Klosetts und Pissoirs ist zu berücksichtigen, dass an Feiertagen 
enst oft länger als 3 Stunden, am Versöhnungstage sogar den ganzen Tag über dauert. 
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b) Der Nebenbau: 
1. Im Erdgeschoss: eine Kastellanwohnung von 4 Zimmern einschliesslich eines Dienstzimmers 
nebst Zubehör, sowie ein Lehrerzimmer, eventl. noch ı Schulzimmer. 
2. Im ersten Obergeschoss: 4 Schulzimmer für je 40 Kinder, ferner je 2 Klosetts für Knaben 
und Mädchen. 
3. Im zweiten Obergeschoss unter Zuziehung des Mansardstocks eine Dienstwohnung für den 
Rabbiner von mindestens 7 Zimmern nebst Zubehör. 
Die Schulräume müssen durch ein besonderes Treppenhaus zugänglich sein. 
c) Besondere Bedingungen für den Synagogenbau; 
I. Die Flächenmafse der Sitze sollen 55 cm in der Breite, 90 cm in der Tiefe betragen. 
2. Bei Anordnung der Sitze ist darauf Rücksicht zu nehmen, dass diejenigen des Mittelschiffes 
mindestens 4 m von der Estrade (siehe unten 4) abstehen, und höchstens 9 Plätze zwischen Gängen 
angeordnet werden. Die Sitze dürfen nicht direkt an die Aussenwände anstossen, es ist vielmehr 
längs der Aussenwände ein Gang von mindestens 90 cm Breite freizuhalten, falls nicht die ministeriellen 
Vorschriften eine grössere Breite verlangen. 
3. Falls ein Hauptmittelgang angeordnet wird, so ist demselben eine Mindestbreite von 1.80 m 
zu geben. Die im Erdgeschoss ausserdem nach dem Allerheiligsten führenden Gänge sollen, abgesehen 
von den Wandgängen, eine Breite von mindestens 1.10 m, die Hauptverbindungsgänge nach den 
Garderoben eine Breite von mindestens 1.50 m erhalten. 
4. Vor dem Allerheiligsten ist eine erhöhte Estrade von etwa 60—90 qm Grundfläche vor- 
zusehen. Auf der Estrade, und zwar an der dem Publikum zugewandten Seite, soll auch die Kanzel 
angebracht werden. 
5. Besonderer Wert wird auf reichliche Anordnung und Bemessung der Gänge, Türen, Wind- 
fänge, Fluren, Treppen und Notausgänge gelegt; es sind hierbei mindestens die ministeriellen Vor- 
schriften für öffentliche Versammlungsräume einzuhalten. 
6. Es wird anheimgegeben, eventuell durch Hochlegung der Synagoge, die erforderlichen 
Nebenräume z. T. in einem zu ebener Erde angeordneten Sockelgeschoss zu gewinnen. 
7. Gesamtanlage. Es dürfte sich empfehlen, das Nebengebäude mit dem eigentlichen 
Synagogenbau in geeigneter Weise derart zu verbinden, dass hierdurch eine schöne Gebäudegruppe, 
etwa mit einem Vorhof von bescheidener Grösse, gebildet wird. Ausserdem ist eine ruhige, monu- 
mentale Umrisslinie des Gebäudes anzustreben. Es ist in Aussicht genommen, die Heizanlage für die 
Synagoge wie auch für alle Nebenräume im Kellergeschoss des Nebenbaues unterzubringen. . 
8. Kosten. Für die Gesamtausführung einschliesslich der inneren Ausstattung und Ein- 
richtung, der Heizungs-, Beleuchtungs-, Wasserleitungs- und Entwässerungs-Anlagen steht eine Bausumme 
von 550000 Mk. zur Verfügung, welche nicht überschritten werden darf. 6 
Der Nachweis über die Höhe der Bausumme ist durch einen leicht zu prüfenden Ueberschlag 
nach Kubikmetern umbauten Raumes zu führen, mit Angabe von Pauschsummen für die innere Aus- 
stattung und Einrichtung, Die Entscheidung über die Richtigkeit des eingesetzten Einheitspreises 
steht dem Preisgericht zu. 
Frankfurt a. M., den 15. Februar 1906. 
Aus dem Gutachten des Preisgerichts. 
Auf das Ausschreiben sind rechtzeitig 109 Entwürfe eingegangen. 
Eine sachliche Vorprüfung, die sich auf die bebaute Fläche, auf den Kubik-Inhalt En umbauten 
Raumes, sowie auf die aufzuwendenden Zaumittel erstreckte, wurde durch Herrn Kgl. Baurat /ranz 
von Hoven vorgenommen und für die Preisrichter übersichtlich dargestellt. . 
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EAN 
 
	        

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