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ihn einst Fanggeld bezahlt worden sein; ein Jäger, dem daran
lag, möglichst hohe Ziffern in’s Register zu bringen, konnte aber
auch ebensogut Resultate seiner Privatindustrie mit einschalten,
denn Igel-Bouillon galt einst für heilsam in verschiedenen Krank-
heiten und das Fett war früher officinell wie dasjenige des in
mancher Beziehung an ihn erinnernden Dachses; zu des Plinius
(Lib. VIII, 56) Zeiten waren die Igelfelle zum Glätten schaf-
wollener Tuchstoffe gesucht. Häufig bei Wilflingen (Pollich)
und bei Mengen (Peter), ebenso bei Pflummern (Gawatz;
Alte mit 4 Jungen, August 1863; W. S.). In Warthausen
begegnet man ihm einzeln und familienweise öfters im Garten,
besonders in einem Parkwäldchen, nicht etwa bloss Nachts son-
dern bei hellem Sonnenschein, wo sie, wenn sie nicht von den
Hunden verbellt werden, durchaus ungenirt hantiren; öfters gehen
hier einzelne elend zu Grunde, indem sie in die ausgemauerten
Brunnenstuben der Wasserleitung fallen. Sommers erhascht bis-
weilen ein Marder einen jungen Igel oder sie werden manchmal
während des Winterschlafs vom Fuchs ausgegraben, wie man an
den ausgefressenen Stachelhäuten und an den Schneespuren des
Vertilgers sehen kann. Weitere Nachstellung erleidet dieser
treffliche Mäusejäger von den durchziehenden Zigeunern, die ihn
verspeisen. Zu Zeiten Conrad Gesners (1516—65) kam er auch
sonst in die Küche und finden wir in dessen Thierbuch (edit,
Francof, 1603, p. 371) Andeutungen über die Zubereitung. Auch
den Pfahlbautenbewohnern scheint er, ihren Küchenabfällen nach
zu schliessen, geschmeckt zu haben.
Bei Breitenbronn werden in manchen Jahren 3—5 Lager
mit 3—7 Jungen gefunden (Wiedemann); bei Augsburg u. s. w.
überall sehr häufig (Leu).
Il. Raubthiere, Carnivora Blas.
(Carnivora genuina Cuv., Ferae pro parte L.).
19. Die Wild-Katze, Felis catus L.
Felis catus ferus Schreb., F. sylvestris Briss., Catus sylvestris Gesn.,
»Kuder, Wildkuter.«