Full text: Deutsche Konkurrenzen (1892/93, Bd. 1, H. 7/9)

  
  
  
  
.PROGRAMM. 
Der neue Personenhauptbahnhof in Dresden soll an der Stelle des be- 
stehenden Böhmischen Bahnhofes daselbst errichtet werden, unter Beseitigung 
sämmtlicher jetzt vorhandener Anlagen desselben, einschlieslich des jetzigen Em- 
pfangs- und Verwaltungsgebäudes. 
Der neue Bahnhof wird in seinem für die Entwürfe der Gebäude in Be- 
tracht kommenden Teile, das ist auf der Strecke von .der Pragerstrasse bis zur 
verlängerten Carolastrasse, seitlich begrenzt von den nahezu parallel laufenden 
Strassen: der Strehlenerstrasse und der Wienerstrasse. Die Aussenkanten dieser 
beiden bauplanmässig 17 m breiten Strassen haben einen Abstand von rund 
213 m voneinander, Bei der künftigen Gestaltung des Bahnhofes ist die 
Strehlenerstrasse in einer Breite von 27 m und die Wienerstrasse in einer 
solchen von mindestens 42 m von allen Baulichkeiten, ausser den Vordächern 
für die Wagenanfahrten, frei zu halten. S 
Der auf Blatt ı der anliegenden Zeichnungen eingetragene Gileisplan ist 
im allgemeinen als feststehend anzunehmen; zulässige Abweichungen von dem- 
Die für die Gleise und für die den Bahn- 
hof umgebenden Strassen in Betracht kommenden künftigen Höhen werden aus 
selbem sind weiter unten angegeben. 
dem Eintrage der Ostseehöhen der massgebenden Punkte im Blatte ı und den 
Schnitten auf Blatt 2 erkenntlich. 
Wie der beiliegende Grundriss zeigt, dient der künftige Personenhauptbahn- 
hof Dresden-Altstadt als Durchgangsstation für die Linie Bodenbach— SP, 
als Kopfstation für die Linie Reichenbach i, V.—Görlitz und als Endstation für 
einige andere, im Grundrisse näher bezeichnete Linien, 
Zur Beseitigung der jetzt bestehenden Kreuzungen in Schienenhöhe zwischen 
ar Ne Leipzig 
städtischen Strassen und der Durchgangslinie Bodenbach— SPS 
— wird diese Linie 
Berlin 
um rund 4,4 m gehoben. Bei der Einmündung in den Bahnhof wird sie zudem 
in zwei Arme gespalten; zwischen diesen Armen befinden sich dann die Kopf- 
stationsgleise der Linie Reichenbach-—Görlitz und die Endstationsgleise der übrigen 
Linien, welche innerhalb des neuen Bahnhofes in der jetzigen Höhenlage ver- 
  
bleiben. 
Westen im Neigungsverhältnisse ı:400; es liegen demgemäss an dem für die 
Die Gleise der Durchgangslinie fallen von der Pragerstrasse ab nach 
Gebäudegestaltung in Betracht kommenden Teile des künftigen Bahnhofes diese 
Gleise durchschnittlich 4 m höher, als die Gleise der Kopf- und Endlinien. 
Die Pragerstrasse wird von den Bahngleisen unter einem Winkel von 
nahezu 79° gekreuzt. Diese Strasse bildet schon jetzt eine Hauptader für den 
städtischen Verkehr und es steht zu erwarten, dass ihre Bedeutung nach In- 
betriebnahme des neuen Bahnhofes noch zunehmen wird. Sie ist in einer Breite 
von 23 m unter den hochliegenden Gleisen hinwegzuführen; an der Bahnkreuzung 
wird sie sich künftig etwa 5,4 m unter dem Schienenkopfe der Durchgangsgleise 
befinden; ihre künftige Höhenlage in der Längsrichtung ist aus dem Längsschnitte 
auf Blatt 2 ersichtlich und als feststehend anzunehmen, 
Neben der Pragerstrasse 'ist auf jeder Seite ausserhalb der Breitenausdeh- 
nung von 23 m noch ein besonderer Durchgang unter den Hochgleisen von 8 
bis 10 m Breite offen zu halten, wie auf Blatt ı angedeutet. Diese Durchgänge 
haben dem Zu- und Abgange von Reisenden und von Fuhrwerk, sowie dem. 
Verkehre der Bahnbeamten zwischen den beiden hochliegenden Bahnhofsteilen 
zu dienen. Die Trennungslinien zwischen der Pragerstrasse und den seitlichen 
Durchgängen sind mit eisernen Einfriedigungen und Thoren abzuschliessen. Von 
dem östlich gelegenen Durchgange sind Treppen nach den auf derselben Seite 
der Pragerstrasse befindlichen hochliegenden Personenbahnsteigen für Sonder- und 
Vorortzüge anzuordnen. 
Der zwischen der Pragerstrasse und dem Ende der Kopfgleise vorhandene- 
Platz von etwa 100 m Länge und 59 m Breite ist für die Errichtung eines 
Empfangsgebäudes bestimmt, welches von der Pragerstrasse, sowie unter den, 
hochliegenden Durchgangsgleisen hinweg, von den Vorplätzen an der Wiener- 
und an der Strehlenerstrasse aus Eingänge zu erhalten hat. Dabei ist an den, 
Enden der Kopfgleise ein Querbahnsteig von 15 bis 18 m Breite anzunehmen,. 
in dessen Längsrichtung die Ausgänge für die Reisenden nach der Wiener- 
und Strehlenerstrasse, also ebenfalls unter den Hochgleisen hinweg, zu liegen 
haben. 
Hierdurch wird in den Räumen des Empfangsgebäudes ein Gegenein-- 
  
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