Title:
Deutsche Konkurrenzen
Creator:
Neumeister, Albert Häberle, Ernst
Shelfmark:
XIX/493.4-2,1893
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1554189511460_2_1893/222/
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hatten, sowie diejenigen, bei welchen die Beleuchtung der Klassenzimmer durch vor- 
geschobene Gebäudeteile benachteiligt wurde. Bei einer weiteren Zahl von Entwürfen 
war die Einteilung der Baufläche für den Schulbetrieb unzweckmäfsig oder die Ver- 
bindung des Schulgebäudes mit den Turn- und Spielplätzen, sowie mit den Abort- 
anlagen zu ungünstig und unbequem; bei anderen entbehrten die Eingänge, die Flure 
und Treppen der nötigen Klarheit und Uebersichtlichkeit und der Möglichkeit einer 
vollkommenen Beleuchtung und Lüftung in allen Teilen, Auch hatte mehrfach die 
Anlage der zum Aufenthalt der Schüler bestimmten Korridore und Flure und der 
Kleiderablagen keine genügende Berücksichtigung gefunden, Unter Beachtung aller 
dieser Gesichtspunkte ergab sich bei einer ersten Sichtung, dass 81 Entwürfe den 
mindestens zu stellenden Forderungen nach der einen oder anderen Richtung hin 
nicht entsprachen. Bei den übrigen Entwürfen fanden sich zwar gleichfalls im ein- 
zelnen mancherlei nicht zu billigende Anordnungen, doch standen solchen Mängeln 
architektonische Schönheiten und zum Teil höchst verdienstvolle Anordnungen gegenüber. 
Deshalb wurden diese 50 Entwürfe einer erneuten eingehenden Prüfung und Vergleichung 
unterworfen und danach drei Klassen zugewiesen, und zwar der I. Klasse 24 Entwürfe, der 
II. Klassea 15 Entwürfe, der III. Klasse 11 Entwürfe. Die letztgenannten 11 Entwürfe 
kamen in die engste Wahl. Unter diesen wurde der Entwurf Motto „4“ durch das ein- 
stimmige Urteil der Preisrichter für die beste Lösung der gestellten Aufgabe erklärt. 
Es machte sich jedoch die Ueberzeugung geltend, dass dieselbe wegen einiger, wenn 
auch weniger hervortretender Mängel als eine durchaus einwandfreie, des ersten Preises 
würdige Lösung nicht angesehen werden könne, und es wurde deshalb beschlossen, 
diesem Entwurf den zweiten Preis von 2000 M. zuzuerkennen. In der Erkenntnis, 
dass die dem erstgenannten am nächsten stehenden Entwürfe in der Gesamtheit ihrer 
Vorzüge und Schwächen einander die Wage halten dürften, wurde weiter beschlossen, 
aus der für den ersten und dritten Preis angesetzten Summe vier gleiche Preise von 
je 1000 M. zu bilden, welche ı. dem Entwurfe Motto: „93“, 2. dem Entwurfe 
Motto: ‚,Finzs coronat opus‘, 3. dem Entwurfe Motto: „Nord-West“ (71) » 4. dem 
Entwurfe Motto: ‚,Bonis Litteris sacrum“ zuerkannt worden sind 
Hinsichtlich der prämiierten Entwürfe wurden folgende Gutachten vereinbart. 
I. Entwurf Motto: „A“ zeigt bei höchst zweckmässiger Anordnung der Baufläche 
eine schöne Gruppierung des in der Mitte gelegenen und gegen die Strasse etwas 
zurückgeschobenen Klassenhauses mit dem Direktor-Wohnhause einerseits und der 
Turnhalle andererseits. Diese drei Gebäude sind durch eine am Klassenhause 
herlaufende Pfeiler- und Säulenhalle zu einem reizvollen Ganzen Zzusammenge- 
schlossen. Die praktischen Bedürfnisse des Schulbetriebs sind in tadelloser Weise 
erfüllt, Der Grundriss ist einfach und klar und zeigt geräumige und leicht zu 
übersehende Vorhallen und Korridore. Als nicht ganz zureichend ist die Beleuch- 
tung der grossen Halle an der Haupttreppe und deren Verbindung mit dem Seiten- 
korridor angesehen worden. Doch würde sich die Beleuchtung. im Erdgeschoss 
durch Verlegung der Räume für Pedell und Heizer verbessern lassen. Weniger 
günstig ist auch die ungleichmäfsige Beleuchtung der Haupttreppe, welche im 
Zusammenhang mit dem bezeichneten Mangel der Verbindung von Halle und 
Korridor auf eine Verschiebung der Haupttreppe hinweist, Die Wohnung für 
Direktor und Pedell ist schön und praktisch geplant und zählt zu den besten 
„Öösungen des Wettbewerbes. 
2. Dem Entwurfe steht No. 58 mit dem Motto „93“ am nächsten, Die Einteilung 
der Baufläche ist klar und zweckmäfsig, wenn auch die Abmessungen des Spiel- 
und Turnplatzes nicht ganz den Bedürfnissen entsprechen und der Zugang zu 
diesen Plätzen vom Klassenhause aus etwas unbequem ist. Die Lage der Lehrer- 
aborte ist programmwidrig. Als ein grosser Vorzug ist es dagegen anzusehen, 
dass das Klassengebäude besonders weit von der Nachbargrenze zurückgeschoben 
ist, so dass eine vortreffliche Beleuchtung der Klassenzimmer gewährleistet wird, 
Nicht vorteilhaft ist die Anlage des Klassenhauses in vier Geschossen; indessen 
fällt dieser Umstand weniger ins Gewicht, weil in das oberste Geschoss nur solche 
Räume verlegt sind, die seltener benutzt werden. Korridore und Vorplätze sind 
  
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
  
  
  
   
    
  
  
  
  
   
   
  
  
   
   
    
   
  
  
  
  
    
   
   
   
  
  
  
   
   
   
   
   
   
   
  
   
    
   
  
  
   
   
  
    
  
   
  
   
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