Title:
Deutsche Konkurrenzen
Creator:
Neumeister, Albert Häberle, Ernst
Shelfmark:
XIX/493.4-2,1893
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1554189511460_2_1893/325/
Protokoll des Preisgerichtes. 
Verhandelt Löbau, den 11. August 1893. 
    
Zur Prüfung und Beurteilung der infolge des Preisausschreibens vom 11. April 
d. J. rechtzeitig eingegangenen 28 Entwürfe zu einem Restaurationsgebäude 
auf dem Löbauer Stadtberge treten am heutigen Tage die durch jenes Aus- 
schreiben bestimmten Preisrichter zusammen. 
  
  
  
   
   
   
Na n diese zunächst in Gemeinschaft eine Besichtigung der Baustelle 
vorgenomn und sodann über die im Hauptsaale der städtischen Realschule 
ausgest Entwürfe einen Gesamtüberblick sich verschafft hatten, wurden die 
hen Mitglieder des Preisgerichts beauftragt, die einzelnen Arbeiten einer 
ifung zu unterziehen. 
das Ergebnis der Prüfung erstatteten diese in einer gemeinschaft- 
lichen Sitzung einen eingehenden Bericht, der sich einmal auf einige aus der 
Gesamtheit der Arbeiten gewonnene Gesichtspunkte für die Lösung der Aufgabe 
an sich, zweitens aber auf die Beurteilung des Wertes der einzelnen Entwürfe 
bezog. 
Von wesentlichem Einflusse auf die Lösung der Aufgabe ist in erster Linie 
die Gestaltung der Oertlichkeit. Als das zu erstrebende Ziel darf es gelten, 
einerseits den Besuchern der Anlage von der räumlich beschränkten Bergterrasse 
| aus den freien Blick auf die reizend gelegene Stadt und deren anmutige, gebirgige 
' Umgebung nach Möglichkeit zu erhalten, andererseits aber auch das Gebäude so 
zu stellen, dass es mit der Terrasse und den zu errichtenden Kolonnaden zwar 
in engster Verbindung steht, jedoch gleichzeitig vom Löbauer Thale aus möglichst 
sichtbar bleibt und in die Ferne wirken kann. Diesen Anforderungen wird am 
besten Rechnung getragen, wenn das neue Gebäude im Vergleich zu dem jetzt 
bestehenden nach Osten hin verschoben, der Platz des letzteren aber in 
Verbindung mit dem hinter ihm liegenden ebenen Gelände und der jetzt vor- 
handenen Terrasse in seiner gesamten Ausdehnung bis zur ansteigenden Berg- 
lehne als Konzertgarten frei gehalten wird. 
So einleuchtend sich bei einem Besuche des Platzes die Vorteile einer 
derartigen Anordnung geltend machen, so sind diese doch leider von verhältnis- 
mäfsig wenigen Teilnehmern des Wettbewerbs, darunter namentlich von den 
Verfassern der Entwürfe mit dem Kennzeichen „Im Walde‘, ‚,M. E.“ und 
„Dreipfennigmarke‘“ gewürdigt worden, Die Mehrzahl der Bewerber hat es 
vorgezogen, den für den Konzertgarten verlangten Raum durch eine zwar im 
Programm gestattete, aber immerhin ziemlich kostspielige Verbreiterung der vor- 
handenen Terrasse, in Verbindung mit einer Verschiebung des Neubaues nach 
Süden, gegen die Berglehne hin, zu beschaffen und damit mehr oder weniger 
auf eine Wirkung des Gebäudes in die Ferne zu verzichten. 
Vielfach begegnet man dem Bestreben, die unterhalb der Terrasse 
belegene Bergfläche mit jener durch Treppen u. s. w. in engere Verbindung 
zu setzen und damit gleichsam zu einer Erweiterung derselben‘ nutzbar zu machen, 
Der Höhenunterschied ist indessen ein so beträchtlicher, dass von einer. Ausdeh- 
nung der Wirtschaft auf dieses untere Gelände niemals die Rede sein kann; auch 
lässt der hierfür erforderliche Kostenaufwand die Ausführung derartiger Anlagen 
z. Zt. aussichtslos erscheinen. Es ist daher bei Beurteilung der Entwürfe auf 
Anordnungen nach dieser Richtung hin kein weiteres Gewicht gelegt worden. 
Ebenso steht die im Programm verlangte gärtmerische Ausgestaltung der 
Promenaden- Anlage am langen Rain mit dem Hauptteile der Aufgabe in 
  
  
 
        

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