Title:
Deutsche Konkurrenzen
Creator:
Neumeister, Albert Häberle, Ernst
Shelfmark:
XIX/493.4-2,1893
PURL:
https://digibus.ub.uni-stuttgart.de/viewer/object/1554189511460_2_1893/42/
  
  
  
  
  
  
  
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9) wenn angängig, doch auch nicht unbedingt notwendig, im Erd- 
geschoss ein Einsegnungszimmer, welches zugleich als Chor-Uebungszimmer be- 
nutzt werden kann und für etwa 60 Personen Raum bieten müsste, 
10) Für die ad 2, 4, 5, 6 und 7 genannten Teile des Gebäudes sind an- 
gemessen disponierte Garderoben und Aborte in ausreichender Zahl und Abmessung 
anzulegen. Sämtliche Räume sollen einzeln erwärmt werden können. Die Be- 
leuchtung soll durch elektrisches Licht geschehen, doch soll auf eine Notbeleuchtung 
durch Gas Rücksicht genommen werden. Die Garderoben u, s. W, sind mit 
Wasserleitung zu versehen. Die Haupträume der Synagoge, die Emporen und 
Versammlungszimmer müssen leicht auffindbare und bequeme Zugänge bezw. 
Treppenanlagen haben. Auf eine weihevolle Gestaltung des Innern, sowie auf 
eine monumentale Erscheinung der Vorderfront des Bauwerks wird Wert gelegt. 
Besonders charaktervolle Bauteile (Türme oder Kuppeln etc.) wären erwünscht; 
die Gartenfronten können in einfachem Backsteinbau gehalten werden. (Aborte 
müssen unmittelbare Verbindung mit der freien Luft durch Fenster- oder Thür- 
öffnungen haben, auch mit guten Ventilations - Einrichtungen versehen sein, 
[S 48. 2 und 3‘ d. B.-O.]) 
V. Bausumme. Für die Ausführung des Synagogenbaues steht die Summe 
von 500000 Mark zur Verfügung, so dass für diese Summe nicht allein das Bau- 
werk an sich, seine Gründung, sondern auch die gesamte innere Ausstattung und 
oben bezeichnete Einrichtungen beschafft werden müssen. Es sind daher die 
Kosten des Baues in dem betreffenden Kosten -Ueberschlag (No. 7 der näheren 
Bedingungen) derart nachzuweisen, dass über die Innehaltung der Anschlagssumme 
kein Zweifel verbleibt. Auf Wunsch wird Herr Stadtbaurat a. D. Krüger hier- 
selbst, Hintere Vorstadt 17, den Herren Bewerbern nähere Mitteilung über orts- 
übliche Einheitspreise zugehen lassen, 
Es werden folgende Zeichnungen "verlangt: 1) ein Lageplan im Maafs- 
stabe I:300, 2) Grundpläne im Mafsstabe 1: 200, 3) charakteristische Schnitte, 
welche sämtliche inneren Konstruktionen deutlich erkennen lassen, im Mafsstabe 
1:200, 4) eine Hauptansicht im Mafsstabe 1:100, 5) eine Perspektive von 
Punkt A des Lageplanes in einfachen Linien, 6) ein kurz gefasster Erläuterungs- 
bericht, in welchem das aus den Zeichnungen nicht unmittelbar Ersichtliche, die 
zur Verwendung kommenden Materialien und Konstruktionen des Näheren erläutert 
werden, 7) wird ein Kostenüberschlag verlangt und zwar: a) für den Grundbau, 
b) für den Bau und seine architektonische Gestaltung, c) für die innere Ausstattung 
als Gotteshaus (Gestühl, Kanzel, Orgel, Oraun hakaudesch u. s. w.), d) für 
sonstige Einrichtungen (Heizungsanlage, Beleuchtung, Wasserleitung u. Ss. W.), 
e) für Umgebungsarbeiten (Vorplätze, Freitreppen, Pflasterungen u. Ss. W,). 
Die Ueberschlagsberechnungen werden vor Zusammentritt des Preisgerichts 
unter Leitung und Verantwortung des Herrn Stadtbaurats a. D. Krüger geprüft, 
und unterwerfen sich die Konkurrenten dem Resultat, welches diese Revision er- 
giebt. Die bis zum 1ı. Dezember d, J. eingehenden Arbeiten werden zunächst 
von den Herren Preisrichtern geprüft und nach der Prüfung vierzehn Tage in 
Königsberg an einem seiner Zeit bekannt zu machenden Ort öffentlich ausgestellt 
werden. Das Ergebnis des Wettbewerbs wird seinerzeit in dem „Zentralblatt der 
Bauverwaltung‘‘ und in der „Deutschen Bauzeitung‘“ bekannt gemacht werden, 
das gutachtlich begründete Urteil der Preisrichter dagegen wird bei der öffentlichen 
Ausstellung der Entwürfe ausliegen, wird jedoch auch abschriftlich jedem Kon- 
kurrenten kostenlos zugestellt. 
Die Zuerkennung der Preise erfolgt nur an solche Bewerber, welche Ab- 
lieferungszeit, Bauprogramm und Baukostensumme zweifellos innegehalten haben. 
Bei den anzukaufenden Plänen sind die Preisrichter nicht an diese Bedingung 
gebunden, Die preisgekrönten und anderweit erworbenen Entwürfe werden Eigen- 
tum der Synagogen-Gemeinde und behält sich dieselbe die freie Verwendung der 
gedachten Pläne vor. Die nicht prämiierten Entwürfe werden den sich legitimierenden 
Einsendern demnächst ausgehändigt werden, 
  
  
 
        

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