Bemerkungen über zwei aus Spitzbergen stammende
Rentierschädel.
Von Professor Dr. H. Nitsche in Tharand.
(Mit 5 Figuren.)
Als im Jahre 1891 die Zeitungen meldeten, dass von Herrn
Kommerzienrat G. E. STÄNGLEN in Stuttgart eine Expedition nach
Spitzbergen ausgerüstet würde, erlaubte ich mir, den einen Teilnehmer
an derselben, Herrn Kammerherrn Dr. MAx Grafen v. ZEPPELIN,
schriftlich zu bitten, seine Aufmerksamkeit auf die Spitzbergen-Rene
zu richten, da in den deutschen Sammlungen diese Rentierrasse nur
spärlich vertreten sei. Mein Wink fand freundlichste Beachtung und
die drei von der Expedition erbeuteten Rentiere wurden von diesem
Herrn nicht nur gemessen, sondern es sind auch die Schädel derselben
wohlpräpariert der Wissenschaft erhalten worden. Der Schädel
des stärksten Stückes, eines Renhirsches mit einem Bastgeweih von
ungerade 18 Enden, der am 15. August 1891 von Herrn Steuermann
Fr. PıaGE in der Adventbai unter ungefähr 78° 15’ n. Br. erlegt
wurde, gelangte, wie mir mitgeteilt wurde, an das Museum zu
Bremerhaven. Die der beiden anderen schwächeren Hirsche, die am
13. August in Green Harbour in ungefähr 78° 3‘ n. Br. an der
Westküste erlegt wurden und für das Museum in Stuttgart bestimmt
sind, wurden zunächst freundlicherweise mir zur Untersuchung übersendet,
wofür ich an dieser Stelle Herrn Grafen Dr. v. ZEPPELIN,
sowie Herrn Professor Dr. LAmrerT besten Dank abzustatten nicht
verfehle. Über sie zu berichten ist der Zweck der folgenden Zeilen.
Beide Exemplare sind, wie gesagt, männliche Stücke, Renhirsche
von ungerade 12 und ungerade 10 Enden. Ihre Färbung
wird von Herrn Grafen v. ZEPPELIN in seinen mir freundlichst überlassenen
Notizen als im allgemeinen dunkelbraungrau mit viel hellerem
Bauche und Halse bezeichnet. Ihre Maasse und das Gewicht
waren folgende: