Full text: Neue Allgemeine Bau-Ordnung für das Königreich Württemberg

I. Bau- Ord. Art. s u. 9. 5 
dieſer gleichzuachtende Veränderung ſtattfindet oder nothwen- 
dig iſt. 
Auch ist es nicht zulässig, ältere Bauwesen in einer dem Orts- 
bauplane zuwiderlaufenden Weiſe zu erweitern oder zu erhöhen. 
Außerdem kann die Durchführung der Ortsbauplane den 
bestehenden dagegen verstoßenden Bauten gegenüber zwangsweise 
nur auf dem Weg des § 30 der Verfassſungsurkunde geschehen. 
Wird in Gemäßheit der Vorſchrift des erſten Abſatzes der 
Wiederaufbau eines Bauwesens auf der ſeitherigen Grundfläche 
unterſagt, so kann der Eigenthümer verlangen, daß die Gemeinde 
die zu der Straße oder dem öffentlichen Platze erforderliche Fläche 
sofort gegen volle Entſchädigung übernehme. 
Art. 8. 
Soweit in Folge der Durchführung der in dem Ortsbauplane 
feſtgeſetten Straßenvisſiere die Besitzer von Gebäuden, welche ſchon 
vor Feststellung jenes Viſiers an der richtig zu legenden Straße 
errichtet waren, in der seitherigen Benützung ihrer Gebäude beein- 
trächtigt werden, oder, um dieselben sich zu erhalten, zu baulichen 
J Aenderungen gezwungen ſind, können sie von der Gemeinde den 
Erſatz ihres Schadens beanspruchen. 
Bei der Fesſtſezung der Entschädigung ist zu Gunsten der 
Gemeinde der Mehrwerth in Berechnung zu nehmen, welcher durch 
J die neue Einrichtung der betreffenden Liegenſchaft zuwächst. 
Art. 9. 
Bei der Fesſtſtellung der Baulinien (Art. 4) ist darauf Bedacht 
J zu nehmen, daß die Ortsstraßen eine den örtlichen Verhältnissen 
] und dem Bedürfnisse entſprechende Breite erhalten. Ortsſtraßen, 
welche neu angelegt oder verlängert und dabei auf beiden Seiten 
J mit Gebäuden beſeßzt werden, sollen nicht unter elf Meter 
J Breite haben. 
Eine geringere Breite kann bei neuen Straßen nur da zu- 
J gelassen werden, wo örtliche Verhältnisse es unvermeidlich machen. 
 
	        

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