Full text: Neue Allgemeine Bau-Ordnung für das Königreich Württemberg

betreffend die Feuerpolizei. 201 
Scheunen, Ställe, Böden oder andere Räume, welche zur 
Aufbewahrung feuerfangender Sachen dienen, mit unverwahrtem 
Feuer oder Licht zu betreten oder ſich denſelben mit unverwahrtem 
Feuer oder Licht zu nähern, iſt verboten. 
Ebenso ist es nicht erlaubt, in den bezeichneten Räumen 
Tabak zu rauchen oder Reibfeuerzeuge zu verwenden. 
Ist in ſolchen Räumen der Gebrauch von Licht unvermeid- 
lich, so darf solches nicht ohne Aufsicht gelaſſen und muß zur 
Verwahrung desſelben eine geſchloſſene und wohlverwahrte Laterne 
benützt, auch solche entfernt von feuerfangendem Material nieder- 
gestellt oder aufgehängt werden. 
Bevor geſchloſſene Gelaſſe, in welchen Phosphor, Aether, 
Weingeist, Erdöl, Terpentinöl und dergleichen lagern, mit der 
Laterne (Abſ. 3) betreten werden, ist zur Beseitigung etwa ange- 
sammelter brennbarer Dünsſte ein genügender Luftzug herzustellen. 
Die gleiche Vorsicht iſt zu beobachten, wenn in geſchloſſenen 
Gelassen der Geruch oder andere Umſtände auf ausgesſtrömtes 
Leuchtgas hinweisen. 
§ 8. 
Die Vorschriften des § 7 Abſ. 1 bis 3 gelten auch für die 
Räume, in welchen Futter geſchnitten, Getreide ausgedroſchen und 
Hanf oder Flachs gebrochen, gerieben, geſchwungen, gehechelt oder 
von Sailern verarbeitet wird. 
g 9. 
In Gelassen, in welchen leicht feuerfangende Stoffe ſonſtiger 
Art verarbeitet, gereinigt oder getrocknet werden, wie in Loh- 
mühlen, Fournirſägereien, Trockenſtuben und dergleichen, ſind eben- 
falls Laternen oder wenigstens durch Glaskugeln oder Cylinder 
verwahrte Flammen zu benützen und diese nicht ohne Aufsicht 
zu lassen. 
  
  
  
  
  
 
	        

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