Full text: Neue Allgemeine Bau-Ordnung für das Königreich Württemberg

I. Bau- Ord. Art. 61 u. 62. 25 
Gebäudes und des nachbarlichen Grundstücks wagrecht gemessen, 
der Wandhöhe der dem nachbarlichen Grundstücke gegenüber stehen- 
den Trauf- oder Giebelſeite des Gebäudes gleichkommen. 
Dieselben Grundſsäte gelten auch bezüglich der Erhöhung 
bereits bestehender, außerhalb des geschlossenen Wohnbezirks oder 
des Ortsbauplanes belegener Gebäude. 
Unter den im Absatz 1 enthaltenen Voraussetzungen ist der 
Bauende verbunden, sein Grundstück insoweit und in der Art ein- 
zufriedigen, als es zum Schutze des nachbarlichen Eigenthums 
erforderlich ist. 
Art. 61. 
Die Winkel zwischen benachbarten Gebäuden sind erforder- 
lichen Falls am Boden so zu verwahren, daß das Eigenthum des 
Nachbars nicht nothleidet. 
Winkel, in welchen beide Nachbarn Berechtigung haben, gelten 
bis zum Beweise des Gegentheils für gemeinſchaftlich. 
Dachtraufen und Ausgüſſe, welche in einen gemeinschaftlichen 
Winkel gerichtet ſind, dürfen ohne Bewilligung des Nachbars die 
Mitte des Winkels nicht überschreiten. 
Art. 62. 
Abtritte, Düngerstätten, Jauchenbehälter, Ställe, Brunnen, 
Waſßsſerleitungen und andere ähnliche Anlagen dürfen nur in ſolcher 
Entfernung von des Nachbars Grenze oder unter solchen Vor- 
kehrungen angebracht werden, daß sie dem Grundstücke des Nach- 
bars keinen Schaden bringen, insbesondere auf Gebäude, Einfrie- 
digungen und Brunnen (vorbehältlich der Bestimmung des Art. 64) 
keinen nachtheiligen Einfluß ausüben. 
Durch Feuerungseinrichtungen darf weder die Wand des 
Nachbars beſchädigt, noch die ordentliche Benützung der Räume 
eines Nachbargebäudes in Folge der Wärmeverbreitung verhindert 
oder in erheblichem Maße erſchwert werden. 
Im Falle des Zuwiderhandelns kommt gegenüber von den- 
jenigen Anlagen, welche unter die F§ 16 und 24 der Reichs- 
 
	        

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