Full text: Bauordnung vom 28. Juli 1910

§ 16. 293 
). Zuläſſige Spannungen. 
§ 16. 
1) Bei den auf Biegung beanspruchten Bauteilen 
ſoll die Druckſpannung des Betons den ſechſten Teil 
ſeiner Druckfestigkeit, die Zzug- und Druckſpannung des 
Eisens den Betrag von 1000 ksg/gem nicht übersteigen. 
2) Wird in den unter § 15 Ziff. 3 bezeichneten 
Fällen die Zugſpannung des Betons in Anspruch ge- 
nommen, so sind als zuläſsſige Spannung zwei Drittel 
der durch Zugverſuche nachgewiesenen Zugfestigkeit des 
Betons anzunehmen. Bei fehlendem Zugfestigkeits- 
nachweis darf die Zugspannung nicht mehr als ein 
zehntel der Druckfestigkeit betragen. 
3) Dabei sind folgende Belaſtungswerte anzu- 
nehmen: 
a) Bei mäßig erſchütterten Bauteilen, z. B. bei 
Decken von Wohnhäuſern, Geschäftsräumen, 
Warenhäusern: die wirklich vorhandene Eigen 
und Nublaſt, 
b) bei Bauteilen, die stärkeren Erſchütterungen 
oder stark wechſelnder Belaſtung ausgesetzt 
sind, wie z. B. bei Decken in Verſammlungs- 
räumen, Tanzſälen, Fabriken, Lagerhäuſern: 
| die wirkliche Eigenlaſt und die bis zu fünfzig 
v. H. erhöhte Nubtlaſt, 
c) bei Belastungen mit ſtarken Stößen, wie 
z. B. bei Kellerdecken unter Durchfahrten und 
Höfen: die wirkliche Eigenlaſt und die bis zu 
hundert v. H. erhöhte Nusvlaſt. 
11) In Stützen darf der Beton mit nicht mehr als 
einem Zehntel ſeiner Druckfestigkeit beansprucht wer- 
  
  
 
	        

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